07.06.2021 - 10:10 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Oberstes Gebot in Schwarzenbach: Finanzen besonnen planen

Nicht alle Einnahmen können mit letzter Sicherheit berechnet werden. Deswegen plant die Kommune Schwarzenbach den Haushalt im zweiten Coronajahr besonnen. 2022 wird die Gemeinde wohl dennoch Schulden machen.

Den Schwarzenbacher Gemeindeetat für 2021 erläuterten Kämmerer Christian Marzi (links) und Bürgermeister Thorsten Hallmann (rechts) in der Gemeinderatssitzung. Mitte: Protokollführer Oliver Schäffler.
von Bernhard PiegsaProfil

In einer geordneten finanziellen Gesamtlage sehen Bürgermeister Thorsten Hallmann und Kämmerer Christian Marzi die Gemeinde Schwarzenbach im zweiten "Coronajahr" 2021. Immerhin bleibe der Gemeinde mit ihrem 5,5-Millionen-Euro-Etat dank guten Wirtschaftens auch in diesem Krisenjahr genügend Spielraum für Schuldenabbau und Investitionen, hielt Hallmann fest.

Der Schuldenberg solle um rund 66.000 auf 445.226,97 Euro schrumpfen. Durchweg gesichert ist laut Marzi für die nächsten Jahre die gesetzlich vorgeschriebene Zuführung aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt: "Heuer müssten wir 52.500 Euro umbuchen, tatsächlich werden es 56.300 Euro sein." Um den für längerfristige Investitionen bestimmten Vermögenshaushalt auszugleichen, entnehme die Gemeinde nochmals 1,06 Millionen Euro aus ihren Rücklagen.

Aufgrund der anstehenden umfangreichen Maßnahmen und der weitgehend verbrauchten Rücklagen werde man 2022 allerdings nicht um eine Kreditaufnahme herumkommen, erwartete Kämmerer Marzi. Deren genaue Höhe werde sich erst im Rahmen der Haushaltsplanung 2022 zeigen, müsse sich aber "auf das absolut notwendigste Maß beschränken". Ab 2023 könne die Kommune wieder an den Rücklagenneuaufbau gehen. Unverändert bleiben laut Bürgermeister Hallmann die Steuerhebesätze mit 365 vom Hundert für die land- und forstwirtschaftliche Grundsteuer A und je 340 vom Hundert für die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer.

Unwägbarkeiten hin oder her: Notwendige Neuanschaffungen und Modernisierungen bleiben auf der Tagesordnung, wie der fünf Seiten lange Finanzplan für 2021 bis 2024 belegt. Für die Feuerwehr sind in dieser Zeit 83.000 Euro vorgemerkt, wovon 36.000 auf die digitale Alarmierungstechnik (2021) entfallen. 50.000 Euro sind für die Sanierung des Allwetterplatzes beim Sportheim bestimmt. Zu Bürgermeister Hallmanns Bedauern wurde ein Antrag des Sportvereins auf einen Zuschuss aus dem Bayerischen Sportstättenprogramm vom Landessportverband abgelehnt: "Begründet wurde das damit, dass die Gemeinde den Allwetterplatz gebaut habe, der sich auch nach wie vor allein in ihrem Eigentum befinde. Dass ausschließlich unser Sportverein ihn aufgrund eines langfristigen Pachtvertrags nutzt, spielt keine Rolle."

Für eine günstige und dennoch dauerhafte Erneuerung der Anlage gelte es nun sorgfältig zu planen: "Dabei setzen wir auch auf die Eigenleistung des Vereins." Je 45.000 Euro sieht der Finanzplan heuer für den Spielplatz in Pechhof und die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Leuchtkörper vor. Die dicksten Brocken seien in den nächsten Jahren die Umgestaltung der Mehrzweckhalle (1,415 Millionen für 2021 bis 2023, davon 665.000 heuer; Zuschuss der Städtebauförderung 1,17 Millionen), der Bahnhofskreuzung (1,1 Millionen für 2021 bis 2023, davon 50.000 heuer; Zuschüsse von Städtebau und Landkreis 958.000) und des Gemeindezentrums (1,062 Millionen für 2021 bis 2024, davon 32.000 heuer; Zuschuss der Städtebauförderung 818.600 Euro).

Baumaßnahmen an der Mischwasserkanalisation schlügen in diesem Jahr voraussichtlich mit 615.000 und im nächsten mit 220.000 Euro zu Buche, doch sei auch mit 300.000 Euro an Zuweisungen zu rechnen. Nicht zu vergessen sei die diesjährige Breitbandverkabelung der Weiler: 580.000 Euro seien hierfür zu investieren, wovon aber knapp 490.000 aus der Breitbandförderung gedeckt würden.

Abenteuer erleben an der KTB

Windischeschenbach
Hintergrund:

Die Eckdaten des Haushalts

  • Haushaltsvolumen: Kämmerer Christian Marzi und Bürgermeister Thorsten Hallmann beziffern es auf 5.552.500 Euro (2020: 4.316.900 Euro).
  • Hiervon entfallen auf den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten deckt, 2.510.300 Euro (2020: 2.455.800) und auf den für Investitionen und Rücklagen bestimmten Vermögensetat 3.042.200 (2020: 1.861.100) Euro.
  • Wichtigste Einnahmequellen bleiben der Einkommenssteueranteil mit konstant etwa 600.000 Euro und die Gewerbesteuer mit voraussichtlich 150.000 Euro.
  • Pro-Kopf-Verschuldung soll bis Jahresende auf 386,15 Euro (2020: 443,36) sinken, was deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden (593 Euro) läge.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.