28.04.2021 - 11:36 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Rat für alle Schwarzenbacher Lebenslagen

Ansprechpartner für alle Lebenslagen listet der "Schwarzenbacher Generationen-Leitfaden" auf, dessen Entwurf Quartiersmanagerin Franziska Schraml-Pöllmann in der Gemeinderatssitzung vorstellte.

Als examinierte Altenpflegefachkraft sammelte sie Erfahrung in sozialer Arbeit, die ihr nun auch für ihre Arbeit als Schwarzenbacher Quartiersmanagerin zugutekommt: In der Gemeinderatssitzung stellte Franziska Schraml-Pöllmann sich und ihr erstes Projekt, den "Generationen-Leitfaden" für die Gemeinde Schwarzenbach, vor.
von Bernhard PiegsaProfil

Von der Apotheke bis zum Zahnarzt, vom Baxi bis zur Volkshochschule: In Schwarzenbach gibt es bald ein 44-seitiges Nachschlagewerk. Es wolle vorrangig den Schwarzenbacher Senioren Fingerzeige für Situationen geben, in denen sie Hilfe von außen benötigten, heißt es im Geleitwort des kommunalen Seniorenbeauftragten Gerhard Przetak. Kleine Korrekturen und Ergänzungen seien noch nötig, gab Bürgermeister Thorsten Hallmann zu verstehen. So bald wie möglich solle das Heft aber sowohl als Internetdatei wie auch in Papierform gezielt gestreut werden: "Die gedruckte Fassung wird aus Kostengründen nicht 'gießkannenmäßig' an alle Haushalte verteilt, sondern auf Anforderung kostenlos ausgegeben."

Gemeinderat und Bürgermeister billigten auch einen Vorschlag von Andreas Kick (CSU), einige besonders wichtige Kontaktadressen in einem Faltblatt zusammenzustellen, das auch auf das umfangreiche Beratungsangebot der Quartiersmanagerin hinweisen solle. Allerdings sieht sich Franziska Schraml-Pöllmann nicht nur als beratendes und vermittelndes "Bindeglied zwischen den Bürgern einerseits und den Behörden und Dienstleistern andererseits", sondern will sich kreativ und umfassend für eine bessere Lebensqualität für alle Generationen einsetzen. Hierbei setzt die 33-jährige gebürtige Vogtländerin, die in Marktredwitz aufgewachsen ist und seit 2013 in Pressath lebt, auf solidarisches, bürgerschaftliches Engagement und auf den Aufbau von Netzwerken sowohl zwischen den Vereinen und Einrichtungen innerhalb der Gemeinde als auch zwischen gemeindlichen und übergeordneten Einrichtungen.

Nach der Fertigstellung des Generationen-Leitfadens will sich Schraml-Pöllmann konkret dem Projekt Offener Mittagstisch, dem Mitfahrbanken-Angebot und dem ökologischen Lernort Grünes Klassenzimmer widmen. Mitgestalten will sie außerdem den Mehrgenerationentreffpunkt beim Gemeindezentrum sowie das Ortsentwicklungskonzept für die Siedlung, das die Gemeindeverwaltung dank der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats nun in Auftrag geben kann. "Eine solche Planungsgrundlage ist dringend wünschenswert, denn die Infrastruktur in der Siedlung, vor allem das Straßennetz und der Spielplatz, ist seit langem verbesserungsbedürftig, und schon jetzt sind Leerstände und Ansätze einer Überalterung zu beobachten", beklagte Bürgermeister Hallmann.

Die Kosten für das Entwicklungskonzept, dessen Erarbeitung etwa zwei Jahre beanspruchen werde, schätzte Hallmann auf rund 40.000 Euro. Jedoch könne die Gemeinde mit einem 60-Prozent-"Planungszuschuss" des bayerischen Bauministeriums rechnen: "Solche Zuschüsse werden nur selten vergeben, aber die Regierung der Oberpfalz, die darüber entscheidet, erkennt den modellhaften Charakter dieses Projekts an." Ferner solle die Siedlung als Sanierungsgebiet im Sinne des Städtebauförderungsrechts ausgewiesen werden: Dies, so Hallmann, eröffne privaten Hauseigentümern Abschreibungs- und Förderoptionen für private Sanierungsmaßnahmen.

Die Weichen stellte der Gemeinderat auch für die Sanierung der Sporthalle und des Gemeindezentrums. Bereits in der Sitzung vom 6. April hatte Architekt Dietmar Auer die Pläne vorgestellt, den Durchführungsbeschluss hatte das Ratsgremium jedoch bis zum Vorliegen einer genauen Kostenberechnung zurückgestellt. Diese konnte Bürgermeister Thorsten Hallmann nun nachreichen: Für die Sporthalle rechne die Gemeinde mit Sanierungskosten von 1.400.884,13 Euro, von denen gut 1,2 Millionen förderfähig seien. Hierfür winke ein 90-Prozent-Zuschuss aus dem Städtebau-Sonderprogramm für Sportstätten.

285.720 Euro werde die Kommune voraussichtlich in die Dach- und Fassadensanierung des Gemeindezentrums investieren. Auch hier seien aber 60 Prozent der förderfähigen Kosten durch einen Landeszuschuss gedeckt, informierte Hallmann: "Das ist ein erhöhter Fördersatz, den wir nur der Verknüpfung dieses Teilvorhabens mit der Hallensanierung verdanken." Zurzeit noch ausklammern müsse man Renovierungsmaßnahmen im Innern des Gemeindezentrums, namentlich im Schulungsraum der Feuerwehr: "Aber wir bemühen uns auch hier um eine Lösung." Alles in allem müsse die Gemeinde freilich schon dankbar für die bis dato zugesagten Förderungen sein, denn "die Wolken werden dunkler".

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