04.03.2020 - 11:39 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Saniertes Bürgerhaus- und Kulturhaus lockt viele Neugierige an

Die Gelegenheit zu einem Blick hinter die barrierefreie Tür des Bürger- und Kulturhauses nutzten viele Bürger beim Nachmittag der offenen Tür. Die Rundgänge durch den renovierten Alten Pfarrhof in Schwarzenbach sind beliebt.

Als Schmuck für das Sitzungs- und Trauungszimmer im Alten Pfarrhof erhielt Bürgermeister Thorsten Hallmann (Vierter von rechts) von Pfarrer Edmund Prechtl (rechts) ein Kruzifix. Lektorin Judith Rau und Pfarrerin Anne Utz (Zweite und Dritte von rechts) freuen sich mit.
von Bernhard PiegsaProfil

Doch dank eines überreichlich bestückten Kuchenbüfetts kam das für "Speis und Trank" zuständige Team des Grundschul-Elternbeirats nicht in Verlegenheit. Was in und an dem bald 100 Jahre alten Gebäude in rund anderthalbjähriger Arbeit geleistet wurde, davon vermittelte eine von Thorsten Hallmann mitgebrachte Bilderpräsentation einen Eindruck. "Ohne das Vertrauen, die Geduld und die parteiübergreifend einmütige Zustimmung des Gemeinderats, ohne die finanzielle Förderung aus dem Kommunalen Investitions- und dem Städtebauförderprogramm und ohne Hilfe und Rückhalt der Regierung der Oberpfalz und vieler weiterer Personen, Unternehmen, Büros und Institutionen hätte dieses Projekt nicht verwirklicht werden können", blickte der Bürgermeister in seiner Begrüßungsansprache dankbar zurück.

Sein besonderer Dank galt der Kirchenstiftung und der Kirchenverwaltung für ihre Bereitschaft, das verwaiste Pfarrhaus an die Gemeinde zu verkaufen, und dem Architekten und Ortsplaner Klaus Stiefler: "Mit unserem 'Mister Städtebau' haben wir einen kompetenten Planungsfachmann mit Geschmack an unserer Seite. Ihm und seinen Mitarbeitern verdanken wir diese bis in die Details gelungene Gebäudegestaltung, und ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren noch einige spannende Projekte gemeinsam angehen werden."

Nicht unerwähnt ließ Hallmann, dass fast alle Arbeiten an regionale Auftragnehmer vergeben werden konnten: "So ist das Geld überwiegend in unserer Region geblieben." Maßgeblich zum Gelingen beigetragen hätten die Fachleute der Verwaltungsgemeinschaft Pressath und der gemeindliche Bauhof.

Als Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen feiere man nun die Einweihung eines "repräsentativen und identitätsstiftenden multifunktionalen Gebäudes für alle Generationen und viele Institutionen" - von der Eltern-Kind-Gruppe über Gemeinderat, Standesamt, Quartiersmanagement und Vereine bis zur Volkshochschule und zum Seniorenbeauftragten: "So wird unser Pfarrhof dazu beitragen, dass Schwarzenbach demographisch wetterfest wird."

Als verantwortungsvolle Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand bezeichnete Landrat Andreas Meier den Erhalt historischer Bausubstanz: "Es wäre sehr schade, ortsbildprägende Gebäude dem Verfall und Abriss preiszugeben, auch wenn der Entschluss, sich an deren Renovierung zu wagen, Mut erfordert: Vor Überraschungen, die die Kosten in die Höhe treiben, ist man nie sicher."

Immerhin könnten sich die Kommunen auf einschlägige Förderprogramme verlassen: "Ohne diese Gelder wäre vieles nicht möglich, und manches historische Bauwerk wäre schon verschwunden." Wenn dann noch eine nachhaltige Nutzung sichergestellt werde, so sei dies "das Schönste, das einem Gebäude mit Geschichte widerfahren kann: Es hat dann auch noch eine Geschichte vor sich." Der Gemeinde wünschte Meier, dass sie "weiterhin den Mut haben möge, solche Dinge anzupacken".

Seinen Respekt vor den im Laufe der letzten Jahre bewältigten Ortserneuerungs-Pensum bekundet Landrat Andreas Meier.
Info:

Architektonisch originelles Haus

Als "i-Tüpfelchen auf der Amtszeit des scheidenden Gemeinderats", würdigte Architekt Klaus Stiefler die Einweihung des renovierten Schwarzenbacher Pfarrhofs: "Sie haben es sich nicht leicht gemacht, haben gedanklich viel bewegt, denn Sie wollten das bestmögliche Ergebnis erzielen." Das jetzige Bürger- und Kulturhaus stehe in einer achtunggebietenden Reihe von Projekten, in die auch der Dorfplatz, die westliche Hauptstraße und der Dorfladen gehörten und die die kleine 1200-Einwohner-Gemeinde parallel zu den umfangreichen Pflichtaufgaben verwirklicht habe.

Dass hier unter Ausklammerung aller "schnöden" Parteipolitik "nicht nur angekündigt, sondern auch angepackt" werde, bleibe insbesondere der Regierung der Oberpfalz nicht verborgen: "Die Zuschüsse, die die Gemeinde bewilligt erhält, dürften für sich sprechen." Bei der Renovierungsplanung, so Stiefler weiter, habe man sich bemüht, den Charakter des architektonisch originellen Hauses bis in Details wie etwa der roten Farbe des Treppenhandlaufs zu bewahren. Gottes Segen für das alte Pfarrhaus, dessen "Hundertjähriges" die Gemeinde 2023 feiern kann, erbat der katholische Pfarrer Edmund Prechtl gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin Anne Utz. Dabei erwähnte er, dass der Kirche in den Jahren vor dem Verkauf kaum noch Spielraum geblieben sei, etwas für das Gebäude zu tun, das seit 2000 leergestanden hatte: "Wir dürfen keine Kirchensteuermittel in ein Haus investieren, das nicht mehr benötigt wird, weil die Pfarrei nicht mehr besetzt wird."

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