(bjp) Bürgermeister Thorsten Hallmann geriet ins Schwärmen: „Unser Dorfladen füllt eine schmerzlich empfundene Lücke, er ist rundum gelungen, und man sieht ihm an, wie viel Arbeit in ihm steckt“, lobte der Schwarzenbacher Bürgermeister auch in der Juni-Gemeinderatssitzung das Ergebnis von fast drei Jahren Planungs- und Aufbauarbeit.
Sehen lassen könne sich aber auch der Gemeindehaushalt 2018, der die bewährte Zweigleisigkeit von Investitionen und Schuldenabbau fortsetze. Dank einer 60.000-Euro-Schuldentilgung werde sich die Pro-Kopf-Verschuldung von rund 594 auf 542 Euro vermindern und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liegen, der 599 Euro betrage. „Kredite muss die Gemeinde nicht aufnehmen, und dabei soll es mindestens bis 2021 bleiben“, prognostizierte Hallmann.
An Investitionen werde man gleichwohl nicht sparen: Mit 2.068.000 Euro falle das Volumen des für Investitionen und Rücklagen bestimmten Vermögenshaushalts um rund 902.000 Euro größer aus als im Vorjahr. Größter Ausgabenposten sei der Lückenschluss im Breitband-Fernmeldenetz mit 606.500 Euro, von denen 489.700 Euro durch einen Zuschuss aus dem Breitbandförderprogramm gedeckt würden.
Weitere Großinvestitionen beträfen die aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Bundes geförderte Pfarrhofsanierung (450.000 Euro) und den in diesem Jahr abgeschlossenen, in die Städtebauförderung aufgenommenen, Dorfladenausbau (310.000 Euro). Die Anschaffung eines neuen Feuerwehr-Einsatzfahrzeugs schlage heuer mit 86.000 Euro für das Fahrgestell zu Buche, für Aufbau und Beladung rechne man mit Ausgaben von 275.000 Euro im kommenden Jahr. Im Herbst 2019 werde das Fahrzeug geliefert, schätzte Hallmann.
82.500 Euro seien für Kanalsanierungen vorgemerkt, 75.000 Euro für die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Pechhof und der Bundesstraße 470, 53.000 für die Modernisierung der Sanitär- und Heizungsanlagen in der Mehrzweckhalle. 20.000 Euro reserviere der Etat für Sanierungsmaßnahmen an der Grundschule: Vor allem das Lehrer-WC sei sanierungsbedürftig. „In den letzten vier Jahren haben wir über 100.000 Euro in unsere Schule investiert, die uns jeden Euro wert ist“, betonte der Bürgermeister.
Kleinere Ausgaben flössen unter anderem in den Erwerb eines Klärschlammladers für die Kläranlage, die Spielplatzmodernisierung und die Befestigung des Parkplatzes beim Sportheim. Noch nicht endgültig geklärt sei, was mit den noch nicht abgerechneten Ausbau-Restbeiträgen für die Hauptstraßenmodernisierung geschehen werde, doch bestehe die Aussicht auf eine landesrechtliche Regelung, die gewährleiste, dass weder die Anlieger noch die Gemeinde „auf diesen Beiträgen sitzen bleiben werden“.
Nur unwesentlich erhöht habe sich das Volumen des Verwaltungshaushalts, der die laufenden Kosten abdecke: 2.210.700 Euro sehe der Haushalt hierfür vor, was einem Plus von rund 77.000 Euro entspreche, informierte Kämmerer Christian Marzi. Dieser Aufschlag sei vor allem den turnusmäßigen tarifrechtlichen Lohnanpassungen sowie leichten Erhöhungen der Kreis- und Verwaltungsgemeinschaftsumlage geschuldet.
Mehr Einkommenssteueranteil
Bei den Steuereinnahmen rechne man mit einer Zunahme des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer, der die wichtigste Einnahmequelle sei, vermerkte Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Haushaltssitzung des Schwarzenbacher Gemeinderats: „Hierin spiegelt sich die gute Konjunktur wider.“ Kein Widerspruch zu dieser Einschätzung sei, dass die Gemeinde mit leicht rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen rechne: „Unsere Unternehmen tätigen beträchtliche Investitionen, und das bewirkt eine Verringerung der Steuerschuld.“
Ein aussagekräftiger Indikator für die Finanzkraft der Gemeinde sei die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt, die sich heuer mit 249.000 Euro (2017: 120.000) gut verdoppele und mehr als viermal so hoch wie gesetzlich vorgeschrieben sei: „Maßstab hierfür ist der Betrag, der für die ordentliche Kredittilgung vorgesehen ist.“ Mit Blick auf den Pfarrhofausbau kündigte Hallmann an, dass das Dach in den nächsten vier Wochen auf Vordermann gebracht werde. (bjp)












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