14.04.2021 - 12:10 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Schwarzenbach soll architektonisches Aushängeschild bekommen

Die öffentlichen Gebäude in Schwarzenbach sollen optisch alle gut zueinanderpassen. Damit folgt der Architekt sogar einem Wunsch der Oberpfälzer Regierung nach einem gestalterisch herausragendem Aushängeschild.

Modern und markant sollen sich die Gebäude des Gemeindezentrums im kommenden Jahr präsentieren. In der Gemeinderatssitzung präsentierte Ingenieur Dietmar Auer ein zweckmäßiges und mutiges Gestaltungskonzept, in dessen Mittelpunkt die Sporthalle steht.
von Bernhard PiegsaProfil

Bahnhof, Bürger- und Kulturhaus, Kirche, Dorfladen und der „Gemeindezentrums“-Bautenkomplex mit Schule, Sporthalle, Feuerwehrhaus, Gemeindekanzlei und Kindertagesstätte: Alle diese Gebäude ziehen einen architektonischen roten Faden durch den Schwarzenbacher Ortskern. Diesen Zusammenhang wolle man bei der bevorstehenden Sanierung der Sporthalle gestalterisch berücksichtigen, führte Diplom-Ingenieur Dietmar Auer in der Aprilsitzung des Gemeinderats aus.

Zugleich, so der Chef des Weidener Planungsbüros AuerFM, wolle man der Halle aber mittels einer „eigenen Formensprache für die besondere Aufgabe“ eine „individuelle moderne Identität“ geben, die sie auch von den angrenzenden Gebäuden wie dem Feuerwehrgerätehaus oder der Gemeindeverwaltung abhebe. Mit solchen ehrgeizigen und fast ein wenig kühn anmutenden Zukunftsvisionen folgt der Architekt durchaus den Ansprüchen der Regierung der Oberpfalz: „Die Regierung möchte, dass ein gestalterisch herausragendes ‚architektonisches Aushängeschild‘ entsteht.“

Zweckbau auf Höhe der Zeit heben

Vorrangig gehe es aber darum, den 40 Jahre alten Zweckbau an der Parksteiner Straße in puncto Einrichtung, Raumnutzung, Sicherheit, Barrierefreiheit und Energieverbrauch auf die Höhe der Zeit zu heben. In die Fassaden- und Dachneugestaltung einbeziehen wolle man auch Feuerwehrhaus, Gemeindekanzlei und Tagesbetreuung. „Neu gefasst und aufgewertet“ würden zudem die Außenanlagen: „Hierfür ist aber ein Erbendorfer Planungsbüro zuständig.“ Lobend erwähnte Auer, dass die in der kurzen Frist von nur zwei Monaten geführten intensiven Vorgespräche mit den Gemeindeverantwortlichen, den weiteren Gebäudenutzern und der Regierung sehr beachtliche „vernünftige Planungsgrundlagen“ erbracht hätten.

Barrierefreie Gestaltung

Zu deren Eckpunkten gehörten etwa die barrierefreie Gestaltung der beiden Sporthallenzugänge und des Gemeindekanzleieingangs mit Hilfe rollstuhl- und rollatorgerechter flacher Rampen. Auch innerhalb der Halle würden Türen behindertengerecht verbreitert, und die Sanitäranlagen sollten den Bedürfnissen mobilitätseingeschränkter Menschen Rechnung tragen. Um mehr Platz zu schaffen, werde im Geräteraum eine Zwischendecke eingezogen und damit ein „zweites Stockwerk“ geschaffen.

Optisch und technisch runderneuert würden die Sporthallenwände, kündigte Dietmar Auer an: Die Holzlamellen und Metallgitter würden durch rechteckige flächige Holzelemente in einem hellen, freundlichen Birkenholzton, die Wandheizung durch eine energieeffizientere Fußbodenheizung ersetzt und höhenverstellbare Sprossenwände eingebaut. Beleuchtet werde die Halle mit stromsparenden LED-Lampen. Der mit dieser Generalsanierung verbundene Aufwand zwinge freilich dazu, die Halle voraussichtlich ab September für ein Jahr vollständig zu sperren.

Optische Differenzierung

Zur äußerlichen Differenzierung der zum „Gemeindezentrums“-Komplex gehörenden Gebäude sollten Sporthalle und Feuerwehrhaus langlebige Titanzinkdächer ähnlich dem Kindergartendach erhalten, empfahl der Weidener Architekt Dietmar Auer. Auf diesen beiden Dachflächen könne auch die um fast ein Drittel auf 249 Quadratmeter vergrößerte Photovoltaikanlage Platz finden. Für die Gemeindekanzlei und den Tagesbetreuungstrakt sei ein Turmalin-Falzziegeldach nach dem Vorbild des Dorfladendachs vorgesehen.

Der Feuerwehrhausgiebel solle mit piktografischen Darstellungen der Arbeitsfelder „Retten“, „Löschen“ und „Bergen“ verziert werden, schlug Auer ferner vor. Dank des um die Nordwestecke in den straßenseitigen Giebel hineingezogenen Fensterbands solle die Nordfassade der Sporthalle markanter wirken. Mit Detailmaßnahmen an Fenstern und Belüftungsanlagen werde für mehr Brandschutz, Licht und Luft gesorgt, der Energieverbrauch der Halle dürfte sich mindestens halbieren. Erhalten bleibe der markante Metallkamin der Gemeindekanzlei, doch solle er nicht mehr in „aufdringlichem“ Kupferblech oder Edelstahl, sondern in dezenterem lackiertem Metall ausgeführt werden.

Kraftakt Hallensanierung in Schwarzenbach braucht Zeit

Schwarzenbach bei Pressath
Hintergrund:

Kosten und Förderung der Maßnahme

  • Kosten für Sanierungsmaßnahme an den Gemeindezentrumsgebäuden: etwa 1,65 Millionen Euro
  • Förderung für Sporthalle: wohl 90 Prozent aus „Sportstättenprogramm“
  • Förderung für verbleibende Arbeiten an Feuerwehrhaus und Gemeindekanzlei: Gemeinde hofft auf 60-Prozent-Zuschuss aus einem der Städtebauförderprogramme
  • Durchführungsbeschluss: zurückgestellt bis zur Fertigstellung einer exakten Kostenkalkulation; laut Hallmann in vorletzter Aprilwoche
Beeindruckt war Ingenieur Dietmar Auer von der reichen Ideenernte aus den nur zwei Monate dauernden ersten Planungsgesprächen.

 

 

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