Wenn der Sperling zum Model wird: Trabitzer Fotograf zeigt Hingucker aus der Natur

Schwarzenbach bei Pressath
02.06.2023 - 11:12 Uhr

Günter Klein hat diesen gewissen Blick. Er findet als Fotograf genau die Perspektive, die aus einer hässlichen Raupe ein Kunstwerk macht. Im Schwarzenbacher Pfarrheim zeigt der Trabitzer seine Bilder.

Biodiversität ist im „VierStädtedreieck“ kein Fremdwort: Wer Glück und Geduld hat, kann schon am Winterfütterungsplatz oder bei einer Vogelstimmenwanderung im Frühling mehr als zwei Dutzend Vogelarten beobachten, und auch Libellen, Frösche und Schmetterlinge, Sonnentau und Knabenkraut kennt man hier nicht nur aus Fernseh-„Naturdokus“ oder Büchern.

Niemand weiß das besser als Günter Klein: Seit zwölf Jahren verbringt der leidenschaftliche Hobbyfotograf unzählige Stunden auf der Pirsch nach Tier- und Pflanzen-“Models“. „Ungefähr 90 Prozent meiner Bilder nehme ich im Altlandkreis Eschenbach auf“, verriet der Gründer der Trabitzer Naturschutzgruppe bei seiner Naturfotografie-Bilderschau „Fauna und Flora meiner Heimat“ im Schwarzenbacher Pfarrheim. Dabei gewährte er für die Selbsthilfegemeinschaft „Generationen Hand in Hand“ manchen Einblick in die Trickkiste eines Fotoprofis, der die Kunst des „Tarnens und Täuschens“ beherrschen, abgehärtet sein, aber auch Respekt vor den Mitgeschöpfen und vor allem viel Geduld mitbringen muss.

Für eine winterliche Bilderserie über zwei Graureiher habe er vier Tage an einem zugefrorenen See bei bis zu minus 18 Grad zubringen müssen, verriet Klein. Wichtiger als alles andere dürfte für einen erfolgreichen Fotografen freilich „der Blick“ sein: die Fähigkeit, selbst in scheinbar alltäglichen und „belanglosen“ Objekten jenes gewisse Etwas zu erkennen, das aus der Aufnahme eines „Allerwelts“-Feldsperlings, einer „hässlichen“ schwarzen Tagpfauenaugenraupe oder gar einer „Stinkwanze“ ein zum Staunen und Nachdenken anregendes Kunstwerk macht.

Dass Günter Klein diese Gabe besitzt und meisterlich einzusetzen weiß, bestätigen Auszeichnungen zahlreicher Wettbewerbe und Ausstellungen im In- und Ausland.

Seine fotokünstlerische Arbeit versteht Klein deshalb auch als Denkanstoß und Appell, mit der Schöpfung achtsam, weitblickend und verantwortungsbewusst umzugehen: „Ich verstehe mich auch als Anwalt der Natur – sie kann ohne uns bestehen, aber wir nicht ohne sie.“ Im Kleinen könne jeder etwas zur Artenvielfalt beitragen: „Es bringt schon viel und schafft Lebensräume und Nahrungsquellen für Tiere, wenn man im Garten eine Brennnesselecke stehen lässt, eine Blütenwiese anlegt oder einen Rain mit frei wachsenden Blumen und Gräsern unberührt lässt.“

 
 

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