14.05.2021 - 15:21 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Verkehrsüberwachung tut not

Eine Geldspritze für den coronabedingt in finanzielle Schieflage geratenen Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit – muss das sein? Ja, ist Bürgermeister Thorsten Hallmann überzeugt und untermauerte dies mit Zahlen und Beobachtungen.

So ordentlich wie auf diesem Foto sieht es auf dem Schwarzenbacher Containerplatz nicht immer aus: Die von manchen gedankenlosen Zeitgenossen angerichtete "Sauerei" werde die Gemeinde nötigenfalls mit Einzäunung und Beaufsichtigung beantworten, kündigte Bürgermeister Thorsten Hallmann an.
von Bernhard PiegsaProfil

Verkehrsüberwachung tue not, urteilte Thorsten Hallmann in der Gemeinderatssitzung Als exemplarisches „Highlight“ für die Bedeutung des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZVKVS) präsentierte der Bürgermeister das Ergebnis einer gut dreistündigen Messung an der Pressather Straße beim Bürgerhaus: Von 555 Fahrzeugen hätten 15 das Tempolimit bis zu 30 Stundenkilometer überschritten. Dass es nicht mehr gewesen seien, liege daran, dass die „Blitzer“-Standorte in Windeseile die Runde durch einschlägige „sozialmediale“ Kanäle machten: „Das setzt erfahrungsgemäß schon nach zehn Minuten ein.“ Noch rasanter gehe es auf der Eichenstraße zu: „Hier haben wir schon Überschreitungen von 40 bis 50 km/h gemessen.“

Nichtsdestoweniger beobachte man, dass seit dem Beginn der Tempoüberwachungen tendenziell vorsichtiger gefahren werde. Hallmanns Fazit: „Ohne ‚Blitzen‘ erreicht man keine abschreckende Wirkung. Die Polizei könnte allerdings eine so umfangreiche Überwachung nicht leisten, wie sie der ZVKVS ermöglicht.“ Freilich seien die Messungen ein Zuschussgeschäft für die Gemeinde: „Im vergangenen Jahr waren drei Quartale defizitär mit einem Minus von 300 bis 900 Euro, nur das vierte Quartal erbrachte einen ‚Gewinn‘ von 13 Euro. Aber das sollten wir im Interesse der Verkehrssicherheit in Kauf nehmen.“

"Saustall" bei Wertstoffcontainern

Sauer stößt Hallmann die zunehmende „Sauerei“ bei den Wertstoffcontainern auf: Die Biomassebehälter seien inzwischen sogar anlieferfreundlich in Mulden „tiefergelegt“ worden, was manche aber nicht davon abhalte, aus Bequemlichkeit ihr Grüngut in Plastiksäcken daneben abzustellen. „Was ist denn dabei, die Säcke in den Behälter auszuleeren und wieder mitzunehmen?“ Das Bauhofpersonal müsse jede Woche zwei bis drei Stunden für das „Aufräumen des Saustalls“ drangeben – „Zeit, die für wichtigere Aufgaben fehlt“, ärgerte sich Hallmann. Wenn sich das Verhalten der Nutzer nicht durchgreifend bessere, werde man den Platz einzäunen und beaufsichtigen müssen: „Dann sind die Container nur noch zu bestimmten Zeiten zugänglich.“

Internet-"Onleihe“ ein Renner

Erfreulichere Nachrichten brachte zweite Bürgermeisterin Anja Kirschsieper aus der Gemeindebücherei mit. Die Katalogisierung der Medien mache Fortschritte, 43 Personen hätten sich als Nutzer angemeldet: „Davon sind 28 Erwachsene und 15 Kinder oder Schüler. Fünf Nutzer wohnen außerhalb der Gemeinde.“ Die Internet-"Onleihe“ über den Medienverbund „LEO Nord“ erfreue sich wachsender Nachfrage: „In der 15. Kalenderwoche wurden 15, in der 16. Woche 21 und in der 17. Woche 43 Medien nachgefragt.“

Nachjustierungen bei Ortskernsanierung

Zum Stand der Planung für den Bauabschnitt IV (Bahnhofskreuzung) der Ortskernsanierung merkte Bürgermeister Hallmann an, dass das Staatliche Bauamt nochmals „Nachjustierungen“ verlangt habe. Diese beträfen insbesondere die Gestaltung der Bushaltebuchten und die Gehwegmarkierungen, die auch Sehbehinderten oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen als Orientierungshilfen dienen müssten. Die Untere Naturschutzbehörde habe demgegenüber keine Einwände erhoben. Als nächste Schritte stünden der Durchführungsbeschluss und der Förderantrag bei der Regierung der Oberpfalz an.

Sporthallensanierung "mit eigener Formensprache"

Schwarzenbach bei Pressath

Sicher in Schwarzenbach

Auf einen kurzen Nenner brachte Hallmann die Polizeistatistik 2020 der Polizeiinspektion Eschenbach: „In Schwarzenbach lebt sich’s relativ sicher.“ Bei fast allen Kriminalitätsarten seien die Fallzahlen teils deutlich rückläufig, alles in allem habe man im westlichen Landkreis 614 Straftaten registriert (2019: 745). 75,9 Prozent hiervon (2019: 67,2 Prozent) seien aufgeklärt worden. Mit einer Häufigkeitsziffer von 16 Straftaten je 1000 Einwohner liege Schwarzenbach auf dem fünften Platz unter den zehn Kommunen des westlichen Landkreises. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle sei im „VierStädtedreieck“-Raum um 136 auf 821 zurückgegangen, allerdings habe sich die Zahl der getöteten oder verletzten Radfahrer gut verdoppelt.

Beiräte bleiben

Bestätigt wurden die bisherigen gemeindlichen Beiräte für die Dorfladengesellschaft: Der Gemeinderat benannte für weitere drei Jahre Ulrich Hösl (CSU), Sabine Thumfart (FWB) und Anja Kirschsieper (SPD).

 

 

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