15.05.2020 - 12:18 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Bewährungsprobe für acht Ideengeber

Acht Erfahrungsträger verloren, acht Ideengeber gewonnen: Unter diesen Vorzeichen legt der Schwarzenfelder Marktrat los. Bürgermeister Peter Neumeier hat dabei auch "eine bisher unbekannte Gefahr" im Blick.

Kilian Mauderer, Wolfgang Prebeck, Gabriele Beck, Susanne Lindner, Martin Bauer, Wolfgang Bäuml, Georg Greger und Markus Dorschner (von links) wurden als neue Markträte vereidigt
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Über uns schwebt eine bisher unbekannte Gefahr - Experten sprechen schon jetzt von der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg": Diese Warnung schickte der neue Bürgermeister Peter Neumeier bei der ersten Sitzung des Schwarzenfelder Marktrats seinen Ausführungen voran.

Ganz neue Vorzeichen sah der Rathauschef auch angesichts von acht neuen Mitglieder in dem 20-köpfigen Gremium: Georg Greger, Wolfgang Bäuml, Susanne Lindner, Martin Bauer, Markus Dorschner, Gabi Beck, Kilian Mauderer und Wolfgang Prebeck. Es gebe keine blöden Fragen, nur blöde Antworten, motivierte Neumeier die Neulinge, sich einzubringen. "Wir sitzen alle im selben Boot und haben alle einmal klein angefangen."

Vor der Vereidigung der neu gewählten Markträte, machte Neumeier, der nach 18 Jahren Bürgermeister Manfred Rodde abgelöst hat, deutlich, wie er sein Amt angehen will. "Meine Handschrift ist sicher eine andere als die meines Vorgängers", gab er zu bedenken.

Auf dem Prüfstand

Sein Ziel sei es, nicht alles neu zu machen, vielmehr wolle er in den ersten Tagen und Wochen im Amt alles zunächst genau beobachten und gegebenenfalls herausarbeiten, abschaffen oder neu organisieren. Das erfordere "Mut und guten Zusammenhalt nach innen - also im Rathaus - und auch nach außen - hinein in die Gremien". Sehr fruchtbar und konstruktiv habe sich schon jetzt die Zusammenarbeit der Bürgermeister in der Verwaltungsgemeinschaft und der Geschäftsführung erwiesen. Man habe sich genau dieses "Neubewerten" der inneren Prozesse als oberstes Ziel gesetzt und sich einiges vorgenommen.

Neumeier verhehlte nicht, dass es im Marktrat nun ganz neue Mehrheitsverhältnisse gibt, an die sich alle erst gewöhnen müssten. "Über allem sollte jedoch ein kameradschaftlicher und fairer Umgang miteinander stehen, den ich mir an dieser Stelle von Herzen von Ihnen allen wünschen möchte", appellierte der Bürgermeister an die Fraktionen, um dann überzuleiten auf Arbeitsbedingungen, die sich dem Einfluss lokaler Politiker weitgehend entziehen: jene "unbekannte Gefahr, die man so nur aus Science-Fiction-Romanen kennt". "Wie tief sich die globale Pandemie und Covid-19 in unseren kommunalen Haushalt und unsere kommunalen Aufgaben hinein fräsen wird, weiß augenblicklich niemand vorherzusagen", warnte er und prophezeite einen Rekordhaushalt.

Ein anderer Rekord

"Diesmal ist es aber sicher nicht die Höhe des Haushalts, die rekordverdächtig sein wird, diesmal ist es der Haushalt mit rekordverdächtig vielen Unsicherheiten." Dabei gebe es eine lange To-do-Liste abzuarbeiten, von der Miesbergeallee bis hin zur Wasserversorgung. Es müsse gelingen, den Spagat zwischen Pflichtaufgaben, bereits begonnenen Aufgaben, freiwilligen Leistungen und lange gehegten Wünschen zu schaffen, meinte Neumeier und forderte eine gute Vorbereitung.

Strategie in Klausur

Der Bürgermeister bot an, die Strategie und Ausrichtung in einer gemeinsamen Klausurtagung zu entwickeln. "Wenn wir alle das gleiche Verständnis unserer Situation, unserer Chancen und Risiken sowie für unsere Prioritäten haben, dann können wir Schwarzenfeld gemeinsam voranbringen", so sein Credo.

Termine für die ersten Schritte stehen bereits fest: Am 25. Mai beschäftigt sich der Marktrat mit "akuten Themen", am 27. Mai ist VG-Versammlung, am 17. Juni steht die Verabschiedung ehemaliger Ratsmitglieder an. Die Besetzung der Ausschüsse und weiterer Gremien hatte der Marktrat bei der Sitzung am Mittwoch schon abgehakt.

Weiterer Bericht zur Marktratssitzung:

Schwarzenfeld
Besetzung der Gremien:

Besetzung der Gremien

Hauptausschuss: Gerhard Peter, Reinhard Meßmann (beide CSU), Markus Dorschner, Manfred Bäumler, Gabi Beck (alle Freie Wähler/ÜPW), Karlheinz Dausch (Siedler) und Rainer Hasenkopf (SWG).

Finanzausschuss: Gerhard Peter, Kilian Mauderer (CSU), Franz Eckert, Gabi Wittleben, Martin Bauer (Freie Wähler/ÜPW), Joachim Stammwitz (Siedler) und Georg Greger (SWG).

Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss: Manfred Kurz, Reinhard Meßmann (CSU), Franz Eckert, Bernd Stangl, Wolfgang Bäuml (Freie Wähler/ÜPW), Hans Peter Hierl (Siedler) und Rainer Hasenkopf (SWG).

Rechnungsprüfungsausschuss:Wolfgang Prebeck (Vorsitzender) Kilian Mauderer (CSU), Martin Bauer, Franz Eckert (Freie Wähler/ÜPW), Karlheinz Dausch (Siedler) und Georg Greger (SWG).

Gemeinschaftsversammlung: Peter Neumeier, Wolfgang Prebeck, Manfred Kurz, Susanne Lindner, Manfred Bäumler, Bernd Stangl, Joachim Stammwitz und Wolfgang Bäuml.

Zweckverband zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe: Peter Neumeier und Georg Greger.

Karl-Knab-Stiftung: Bürgermeister Peter Neumeier, Hubert Piehler, Gabi Wittleben, Rainer Hasenkopf und Joachim Stammwitz.

Wie tief sich die globale Pandemie und Covid-19 in unseren kommunalen Haushalt und unsere kommunalen Aufgaben hinein fräsen wird, weiß augenblicklich niemand vorherzusagen.

Bürgermeister Peter Neumeier

Bürgermeister Peter Neumeier

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