27.11.2019 - 11:12 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Braucht Deiselkühn Hochwasserschutz?

Das Wasserwirtschaftsamt gibt in einer Bürgerversammlung Auskunft und kommt zu einem klaren Ergebnis: In Deiselkühn bei Schwarzenfeld wäre der Aufwand für den Hochwasserschutz zu hoch in Relation zum Nutzen.

Bauoberrat Andreas Ettl (links) vom Wasserwirtschaftsamt Weiden informierte Deiselkühner Bürger über den aktuellen Stand der Planungen zum Hochwasserschutz rund um den Dorfbereich.
von Manfred BäumlerProfil

Das vielversprechende Programm zum "Naabtalplan", das im April 2017 von Umweltministerin Ulrike Scharf in Schwandorf vorgestellt wurde, veranlasst die Wasserwirtschaftsämter, sich mit Nachdruck dieser Thematik zu stellen. So ist insbesondere das WWA-Weiden mit der Planung für die Region seit Februar 2018 befasst. Durch das beauftragte Ingenieurbüro Winderl/Werner-Consult wurden im ersten Abschnitt mittels hydraulischer Berechnungen gefährdete Gebiete ermittelt.

Konkret hatte die Bürgerversammlung im Gasthaus Deml, zu der der Markt Schwarzenfeld und das Wasserwirtschaftsamt Weiden eingeladen hatten, den Hochwasserschutz in Deiselkühn im Fokus der Ausführungen. Vor einer "übersichtlichen Zuhörerschaft" mit knapp 20 Interessierten, vorwiegend aus dem Dorf selbst, erläuterte Bauoberrat Andreas Ettl vom WWA Weiden den aktuellen Sachstand für die Ortschaft selbst.

Angefangen von der Grundlagenermittlung bis hin zur Vermessung und weiter zur abgeschlossenen Vorplanung für Deiselkühn hat das Amt eine Basisstudie zum dortigen Überschwemmungsgebiet in ausführliche Berechnungen einfließen lassen. Das Ergebnis der aktuellen hydraulischen Berechnungen "HQ 100," der Erkenntnisse zum 100-Jährigen Hochwasser in besagter Region, lassen mehrere Varianten eines wirksamen Hochwasserschutzes zu.

Grundsätzlich gilt es, so Ettl, bei derartigen Planungen das Wohl der Allgemeinheit unter Abwägung wirtschaftlicher Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Da ländlich strukturiert und mit überwiegend landwirtschaftlich geprägter Bebauung ausgestattet, kommt der Experte des WWA zu der Erkenntnis, dass lediglich eine geringfügige Betroffenheit und keine Gefahr für Leben und bedeutende Sachwerte vorliegen.

Aktuellen Berechnungen zufolge ist im genannten Bereich um Deiselkühn und der Ortschaft selbst das Schadenspotenzial deutlich geringer als die Baukosten für einen sachgerechten Hochwasserschutz betragen würden. Etwa 1,7 Millionen Euro würde die gesamte Maßnahme mit diversen Vorrichtungen, wie Absperrmauerwerken oder Mauererhöhungen, an Ausgaben verursachen, so Andreas Ettl.

Somit kommt das WWA zur Erkenntnis, dass der Hochwasserschutz dort nicht weiter verfolgt werden muss. Da damit kein Vorteilsziehender vorhanden ist, entfallen auf den Markt für die Planung keinerlei Kosten.

Vorausschauend wird das Hochwasserrisiko gerade in Bezug auf Bautätigkeiten im festgesetzten Überschwemmungsgebiet als äußerst problematisch angesehen und zieht gar ein grundsätzliches Verbot nach sich.

Eine umfangreiche Diskussion über "vergammelte Fließgewässer" mit zunehmenden Verlandungen im Bereich von Naab und Schwarzach schloss sich an. Auch die Besonderheit der umliegenden Kiesweiher bei auftretenden Hochwassergefahren mit Erhöhung des Grundwasserspiegels sorgte für ausreichend Gesprächsstoff unter den Dorfbewohnern und anwesenden Markträten. Bürgermeister Manfred Rodde dankte für die informative Aufklärung zum Sachstand und verdeutlichte die grundsätzliche Wichtigkeit des Schutzes vor Hochwasser im gesamten Bereich von Naab und Schwarzach.

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