06.08.2021 - 14:19 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Evangelisches Pfarrhaus soll verkauft werden

Der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzenfeld stehen Umbrüche ins Haus. Sie betreffen den Gebäudebestand der Pfarrei, aber auch den Stellenplan. Die Kirche muss sparen.

Das Schild "Evangelisches Pfarramt" wird in absehbarer Zeit vom Pfarrhaus in Schwarzenfeld abgeschraubt. Das Gebäude soll nach dem Willen des Kirchenvorstands veräußert werden.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

In der neuen Ausgabe des "Gemeindebrief der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Schwarzenfeld–Nabburg–Pfreimd" lässt Pfarrerin Heidi Gentzwein die Katze aus dem Sack. Darin steht zu lesen, dass der Schwarzenfelder Kirchenvorstand den Verkauf des Pfarrhauses beschlossen hat. Es wurde 1963 errichtet und befindet sich auf dem Grundstück hinter der Christuskirche, unweit des Rathauses. Ein Wertgutachten sei in Auftrag gegeben worden, „wobei noch die kirchenaufsichtliche Genehmigung fehlt“, wie die Pfarrerin im Gespräch ergänzt. Das Pfarrhaus beherbergte über viele Jahre das Pfarrbüro sowie eine Wohnung, die ursprünglich für den Pfarrer gedacht war. Sie ist seit zwölf Jahren an eine Familie vermietet, die sich aber zwischenzeitlich mit dem Gedanken des Auszugs trägt.

Der Nabburg-Pfreimder Kirchenvorstand habe zugestimmt, dass das Schwarzenfelder Pfarramt künftig im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Nabburg (Obertor 4b) seine neue Heimat finde, hieß es. Pfarramtssekretärin Hannelore Blank werde dort voraussichtlich am Donnerstagvormittag anzutreffen sein. Hannelore Blank ist seit 5 Jahren Pfarramtssekretärin in der Kirchengemeinde Schwarzenfeld und seit 25 Jahren in der Kirchengemeinde Nabburg/Pfreimd. Pfarrerin Gentzwein, so versichert sie selbst, sei "weiterhin jederzeit telefonisch erreichbar". Sie sei auch bereit, eine Sprechstunde im Gemeindehaus in Schwarzenfeld anzubieten oder einen Hausbesuch zu machen.

Ein weiteres Problem quält nicht nur die Schwarzenfelder, sondern auch die anderen vier Gemeinden im östlichen Dekanat Sulzbach-Rosenberg. Der neue Landesstellenplan für die evangelische Kirche und der regionale Dekanatsausschuss, der zuletzt Ende Juli getagt hat, wollen eine Einsparung von 1,5 Stellen durchsetzen. Betroffen sind die Gemeinden Rieden, Schwandorf, Schwarzenfeld, Nabburg/Pfreimd und Oberviechtach.

In einem ersten Schritt treffen sich nun die Hauptamtlichen und Vertreter der Kirchenvorstände gemeinsam mit der Gemeindeakademie in Rummelsberg, um Lösungsmöglichkeiten zu finden. „Auch das Gespräch mit dem Dekanatsausschuss wird gesucht,“ versichert Pfarrerin Gentzwein. „Als erstes haben wir schon Protest eingelegt und auf die besonderen Probleme bei uns hingewiesen.“ Klar ist auch noch nicht, wie es weitergeht, wenn Pfarrerin Gentzwein (62) einmal in Ruhestand tritt. Möglicherweise fällt die Pfarrerstelle in Schwarzenfeld den Streichplänen zum Opfer.

Zumindest endet jetzt Gentzweins Vakanzvertretung für Nabburg und Pfreimd. Dort fängt Pfarrerin Barbara Hofmann neu an. Gottesdienst zu ihrer Einführung ist am Samstag, 11. September, um 15 Uhr.

Prognosen für die christlichen Kirchen klingen derzeit eher düster

Sulzbach-Rosenberg
Die Synode des evangelischen Dekanatsbezirks Sulzbach-Rosenberg (Bild) hat sich vor zwei Jahren konstituiert. Ihr Ausschuss hat nun Stellenkürzungen für die Kirchengemeinden im östlichen Dekanat beschlossen.
Hintergrund:

Seit 1962 Pfarrstelle, seit 1963 Pfarrhaus

  • Am 2. Mai 1962 beschloss die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern die Errichtung einer zweiten Pfarrstelle Nabburg mit Sitz in Schwarzenfeld.
  • Sie wurde mit Wirkung vom l. November 1962 dem Stadtvikar Hans Schrödl verliehen.
  • Anfänglich wohnte der neue Pfarrer im zweiten Stock eines neu erbauten Geschäftshauses, doch wurde bald der Bau eines Pfarrhauses notwendig, das am 27. Oktober 1963 seiner Bestimmung übergeben wurde.

"Wir haben Protest eingelegt und auf die besonderen Probleme bei uns hingewiesen."

Pfarrerin Heidi Gentzwein zu den Stellenkürzungen durch den Dekanatsausschuss

Pfarrerin Heidi Gentzwein zu den Stellenkürzungen durch den Dekanatsausschuss

 

 

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