28.08.2020 - 15:35 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

"Ewger Dank" für wundersame Rettung Schwarzenfelds

Das Votiv-Bild wurde inzwischen wieder an seinem alten Platz in der Miesberg-Kirche in Schwarzenfeld angebracht. Unser Foto zeigt (von links) Michael Scheuerer, Bürgermeister Peter Neumeier Peter, Restaurator Wolfgang Salomon und Peter Bartmann
von Externer BeitragProfil

Bei einer Besichtigung vor Ort in der Miesberg-Kirche mit der Vorstandsschaft des Vereins und den Patres vom Kloster wurden auf dem Bild zahllose Schimmelflecken festgestellt. Einhellig erging der Beschluss, hier sofort zu reagieren und den Auftrag für die Restaurierung des Bildes an den Diplom-Restaurator Wolfgang Salomon aus Regensburg zu vergeben, der bereits in den vergangenen Jahren für die Miesberg-Kirche und den Verein Arbeiten gemacht hat.

Das Votivbild zeigt eine sehr detailgetreue Darstellung der Belagerung von Schwarzenfeld vor 224 Jahren durch Franzosen und Österreicher. Im ersten Koalitionskrieg (1792-1797) gab es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen. Sie bildeten eine Serie von Konflikten, die ursprünglich durch die "Französische Revolution "hervorgerufen wurden. Das Jahr 1796 sollte in diesem Krieg das Schicksalsjahr für die Oberpfalz werden. Im August 1796 drangen die Franzosen in die Oberpfalz, nahmen die Stadt Amberg ein und verfolgten die österreichischen Truppen bis an die Naab. Der Feldzeugmeister Graf Wartensleben schlug sein Hauptquartier in Traunricht bei Schwarzenfeld auf.

Vom 21. bis 23. August 1796 standen die Franzosen bei Kögl Richtung Stulln am linken Flügel der Naab mit 37 000 Mann, während die Österreicher rechts der Naab mit 38 000 Mann auf der Linie Schwandorf in nächster Nähe aufmarschiert waren. Die Franzosen wollten den Übergang über die Naab erzwingen und auch den strategisch wichtigen Miesberg einnehmen, der vom österreichischen Feldmarschalleutnant Paul K. Kray gehalten wurde.

Am Abend des 23. Augusts bemerkte man vom Miesberg aus, dass die Franzosen in großer Eile den Rückzug antraten. Der Grund für diesen überstürzten Rückzug der Franzosen konnte man sich zunächst nicht erklären. Für die Schwarzenfelder Bevölkerung war der Abzug jedoch eine wundersame Errettung, und als Dank ließen diese vom Kallmünzer Maler Georg Hämmerl das Schlachtbild anfertigen mit der Inschrift "Ewger Dank sey Dir göttliche Dreyeinigkeit für unseren Schutz, für unsere Rettung 1796".

Das Wunder von Schwarzenfeld hatte aber damals einen militärischen Grund, nachdem Erzherzog Karl von Österreich den Franzosen bei Neumarkt eine Niederlage zugefügt hatte, fühlte sich der französische General Graf Jourdan von zwei Seiten bedroht und befahl den sofortigen Rückzug. Bei Amberg tobte dann am 24. August eine mörderische Schlacht mit unaufhörlich donnernden Kanonen, wo allein an diesem Tage die Franzosen 1800 Mann verloren.

Neben dem Votivbild hat der Heimat und Verschönerungsverein bereits die Nepomuk-Statue an der Naab, die Barbara-Kanzel am Miesberg, die einzige noch erhaltene Kreuzwegstation am Miesberg und die Kirchenbücher in Wölsendorf dauerhaft erhalten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.