Der katholische Pfarrer Heinrich Rosner hat diese Tage in seinem neuen Pfarrbrief die Richtung vorgegeben. Er hofft, dass ab nächster Woche wieder öffentliche Gottesdienste in der Marienkirche stattfinden können und weist darauf hin, dass bereits jetzt "alle, die die Kirche für einen kurzen Besuch betreten, die Absperrung jeder zweiten Kirchenbank bemerken werden". Mit dieser Absperrung und Klebepunkten auf den freien Bänken will man sicherstellen, dass sich bei der Messe nicht zu viele Menschen in der Kirche aufhalten. Um niemanden an der Kirchentüre abweisen zu müssen ist außerdem vorgesehen, dass sich die Gläubigen vor dem Messebesuch anmelden. Grundlage ist eine Vorschrift, die der Generalvikar der Diözese Regensburg, Michael Fuchs, jetzt erlassen hat. Darin heißt es: "Da eine Beschränkung unerlässlich ist, muss auf eine geeignete Festlegung der zur Teilnahme Berechtigten geachtet werden. Dies kann durch telefonische Anmeldung, Teilnahmekarten oder ähnliches erfolgen. Für Gläubige, die auf diese Weise nicht an der Sonntagsmesse teilnehmen können, sondern sich über Medien oder durch persönliches Gebet mit der Sonntagsmesse verbinden, gilt die Sonntagspflicht als erfüllt."
Begleitung in der Kirche
In Schwarzenfeld soll bei jedem katholischen Gottesdienst ein Team da sein, das den Gläubigen unterstützend zur Seite steht: "So werden Sie gemäß den neuen Regelungen begleitet, einen für Sie passenden Sitzplatz - in Abstand zu finden. Ein mitgebrachter Mundschutz wird wohl auch da selbstverständlich sein."
Nicht geöffnet wird die Filialkirche in Wölsendorf - sie ist zu klein für die Vorgaben, die einen Mindestabstand von zwei Metern nach allen Richtungen (außer zwischen Personen eines gemeinsamen Haushalts) und einen Abstand von mindestens vier Metern zwischen Pfarrer und Gottesdienstteilnehmern - mit Ausnahme der Kommunionspendung - vorsehen.
Für Pfarrerin Heidi Gentzwein, deren evangelische Christuskirche in Sichtweite zum katholischen Gotteshaus steht, ergeben sich ähnliche Probleme. Wie diese Woche bei einer digitalen Pfarrkonferenz besprochen worden sei, werde das gottesdienstliche Angebot wohl erst mit dem 17. Mai anheben. Der Sonntag davor ginge wohl auch, scheide aber aus bestimmten Gründen aus: "Der 10. Mai ist nämlich der Sonntag Kantate". Der ist bei den Evangelischen traditionell dem Kirchenlied und der Kirchenmusik gewidmet, meist auch mit Ehrungen von Gemeindemusikern, und die Pfarrerin fände es " pervers, ihn zu feiern, aber dabei nicht singen zu können". Bei diesem Thema weist im übrigen auch die katholische Seite ihre ganz deutlichen Vorgaben auf. "Der Volksgesang sollte aufgrund des erhöhten Partikelausstoßes beim Singen stark reduziert werden. Chorgesang ist nicht möglich", hat Generalvikar Fuchs angewiesen.
Ein großes Problem sind auch die Feste - etwa die Erstkommunionen auf der einen, die Konfirmationen auf der anderen Seite. Ganz abgesehen von ungewissen Terminen und dem fehlenden Platz in den Kirchen können die Familien derzeit auch nach dem Festgottesdienst nicht miteinander essen gehen.













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