Herbstbauernmarkt in Schwarzenfeld lässt keine Wünsche offen

Schwarzenfeld
09.10.2022 - 18:45 Uhr

Nach zweijähriger Pause öffnet der Herbstbauernmarkt wieder seine Pforten im Sportpark in Schwarzenfeld. Geschätzte 3000 Besucher freuen sich über das reichhaltige Angebot an regionalen Spezialitäten.

Der Oktober beendet traditionell die Erntezeit in der Landwirtschaft. Für die IG Landwirtschaft und ihre Direktvermarkter ist dann der richtige Zeitpunkt gekommen, ihre regionalen Erzeugnisse einem breiten Publikum anzubieten und es von deren Qualität und Schmackhaftigkeit zu überzeugen. Die passende Plattform dafür bietet der Herbstbauernmarkt.

Für IG-Vorsitzenden Hubert Piehler und seinen zahlreichen Helfern ist es immer schweres Stück Arbeit, bis alle 50 Direktvermarkter aus der Region ihren Stellplatz haben. „Der Kunde lernt den Erzeuger und seine Produkte kennen und weiß so, wer dahinter steht“, ist für Hubert Piehler der signifikante Vorteil des Herbstbauernmarktes. „Wenn der Kunde überzeugt und zufrieden ist, hat sich der Aufwand gelohnt.“

Landwirtschaft kein "Klimakiller"

In den Herbstmarkt ist traditionell das Kreiserntedankfest des Bayerischen Bauernverbandes eingebunden. Dieses begann mit einem Festgottesdienst im Sportpark den Pfarrvikar, Pater Sebastian, zelebrierte. Die musikalische Umrahmung hatte der Landfrauenchor aus Schwandorf übernommen. An den Gottesdienst schloss sich ein Rundgang mit den Ehrengästen an, der die Vielfalt der Produkte und auch das handwerkliche Können einiger Kunsthandwerker vor Augen führte. „Wer auf die Produkte aus der Region setzt, der sorgt für den Erhalt von bäuerlichen Betrieben in der Region, unterstützt dabei eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft vor Ort und setzt sich gleichzeitig für ein gutes Klima ein“, leitete Kreisobmann Josef Irlbacher auf den diesjährigen Schwerpunkt „Landwirtschaft und Klimawandel“ über, den Schüler des Beruflichen Bildungszentrums Neunburg vorm Wald ausgearbeitet und vorgestellt haben.

Anhand verschiedener Schautafel widerlegten sie die zu Unrecht verbreitete These, dass die Landwirtschaft ein „Umweltkiller“ sei. Die Treibgasemission der deutschen Landwirte ist von 89,9 Millionen Tonnen Co2 im Jahre 1990 auf 68 Millionen Tonnen im Jahr 2020 gesunken. Dies entspricht einem Anteil von 8,4 Prozent. Davon sind 34,2 Millionen Tonnen auf die Rinderhaltung zurückzuführen, stand darauf zu lesen.

Markt ist weggebrochen

Das schwierige Umfeld bereitet den angehenden Jungbauern große Sorgen. „Praxisferne Vorschriften sind der Tod vieler kleinerer Betriebe“, lautete einer der Vorwürfe der Jungbauern. Auch in der Biolandwirtschaft sehen sie kein Allheilmittel. „In der momentanen Situation können die etwas teuren Produkte nur schwer an den Kunden gebracht werden. Der Markt dafür ist weggebrochen“, so die Aussage der Jungbauern.

Nach so viel Wissenschaft sollte auch der Gaumen zu seinem Recht kommen. Hier ließ das Angebot keine Wünsche offen. Vom Gemüse über Obst, Fisch oder Fleisch in vielen Variationen reichte das Angebot. Gerade zur Mittagszeit wurde davon reger Gebrauch gemacht. Wer dagegen mehr den süßen Leckereien den Vorzug gab, fand an den Kuchentheken reichlich Auswahl. „Durch den Kauf von heimischen Produkten werden kurze Wege genutzt und aktiv Co2 eingespart“, ergänzte Kreisbäuerin Sabine Schindler, die sich zusammen mit den Landfrauen im BBV mit vielen Projekten und Aktionen beim Erzeuger-Verbraucher-Dialog einbrachte.

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