Schwarzenfeld
07.10.2022 - 14:40 Uhr

Der Herr des Schwarzenfelder Wassers

"Ein Wasserwart ist man 365 Tage im Jahr. Wenn die Leute ein Problem haben, muss man da sein." Der das sagt, weiß wovon er spricht. Georg Greger ist seit 35 Jahren der "Herr des Schwarzenfelder Wassers".

Wasserwart Georg Greger am Dienstfahrzeug: Sauberes Trinkwasser für Schwarzenfeld ist Aufgabe und Verpflichtung zugleich. Für Greger seit 35 Jahren. Bild: Thomas Dobler
Wasserwart Georg Greger am Dienstfahrzeug: Sauberes Trinkwasser für Schwarzenfeld ist Aufgabe und Verpflichtung zugleich. Für Greger seit 35 Jahren.

Die Schwarzenfelder Trinkwasserversorgung steht vor großen Veränderungen. Zum Beispiel soll ein neues Wasserwerk gebaut werden, nördlich von Wohlfest. Dort ist auch der neue Tiefbrunnen V, der dann gleich dieses Versorgungsbauwerk beliefern kann. Gleichzeitig wird der Hochspeicher des Marktes vergrößert, was der Versorgungssicherheit auch in Krisen und dem Brandschutz dient; so steht mehr Löschwasser zur Verfügung. Intensiv begleitet werden diese Veränderungen durch Wasserwart Georg Greger. Zum einen natürlich aus beruflichen Gründen. Aber Greger sitzt seit zwei Jahren auch im Marktrat, wo solche Großprojekte entschieden und auf den Weg gebracht werden.

Erste Leitung in Traunricht

Gelernt hat der heute 57-jährige Greger eigentlich den Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs bei der Schwarzenfelder Firma Kutscher. "Damals habe ich auch meine erste Wasserleitung verlegt. Das war in der Regensburger Straße, 600 Meter in Richtung Traunricht." Dabei hat er den zuständigen Schwarzenfelder Wasserwart Ernst Römelt kennengelernt. 1987 wechselte Greger selbst in den öffentlichen Dienst und begann, im Wasserwerk zu arbeiten.

Römelt arbeitete ihn ein und baute ihn zum Nachfolger auf. Auf den Nachfolger kam dann gleich eine Riesenaufgabe zu: Die Integration der Gemeinde Stulln in die Schwarzenfelder Wasserversorgung. "Die wurden 1990 unser Wassergast und in diesem Zusammenhang wurde auch das heutige Wasserwerk errichtet." Es steht im Schatten des Miesbergs, an der Äußeren Ringstraße - und ist mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen.

Im Blaumann vor dem Monitor

Der nächste Entwicklungsschritt in der Wasserversorgung war die Installation eines Prozessleitsystems in den Jahren nach 2000. Von seinem Büro im ersten Stock des Wasserwerks kann Greger seither mithilfe des Computers exakt verfolgen, wie die einzelnen Komponenten von Wasserförderung, -aufbereitung und -verteilung arbeiten - und gegebenenfalls eingreifen. Anders als ein üblicher Büroangestellter sitzt Greger aber nicht im Anzug, sondern im Blaumann vor dem Monitor. Denn seine Tätigkeit erschöpft sich nicht in der Fernkontrolle. Immer wieder muss er raus und dort anpacken. Wasserproben sind fällig, Leitungsbau steht an, Rohrbrüche sind zu beheben, die große Anlage ist instand zu halten.

Im Blick hat Greger besonders die fünf Brunnen, die aus der Bodenwöhrer Senke das Rohwasser für Schwarzenfeld fördern. Zwei davon sind Flachbrunnen in der Nähe des Wasserwerks. Sie machen es wegen Umweltauflagen (mögliche Gefahr von Nitratverschmutzung) vielleicht nicht mehr lange. Aus ihnen fließen derzeit aus nur neun Metern Tiefe je rund 20 Liter Wasser in der Sekunde. Die großen Mengen liefern hingegen zwei Tiefbrunnen im Raum Wohlfest – jeder bringt in der Sekunde 60 Liter. Die Krönung wird der neue Brunnen V. "Er ist schon gebohrt," weiß Greger. 90 Liter Wasser in der Sekunde bringt diese Quelle.

Neue Puffer gegen Krisen

Auch der heiße Sommer 2022 konnte die Schwarzenfelder Wasserversorgung nicht ernstlich gefährden, ist Greger dankbar. Neue Puffer (Brunnen V, erweiterter Hochspeicher) machen es noch unwahrscheinlicher, dass sich krisenhafte Zuspitzungen ereignen. Dazu kommt, dass der Großverbraucher Molkerei derzeit einen eigenen Brunnen erschließen will, um sich unabhängiger zu machen. "Aber, was wir jetzt wirklich brauchen, ist ein nasser Winter, so dass sich er Grundwasserspiegel erhöht," wünscht sich der Wasserwart.

Seit einigen Wochen hat Georg Greger einen weiteren Wasserwerker an seiner Seite. Es ist Thomas Schramm und in diesem Fall arbeitet Greger den Neuen ein und baut ihn zu seinem Nachfolger auf. Einige Jahre will der Wasserwart zwar noch machen, aber der Renteneintritt ist absehbar. Dann übergibt der "Herr des Schwarzenfelder Wassers" den Stab an einen Jüngeren: "Mein Ziel ist, trotz aller Herausforderungen alles geordnet zu übergeben."

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Schwarzenfeld10.06.2022
Hintergrund:

Schwarzenfelder Wasser

  • Gründung: Erstes Schwarzenfelder Wasserwerk an der Sandstraße. Es lieferte am 28. Juli 1933 zum ersten Mal Trinkwasser.
  • Versorgung: Fünf Brunnen aus der Bodenwöhrer Senke.
  • Fördermenge 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser wurden den Brunnen entnommen, 900 000 Kubikmeter abgerechnet. Der Rest wurde für andere Zwecke benötigt (Löschwesen, Spülungen im System).
  • Großabnehmer: Naabtaler Milchwerke.
  • Preis: Pro Kubikmeter derzeit 93 Cent.
 
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