25.10.2019 - 12:34 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Horrorszenario mit sechs "Verletzten"

Bei einer Großübung auf dem Gelände des Milchhofes wird der Ernstfall geprobt. Wehren und Rettungskräfte arbeiten Hand in Hand.

von Manfred BäumlerProfil

Mit einem Großaufgebot sind Feuerwehren und Rettungskräfte am späten Mittwochnachmittag mit Blaulicht in Richtung Milchhof unterwegs. In Schwarzenfeld stockt der Verkehr kurzfristig, Fußgänger stehen teils ahnungslos am Straßenrand.

Dabei wurde sie öffentlich angekündigt, die Großübung auf dem Betriebsgelände der Naabtaler Milchwerke. Ausgelöst durch einen fingierten Brandmeldealarm rückt zunächst die Schwarzenfelder Wehr aus. Schnell wird klar, dass aufgrund des großen Schadenszenarios durch Nachforderung weitere Einsatzkräfte durch die Leitstelle nachalarmiert werden müssen. Daraufhin rücken die Wehren aus Frotzersricht, Stulln, Wölsendorf, Schmidgaden, Dürnsricht und die Schwandorfer Wehr mit Drehleiter zum Werksgelände aus. Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes, Bereitschaft Schwarzenfeld und der Johanniter ebenfalls vom hiesigen Ortsverband, sind in den Übungsablauf mit eingebunden.

"Über fünf vermisste Personen"

Schließlich lautet die erste Meldung über fünf vermisste Betriebsangehörige im Bereich des betroffenen Technikgebäudes auf dem Werksareal. Eine explosionsartige Verpuffung mit starker Rauchentwicklung wird als Ursache erkannt. Über dreißig Helfer der beiden Hilfsorganisationen mit sechs Fahrzeugen sind auf das Schlimmste vorbereitet.

Der Kommandant der Feuerwehr Schwarzenfeld, Stefan Sattich, hatte die Einsatzleitung inne. Es galt zunächst, die anfängliche Chaosphase in den Griff zu bekommen, was durch klar definierte Kommandos und hohen Wissensstand der Einsatzkräfte rasch umgesetzt wurde. Zunächst konnten vier teils "schwer Verletzte" unter Einbezug der Atemschutzträger aus dem verqualmten Gebäude gerettet werden. Kurze Zeit später der erneute Hinweis eines Milchhofangestellten: "Mir fehlen noch zwei meiner Leute". Auch diese konnten gerettet werden.

Für René Guhl, Geschäftsführer der Privatmolkerei Bechtel, bedeutet diese Übung einen wichtigen Schritt zur Betriebssicherheit. "Die Unversehrtheit meiner Mitarbeiter hat für mich oberste Priorität", betont Guhl und lobt das erfolgreiche Miteinander Hilfskräfte. Für diese sei vor allem eine gewisse Ortskenntnis im Werksbereich unabdingbar.

Zwei Stunden und 200 Helfer

Werksleiter Stefan Zimmermann dankte nach gut zwei Stunden Übung den fast zweihundert Einsatzkräften für ihre Übungsbereitschaft. Kreisbrandmeister Josef Lingl, sowie zweiter Kommandant Christian Sander, dessen Aufgabe es war, die Übung in allen Phasen vorzubereiten, waren vom Erfolg der Großübung überzeugt und kündigten an, die gewonnen Erkenntnisse bei einer Nachbesprechung zu vertiefen.

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