Schwarzenfeld
28.02.2020 - 14:32 Uhr

Immer weniger Schweine in den Ställen

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern rechnet mit sinkenden Schweine-Beständen auf den Bauernhöfen. Der deutsche Markt profitiert derzeit vom Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in China.

Am Freitag tagte die Erzeugergemeinschaft Südbayern in Schwarzenfeld. Das Bild zeigt von links: Die Vertreter Johann Böhm, Herbert Obermeier und Anton Scherr, den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Wagner, den Vorstandsvorsitzenden Hans Auer, Landrat Thomas Ebeling, Vorstandsmitglied Willi Wittmann, Vertreter Christian Lommer, Geschäftsstellenleiter Peter Nißl und Vertreter Ralf Schieder. Bild: Hirsch
Am Freitag tagte die Erzeugergemeinschaft Südbayern in Schwarzenfeld. Das Bild zeigt von links: Die Vertreter Johann Böhm, Herbert Obermeier und Anton Scherr, den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Wagner, den Vorstandsvorsitzenden Hans Auer, Landrat Thomas Ebeling, Vorstandsmitglied Willi Wittmann, Vertreter Christian Lommer, Geschäftsstellenleiter Peter Nißl und Vertreter Ralf Schieder.

Die Schweinemäster und Ferkelerzeuger müssen sich auf rückläufige Erträge einstellen. "Die Zeit des Wachstums ist vorbei", ist Hans Auer überzeugt. Der Vorstandsvorsitzende der Erzeugergemeinschaft Südbayern geht davon aus, "dass sich die Schweinebestände auch im Landkreis Schwandorf weiter reduzieren werden".

Die frühere Erzeugergemeinschaft für Ringferkel in der Oberpfalz schloss sich vor fünf Jahren der Erzeugergemeinschaft Südbayern mit Sitz in Pocking an. Dem 8000 Mitglieder zählenden Dachverband gehören 135 Ferkelerzeuger aus der Oberpfalz an, von denen aktuell 95 an die Erzeugergemeinschaft liefern. Sie trafen sich am Freitag zur Bezirksversammlung in der Miesberg-Gaststätte. Das niederbayerische Unternehmen vermarktete im vergangenen Jahr 1,25 Millionen Schlachtschweine, 1,3 Millionen Ferkel, 72 000 Schlachtrinder und 58 000 Kälber.

Vorstandsvorsitzender Hans Auer wertet die Zahlen als Beweis, "dass die Genossenschaft ihre Marktposition trotz des gesellschaftlichen und politisch turbulenten Umfeldes auf stabilem Niveau behaupten konnte". Doch in Zukunft rechnet er mit "einer deutlichen Reduzierung der Produktion". Und dies aus zweierlei Gründen: Zum einen verändere sich das Ernährungsverhalten der Verbraucher, "die weniger Fleisch essen". Zum anderen zwinge der Gesetzgeber mit seinen Verordnungen und Auflagen immer mehr Betriebe zur Aufgabe.

Vorstandsmitglied Willi Wittmann erklärte "das aktuell erfreuliche Marktgeschehen im Ferkel- und Schweinebereich" mit den Ereignissen in China. Im "größten Schweineproduktionsland der Welt" seien 200 Millionen Tiere Opfer der afrikanischen Schweinepest geworden. Vom Sog steigender Nachfrage aus China habe die Erzeugergemeinschaft profitiert. Im Inland ging der Absatz von Schweinefleisch dagegen um 8,2 Prozent zurück. Den Trend belegte Wittmann mit Daten: "In den letzten 30 Jahren ging die Zahl der Schweine in Bayern um ein Drittel zurück". Von den ehemals 92 000 schweinehaltenden Betrieben seien noch "bescheidene 4500" übrig geblieben. Die Schuld für diese Entwicklung geben die Erzeuger dem Gesetzgeber, der ihnen immer mehr Auflagen aufbürde. Was die Schweinemäster und Ferkelerzeuger derzeit noch bei der Stange halte, seien die Erlöse. Wittmann rechnet auch in Zukunft mit "erfreulichen Ferkel- und Mastschweinepreisen". Zuversichtlich stimme ihn auch das Gefühl, "dass die Verbraucher den Bauern zuhören und den Dialog mit ihnen suchen".

Die Oberpfälzer Ferkelerzeuger stellen vier Mitglieder in der Vertreterversammlung der Erzeugergemeinschaft Südbayern. Dies sind Herbert Obermeier aus Stulln, Johann Böhm aus Sinzing, Christian Lommer aus Geigant und Ralf Schieder aus Kirchendemenreuth. Sie wurden bei der Mitgliederversammlung erneut berufen.

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