Voraussichtlich Mitte des Jahres werden die Vorgaben des neuen evangelischen Landesstellenplans erfüllt. Danach haben die Kirchengemeinden Nabburg und Pfreimd auf der einen Seite, sowie Schwarzenfeld auf der anderen nur noch je eine halbe Pfarrstelle.
Der Kirchenvorstand Schwarzenfeld hat zwischenzeitlich zugestimmt, dass der in Schwandorf lebende Diakon Jürgen Weich (54) die halbe Pfarrstelle Schwarzenfeld übernimmt "und ist sehr froh über diese Lösung", wie Pfarrerin Heidi Gentzwein im aktuellen "Gemeindebrief" der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld versichert. Die Pfarrerin selbst, die in diesem Tagen ihren 65. Geburtstag feiern kann, wird den Diakon mit einer halben Stelle bis zu ihrer Pensionierung Mitte 2025 noch unterstützen.
Drei Gemeinden, eine Pfarrei
Jürgen Weich hat vor einem dreiviertel Jahr bereits die Verantwortung für die beiden Kirchengemeinde Nabburg und Pfreimd übernommen, nachdem es dort eine Vakanz gegeben hatte. Pfarrerin Barbara Hofmann hatte sich nämlich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen müssen.
Ausgemacht ist, dass die Gemeinden Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld eigenständige Kirchengemeinden bleiben. Als solche sind sie Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie haben aber bald gemeinsam eine Pfarrstelle mit Jürgen Weich an der Spitze und bilden somit eine Pfarrei als Verwaltungseinheit – und sie verfügen bald über einen gemeinsamen Kirchenvorstand. Denn laut Pfarrerin Gentzwein haben die Kirchenvorstände Nabburg/Pfreimd und Schwarzenfeld beschlossen, dass ab der bevorstehenden Wahl im Oktober 2024 ein gemeinsamer Kirchenvorstand gebildet werden soll.
Etwas Personalreserve da
Das im Herbst neu zu wählende Kirchenvorstandsgremium hat weniger Mitglieder und braucht deshalb auch weniger Kandidaten, als für zwei getrennte Kirchenvorstände nötig wären. "Das entlastet uns alle in den Zeiten knapper werdender personeller Ressourcen. Denn bei weiter getrennten Gremien 20 Ehrenamtliche finden zu müssen, die bereit sind, sich zur Wahl zu stellen: Das würde uns doch mit einiger Sorge erfüllen", so Diakon Jürgen Weich, der ab Juli 2024 für alle drei Kirchengemeinden zuständig ist.
Wie es hieß, sollen die Gottesdienste, egal ob Früh- oder Spätgottesdienst, wieder als vollständige Hauptgottesdienste mit nur einer Lesung gefeiert werden. Pfarrerin Gentzwein und Diakon Weich können dabei auf zwei Prädikanten zählen, beide aus Pfreimd: Angi Hirmer und Rolf Linke. Dass Jürgen Weich perspektivisch darauf hofft, dass Heidi Gentzwein nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst noch hin und wieder als Ruhestandspfarrerin tätig ist, daraus macht er kein Hehl. Auch die frühere Nabburger Pfarrerin Babara Hofmann gehört ins Personal-Kalkül des Diakons – lebt sie doch noch in der Stadt Nabburg. Ebenfalls im Stadtgebiet von Nabburg, wenn auch in einem der umliegenden Dörfer, wohnt die kurzzeitig in Schwandorf tätige Pfarrerin Stefanie Kleierl. Möglicherweise kann auch sie für Gemeindedienste im Raum Nabburg, Pfreimd und Schwarzenfeld gewonnen werden.
Schmerzhafte Austritte
Das Thema der Konzentration von Angeboten und Einrichtungen bewegt auch die den drei Kirchengemeinden übergeordnete Stelle, das Dekanat. Das war bislang in Sulzbach-Rosenberg beheimatet, aber mit dem kürzlichen Ausscheiden von Dekan Karlhermann Schötz ändert sich auch hier die Lage – es wird im großen Stil vereinigt. „Ich denke, dass der Weg zur Vereinigung der Dekanatsbezirke Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden ein zukunftsfähiger Weg ist“, gab Schötz bei seinem Abschied noch zu verstehen.
Für den Dekan im Ruhestand ist klar: „Die momentane Lage unserer Kirche ist nicht einfach. Mich schmerzen die vielen Kirchenaustritte. Sie werden nicht nur unsere Kirche verändern, sondern auch unsere Gesellschaft.“ So werde möglicherweise das ehrenamtliche Engagement nachlassen und Kirche sich aus manchen Arbeitsfeldern zurückziehen müssen. „Darum bitte ich, bleiben Sie Ihrer Kirche verbunden. Unsere Kirche hat eine Verheißung, das lässt mich zuversichtlich in die Zukunft blicken“, versicherte Schötz.
Zur Person: Diakon Jürgen Weich
- Alter: 54 Jahre
- Herkunft: Gebürtiger Oberfranke, lebt seit zwei Jahrzehnten in Schwandorf, wo er bis 2023 in einem Pfarreiteam als Diakon tätig war.
- Zuständig: Seit Juli 2023 für die Kirchengemeinden Nabburg und Pfreimd, ab Mitte 2024 auch für Schwarzenfeld.
- Selbstbezeichnung: "Naabtal-Diakon".
























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