Grundlage für die Diskussion war ein Bericht über den Jahresabschluss 2017 der kommunalen Wasserversorgung von Schwarzenfeld. Die Zahlen klangen zunächst einmal recht gut. Die Bilanz 2017 weist nämlich eine Summe von 4,3 Millionen Euro aus – im Jahr zuvor waren es noch ein bisschen mehr als vier Millionen gewesen. Das entspricht einer Steigerung um 290 711 Euro. „Der Jahresgewinn für das Jahr 2017 ist um 52 153 Euro auf 252 792 Euro gestiegen“, verdeutlichte Kämmerer Thomas Krapf den Markträten.
Die verrechnete Wassermenge stieg im Jahr 2017 um sieben Prozent auf 1 624 200 Kubikmeter. „Die Mengensteigerung ist auf die Weiterverteiler und den Großabnehmer Milchwerke zurückzuführen“, erläuterte Krapf. Die Umsatzerlöse bei der Wasserlieferung seien aufgrund der Gebührensenkung zum 1. Januar 2017 nur um 2600 Euro gestiegen. Insgesamt seien die Betriebserträge leicht auf 1,086 Millionen Euro gestiegen. Durch die gute Ertragslage wurde die Konzessionsabgabe 2017 mit 33 500 Euro vollständig angesetzt.
Die betrieblichen Aufwendungen verminderten sich im Jahr 2017 um leicht auf 833 600 Euro. „Durch geringere Reparaturmaßnahmen am Leitungsnetz haben sich der sonstige Materialverbrauch und die bezogenen Leistungen deutlich reduziert“, so der Kämmerer. Aufgrund des verbesserten Betriebsergebnisses – höhere Betriebserträge bei niedrigeren Betriebsaufwendungen – nahmen die Ertragssteuern um 18,6 auf 88 4000 Euro zu.
„Durch die weiterhin gute Ertragslage ergab sich eine Belastung mit Körperschaftssteuer in Höhe von 53 200 und mit Gewerbesteuer von 35 200 Euro,“ berichtete Krapf. Die Eigenkapitalquote sei mit verbesserten 93,7 Prozent weiterhin günstig. Der Kämmerer warnte trotzdem: „In den nächsten Jahren sind enorme Investitionen in die Wasserversorgung nötig, die das Jahresergebnis zukünftig belasten werden.“
Beim rechnerischen Wasserverlust ergebe sich ohne die Mengen des Großabnehmers ein „überhöhter Wasserverlust von 21 Prozent der Restanlieferung“. Das ließ Peter Neumeier (ÜPW) aufhorchen. Er zeigte sich besorgt über den enormen Verlust an Trinkwasser. „Das Leitungsnetz macht uns hier und da Probleme, die müssen wir finden,“ forderte der Zweite Bürgermeister daher. Beunruhigend fand er auch, dass die Abnahmemenge um sieben Prozent angestiegen war. „Auch dieses Thema müssen wir angehen,“ urteilte Neumeier und bezog sich damit auch auf die Notiz des Kämmerers, dass in den nächsten Jahren enorme Investitionen nötig seien.
Was den Wasserverlust in den Rohren anbelangt, so wies Bürgermeister Manfred Rodde darauf hin, dass der Markt vor Jahren schon einmal das Problem angegangen sei und eine Fachfirma mit der Untersuchung des Grundes für die Verluste beauftragt habe. „Die haben aber nichts gefunden,“ betonte Rodde. Er mutmaßte, „dass das vielleicht keine Verluste sind, sondern Rechenfehler“. Dafür gebe es Anhaltspunkte. An Rohrbrüchen könne es nämlich auch nicht liegen.
Manfred Kurz von der CSU und Reinhard Meßmann (CWG) schossen sich auf einen anderen Aspekt ein. Nachdem Kämmerer Krapf darauf hingewiesen hatte, dass 172 000 Euro, die eigentlich für Investitionen gedacht waren, nicht ausgegeben wurden, gab es Kritik von den beiden Räten. „Das Geld hätten wir ausgeben müssen, dann hätten wir keine Steuern zu zahlen“, monierten sie und wiesen auf Kanalarbeiten hin, die man damit hätte bezahlen können.
Der Jahresabschluss 2017 der kommunalen Wasserversorgung weist eine Bilanzsumme in Höhe von 4 329 512 Euro und einen Jahresgewinn von 252 792 Euro aus. Der Gewinn wird, wie die Vorjahresgewinne, den Rücklagen zugeführt.













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