30.09.2020 - 14:57 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Markt Schwarzenfeld investiert in Öko-Strom

Der Markt Schwarzenfeld ist beinahe ein weißer Fleck, wenn es um regenerative Energien geht. Das soll sich ändern. Der Marktrat billigte eine wichtigen Schritt dazu.

Die Grund- und Mittelschule Schwazenfeld wird saniert. Auf die Dachflächen sollen Photovoltaikanlagen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Markt will sich beim Thema "erneuerbare Energien" stärker engagieren. "Schwarzenfeld ist da ein weißer Fleck. Wir haben uns im Wahlkampf alle auf die Fahnen geschrieben, dass wir da mehr tun wollen", sagte Bürgermeister Peter Neumeier (ÜPW) am Montag in der Marktratssitzung in der Mehrzweckhalle. Sein Vorschlag deshalb: Der Beitritt der Kommune zur "Bürgerenergie-Genossenschaft mittlere Oberpfalz" (Bemo).

Neumeier stellte dem Marktrat die Genossenschaft vor, die derzeit von rund 340 Mitgliedern getragen wird. 5668 Anteile im Wert von je 500 Euro sind gezeichnet. Die Bemo ist Ergebnis des Agenda-Prozesses und wurde 2011 aus der Taufe gehoben. Sie betreibt Photovoltaik-Anlagen unter anderem bei Perschen, Schmidgaden und in Oberviechtach und ist an Windkraftanlagen beteiligt. Die Bemo wird von Ingenieur Ernst Bräutigam (Nabburg) geführt, Aufsichtsratsvorsitzender ist Altbürgermeister Arnold Kimmerl (Pfreimd). "Das sind alles Leute, die man kennt," sagte Neumeier.

Auf Schuldächer

Der Beitritt Schwarzenfelds könnte für Markt und Genossenschaft zum Gewinn werden: Die Marktgemeinde will fünf der sechs Dachflächen der Grund- und Mittelschule zur Verfügung stellen, die für eine Photovoltaik-Anlage geeignet wären. "Wir sind schon etwas in Vorleistung gegangen und haben die nötigen Dachfenster auf die Nordseite gelegt", sagte der Bürgermeister.

Vorteil für den Markt: Einerseits gäbe es Pachteinnahmen für die Dachnutzung. Andererseits könnte überschüssiger Strom, der nicht ins Netz eingespeist und vergütet werden kann, direkt an der Schule verbraucht werden. Als Beispiele führte Neumeier die Mensa und die Lüftungsanlagen an. Planung, Investitionskosten, Verwaltung: Für den Markt entstehen dafür keine Kosten, außerdem rechnet Neumeier mit Gewerbesteuereinnahmen. Außerdem werde für Bürger die Möglichkeit die geschaffen, sich finanziell zu beteiligen. Bisher zahlte die Bemo drei Prozent Dividende. Wer will, kann Bemo-Strom auch kaufen: Im Zusammenarbeit mit dem Bayernwerk bietet die Bemo die Stromversorgung in einem eigenen Tarif an. "Ich bin ab nächster Woche Bemo-Kunde", warb der Bürgermeister.

Noch in diesem Jahr

"Es ist längst an der Zeit, dass wir da was tun. Das ist eine gute Sache", plädierte Bernd Stangl (ÜPW) für einen Beitritt zu der Genossenschaft. Das Projekt solle, wenn alles klappt, noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, antwortete Neumeier auf eine Frage von Manfred Bäumler (ÜPW). Karlheinz Dausch (Siedler) signalisierte Zustimmung, nannte den Einstig einen "Fingerzeig in das ökologische Wirtschaften".

Der Marktrat billigte einstimmig den Beitritt zur Bemo. Die Kommune wird Anteile zeichnen und der Bürgermeister einen Realisierungs- und Pachtvertrag für das Schuldach aushandeln. "Das wird so, dass es für beide Seiten passt," gab sich Neumeier überzeugt.

Weiterer Kredit für Schule

Die Schule war gleich nochmal Thema in der Sitzung: Der Marktrat beschloss, einen weiteren Kredit über 400000 Euro für die Generalsanierung aufzunehmen. Die Ermächtigung dazu ist bereits im Haushalt festgelegt. Für die Generalsanierung ist insgesamt ein Förderkredit von 2,675 Millionen Euro veranschlagt, der mit dieser letzten Tranche ausgeschöpft ist. Die Kommune kann mit Tilgungszuschüssen von bis zu 307400 Euro rechnen, Zinsen werden aktuell nicht fällig.

Bemo verkauft lokalen Öko-Strom

Nabburg
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