20.09.2019 - 14:06 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

PV-Anlage-Kögl nimmt Gestalt an

Die Bauleitplanung für die „PV-Anlage Kögl“ ist ein weiteres Stück voran gekommen. Die vorgebrachten Einwendungen im Rahmen der Behörden- und Bürgerbeteiligungen haben nur geringen Einfluss auf den weiteren Verlauf.

Auf einem Feld 650 Meter westlich von Kögl , in der Nähe der Bahnstrecke Schwarzenfeld-Buchtal, soll die "PV-Anlage Kögl" errichtet werden.
von Richard BraunProfil

Der Markt Schwarzenfeld beabsichtigt durch die Auswahl passender Flächen, den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern. Entsprechend wurde im März diesen Jahres der Antrag der Firma Voltgrün auf Errichtung einer Freiflächenvoltaikanlage in der Gemarkung Frotzersricht Fl.Nr. 537 bekannt gegeben und die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans "PV-Anlage Kögl" beschlossen. Das Aufstellungsverfahren erfolgte parallel zur Änderung des Flächennutzungsplanes.

Das ausgewählte Grundstück liegt 650 Meter westlich von Kögl an der Bahntrasse Schwarzenfeld-Buchtal und wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung fand im Zeitraum Juni bis Juli statt. Am Verfahren wurden 42 Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt, davon sind 12 Stellungsnahmen mit Einwendungen oder Hinweisen bei der Kommune eingegangen. Von Privatpersonen wurden keine Einwendungen vorgebracht. Zu den Einwendungen bezog David Neidl vom Ingenieurbüro Neidl+Neidl in der Marktratssitzung Stellung.

Die Einwendungen beziehen sich vorwiegend auf zwei Themenschwerpunkte. Dies ist in erster Linie das Vorkommen von Ton in diesem Gebiet und die Lage im Vorschlagstrassenkorridor der Höchstspannungsleitung Süd-Ost-Link. In beiden Fällen konnten Lösungen gefunden werden. Aus einer Stellungsnahme des Rechtsinhabers der Braunkohleverleihung "Buchtal" der Firma Deutsche Steinzeug Cremer&Breuer AG geht hervor, dass die Firma ihr Abbaurecht der Bodenschätze in den kommenden 30 Jahren ruhen lassen wird. In die Entwurfsunterlagen des Bebauungsplanes wurde daher eine 30jährige Befristung mit dem anschließenden Rückbau der PV-Anlage aufgenommen. Anders verhält es sich mit der Firma Tennet TSO GmbH, die als Netzbetreiber der Höchstspannungs-Gleichstromverbindung Süd-Ost-Link Einwendungen anmeldete. Nach Ansicht des Marktrates lassen der derzeitige Planungsstand und die Korridorbreite von 1000 Meter jedoch keinen verbindlichen Schluss zu, wo die Trasse einmal verlaufen wird. Hier stellt sich der Marktrat auf den Standpunkt: "Wer zuerst kommt hat das Vorrecht."

Als reine Vorsichtsmaßnahme ist ein Hinweis des Wasserwirtschaftsamtes zu Altlasten und öffentlicher Wasserversorgung zu bewerten. Sollten bei anfallenden Erdarbeiten mögliche Verunreinigungen zutage kommen, sind diese unverzüglich zu melden. Die Flächen werden nur temporär für eine Photovoltaikanlage genutzt. Ein Verlust der Bodenfunktionen ist daher nicht zu erwarten. Als Ausgleich für die PV-Anlage wurde ein Kompensationsfaktor von 0,17 festgelegt. Die Untere Naturschutzbehörde sieht jedoch einem Ausgleichsfaktor von 0,18 als angebracht. Auch dies wurde berücksichtigt.

Der Marktrat billigte einstimmig den Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans unter Berücksichtigung der gefassten Beschlüsse und beschließt die öffentliche Auslegung. Analog trifft dies auch für den Bebauungsplan zu.

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