19.02.2020 - 16:39 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Sanierung der Kläranlage steht an

Die Sanierung der Kläranlage steht auf der Dringlichkeitsliste der Marktgemeinde ganz oben. Angesichts geschätzter Kosten von über vier Millionen Euro gibt es nachdenkliche Gesichter im Marktrat.

Nach einem Vierteljahrhundert Betriebszeit ist der Verschleiß in den Klärbecken deutlich sichtbar. Eine umfassende Sanierung steht dringend an.
von Richard BraunProfil

Die gemeindliche Kläranlage ist seit 1996 in Betrieb. In der Vergangenheit konnte die Instandhaltung bei der starken Auslastung nur bedingt durchgeführt werden. Durch den Wegfall des betrieblichen Abwassers der Milchwerke stehen jetzt Leistungsreserven zur Verfügung, so dass für Sanierungsarbeiten Teile der Anlage außer Betrieb genommen werden können, ohne den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage zu gefährden.

Die U.T.E. Ingenieurbüro Regensburg und das Sachverständigenbüro ER-Plan Christian Beck erhielten den Auftrag, eine Entwurfsplanung zu erstellen und die nächsten Verfahrensschritte in die Wege zu leiten. Mitarbeiter beider Firmen zeigten dem Marktrat die anstehenden Sanierungsmaßnahmen auf. „Die bauliche und verfahrenstechnische Sanierung ist unumgänglich“, stellte die Expertin Claudia Scharnagel von der Firma U.T.E. an den Beginn ihrer Ausführungen. In den 24 Jahren, die die Anlage jetzt ununterbrochen in Betrieb ist, wurde der Beton durch Chlorid- und Sulfatbelastung so sehr geschädigt, das eine aufwändige Sanierung erforderlich ist.

Allerdings konnte zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß der Schäden noch nicht genau festgestellt werden, dazu sind weitere Probebohrungen notwendig. Von der Schädigung sind alle Teile der Kläranlage vom Schlammbecken bis zu den Bewegungsbecken im unterschiedlichen Maße betroffen. Außer Frage steht die Erneuerung der Maschinentechnik sowie die Erneuerung der Automatisierungstechnik. Beide zeigen große Verschleißerscheinungen und sind nicht mehr Stand der Technik. Für die Erneuerung der Maschinentechnik und die Betonsanierung setzten die Planer ein Kostenvolumen von 3,2 Millionen Euro an. Weitere 850 000 Euro sind für die Steuerungstechnik notwendig. An staatlicher Förderung sind 1,5 Millionen Euro zu erwarten.

An der Betonsanierung, welche den größten Anteil der Kosten verursacht, schieden sich allerdings die Geister. Vom völligen Neubau über die Totalsanierung bis zum Betrieb bis zum völligen Versagen reichten die Überlegungen der Markträte. Marktrat Reinhard Meßmann, der durch seine berufliche Tätigkeit eng mit der Kläranlage vertraut ist, machte seinen Kollegen unmissverständlich deutlich, dass eine Sanierung in kürzester Zeit angestrebt werden muss, nur so könne der geforderte Reinheitswert des geklärten Abwassers eingehalten werden. Der Kommune drohen beim Überschreiten der Werte empfindliche Strafen.

Nach einer sachlichen Diskussion einigte sich der Marktrat dahingehend, dass die Elektro- und Verfahrenstechnik sofort in Auftrag gegeben wird, bei der Betonsanierung das Ergebnis der weiteren Untersuchungen maßgebend ist.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband wurde mit der Erstellung des Jahresabschlusses der kommunalen Wasserversorgung für das Jahr 2018 beauftragt. Die Bilanzsumme beträgt 4 738 134 Euro. Der Jahresgewinn ist um 30 032 Euro auf 222 760 Euro gesunken. Die verrechnete Wassermenge stieg um neun Prozent auf 1 762 800 Kubikmeter. Die Mengensteigerung ist größtenteils auf den Großabnehmer zurückzuführen.

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