Das Thema der Sanierung der Miesbergallee bewegt den Markt schon viele Jahre, ja Jahrzehnte. 2007 beispielsweise hat der Schwarzenfelder Marktrat zur Sanierung der Miesbergallee mit dem Amberger Ingenieurbüro Reuther und Seuß, das auch schon für die Erneuerung der Nabburger Straße verantwortlich zeichnete, einen ersten Planungsvertrag abgeschlossen. Dass die Bagger "nicht vor 2010" anrollen würden, war damals eine konservative zeitliche Prognose, die im Rückblick aber übertrieben optimistisch wirkte.
Es ging dabei um den Ausbau der Straße und der Freianlagen – also des Platzes unterhalb des Jugendheims – sowie um den Kanal und die Wasserleitungen. Dass etwas getan werden muss stand auch damals schon seit längerem fest. Ebenso lange gab es die Klagen von Anwohner. "Die Bäume haben die Straße kaputt gemacht", urteilte vor 16 Jahren beispielsweise eine Nachbarin.
Nach Protesten auf Eis gelegt
Handlungsbedarf besteht an der Miesbergallee aufgrund des schadhaften Zustandes zahlreicher Straßenbäume und der Straßendecke. Entsprechend einem Baumgutachten aus dem Jahr 2009 sind ein Drittel der Bäume sanierungsbedürftig und ein Drittel der Bäume zu entfernen. Die Allee als solche sei "erhaltenswürdig". Weil das Gutachten schon so alt ist und die Bäume noch schlechter beisammen sind als vor 14 Jahren, ist für Bürgermeister Peter Neumeier klar: "Von der 'alten' Allee werden wir höchsten zwei bis drei Bäume erhalten können, der Rest muss neu gepflanzt werden."
Dass Bäume gefällt werden sollten und die Kommune eine sogenannte "Bypass"-Lösung für die Straße im unteren Teil der Allee vorgeschlagen hat, fand 2010 weder bei der Regierung der Oberpfalz noch bei den Anwohnern Anklang. "Ja glaubt denn wirklich einer, dass das mit zwei Doppelkurven und einer breiten Straße neben den Alleebäumen das Ortsbild hebt", fragte damals augenzwinkernd sogar der Starkbier-Fastenprediger bei der Feuerwehr. Nachdem sich im Ort massiver Protest erhoben hatte, wurden nach einer Unterschriftenaktion alle Miesberg-Pläne erst einmal auf Eis gelegt.
Eine "Bürgerwerkstatt" befasste sich im Sommer 2017 intensiver mit der Sanierung der Allee. Das geschah im Rahmen des Nachdenkens über ein "Integriertes städtebauliche Entwicklungskonzept". Dieses Entwicklungskonzept, das seit genau fünf Jahren schriftlich vorliegt, entwickelte sich aus einer Diskussionsrunde von Bürgern, Planern, Verwaltung und Markträten. Es hat Ziele und Projekte für die Zukunft Schwarzenfelds zum Inhalt.
Bei den Gesprächen vor sechs Jahren wurde daran erinnert, dass bereits 1989 vom Heimat- und Verschönerungsverein die Sanierung der Miesbergallee mit einem Schreiben an die Verwaltung angeregt wurde. Nun, knapp 35 Jahre später, ist dieses Thema als Dauerbrenner immer noch gegenwärtig.
Erst wichtigere Projekte erledigen
"Wir haben die Miesbergallee nicht vergessen", versichert Bürgermeister Neumeier, der dieses Thema wie viele andere von seinem Vorgänger "geerbt" hat. "Heuer haben wir für die Sanierung 50 000 Euro an Planungskosten in den Haushalt gestellt", berichtet er. Man muss aber kein Hellseher sein, um zu wissen, dass das Geld trotzdem noch nicht abgerufen wird. "Denn", so Neumeier, "wir haben viele städtebauliche Projekte, die im Moment deutlich wichtiger sind." Auch wenn die Miesbergallee natürlich eine repräsentative Straße sei, die zum Kloster hinaufführt.
Die Diskussion zur Zukunft und Gestaltung der Allee bei der "Bürgerwerkstatt" brachte jedenfalls unterschiedlichste Meinungen zusammen. Einigkeit herrschte darüber, dass die Straße in zwei charakteristische Abschnitte zu teilen sei: In einen unterer Abschnitt – also dem Wohngebiet mit Infrastruktur (Ärzte und Gastronomie) sowie einen oberer Abschnitt. Dessen Kennzeichen wären Atmosphäre, Ruhe und Erholung.
Entsprechend dieser Einteilung schlug die Rahmenplanung im oberen Abschnitt ein Straßenprofil vor, wie sich jetzt schon darstellt: Einen Fußweg von bis zu zwei Meter Breite, einen Grünstreifen zur Einfassung des Baumbestandes von zweieinhalb Metern, sowie eine gepflasterte Fahrstraße von rund dreieinhalb Metern Breite mit einer Ausweichstelle oberhalb des Restaurants Miesberg.
Es sollen nur Ersatzpflanzungen anstelle von kranken Bäumen vorgenommen werden, wünschte sich die "Bürgerwerkstatt". Zum Erhalt der gesunden Bäume sei die Erneuerung der Straße intensiv durch einen Landschaftsplaner zu begleiten, der bei den Tiefbauarbeiten die notwendige Wurzelraumsicherung überwacht.
Der untere Abschnitt könne grundsätzlich erneuert und im Straßenprofil so angelegt werden, dass ein Lastwagen und ein Pkw aneinander vorbei kommen. Dies lasse eine Fahrbahnbreite von rund fünfeinhalb Metern zu.
Umgestaltung in zwei Abschnitten
Die beidseitigen Straßenbaumpflanzungen sollten unten das Alleenthema des oberen Abschnittes aufgreifen, wenn auch in abgeschwächter Form. Das heißt, dass nur alle 20 Meter ein Baum stehen sollte. Der Erhalt des gesunden Baumbestandes sei auch in diesem Abschnitt möglich, sofern die Straßenverbreiterung dies zulässt. Im Sinne einer Wohnstraße seien unten einseitig Parkflächen für eine Aufstellungsart längs der Fahrbahn vorgesehen. Die für die Miesbergkirchweih erforderlichen Standflächen seien belassen und weiterhin zugänglich zu halten sowohl von der Klosterstraße wie auch der Miesbergallee.
Somit wäre es auch denkbar, die Um-/Neugestaltung in zwei Straßenabschnitte mit jeweils unterschiedlichen Zielstellungen zu teilen. Grundlage dafür ist allerdings eine Neubewertung des Baumbestandes sowie die Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie Salzeintrag, felsiger Boden, Baumart. Die zweite Verbindung zum Ortskern über den Schlosspark sollte entlang des alten Kreuzweges aufgewertet und mit dem Rundweg um den Miesberg verbunden werden, hieß es.

















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