18.10.2020 - 14:23 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Schutz vor der Schweinepest

Die Corona-Pandemie verdrängt momentan alle anderen Themen. Auch die „Afrikanische Schweinepest“, die wie ein Damoklesschwert über den Betrieben hängt. Wie Landwirte ihre Bestände schützen können, verrät Veterinärdirektor Dr. Josef König.

Die bisherigen Bezirksvorsitzenden der Bayerischen Jungbauernschaft, Alexander und Karina Hengl (von links) wurden mit Geschenken verabschiedet. Ihre Nachfolger sind Carolin Schrembs und Sebastian Baierl (Mitte). Rechts Bezirksgeschäftsführerin Elisabeth Manner.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bei der Bezirksversammlung der „Bayerischen Jungbauernschaft“ am Freitag im Miesberg-Restaurant mahnte der Leiter des Schwandorfer Veterinäramtes, Dr. Josef König, die Schweinezüchter „zur Hygiene im Stall“, um sich vor der "Afrikanischen Schweinepest" (ASP) zu schützen.

Infizierte wandernde Wildschweine könnten das ASP-Virus auch nach Deutschland einschleppen. Deshalb müsse ein Kontakt zwischen Haus- und Wildschwein vermieden werden, so der Tiermediziner. Getötete Wildschweine seien zu untersuchen. Die Seuche könne sich auch durch kontaminierte Speisereste aus den betroffenen Gebieten verbreiten.

Entschädigung für Ausfälle

Werde ein Fall bekannt, müsse die Behörde ein Sperrgebiet einrichten und die Tiere des betroffenen Betriebes keulen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Landwirt könne allerdings mit einer staatlichen Entschädigung für seine Ausfälle rechnen, so der Veterinärdirektor.

Der „Bayerischen Jungbauernschaft“ gehören die Ringe junger Landfrauen und Landwirte sowie die „Jungzüchter“ an. Drei Jahre lang führten Karina und Alexander Hengl aus Seubersdorf (Landkreis Neumarkt) den Verband an. „Es ist uns gelungen, einige Vereine vor Ort wieder zu aktivieren“, stellte Karina Hengl in ihrem Rückblick fest. „Corona“ habe aber auch hier einen Riegel vorgeschoben. Genauso wie vor die Bezirksversammlung, die eigentlich schon im März hätte stattfinden sollen. „Jetzt haben wir es unter Einhaltung der Hygienebedingungen noch einmal probiert“, so die Sprecherin.

Rückzug angekündigt

Sie kündigte gemeinsam mit ihrem Mann Alexander den Rückzug vom Vorstand aus „beruflichen und familiären Gründen“ an und empfahl Sebastian Baierl (24) aus Kötschdorf bei Wernberg und Carolin Schrembs (29) aus Reuth im Landkreis Tirschenreuth zu ihren Nachfolgern.

Sebastian Baierl hat in Triesdorf ein Bachelor-Studium „Agrarwirtschaft“ erfolgreich abgeschlossen und ist, wie er versichert, „begeisterter Landwirt“. Er arbeitet hauptberuflich als landwirtschaftlicher Fachberater und hilft mit auf dem elterlichen Ferkelerzeugerbetrieb in Kötschdorf. Carolin Schrembs ist im Büro des Maschinenrings Tirschenreuth tätig und ist auf dem elterlichen Reiterhof in Reuth aufgewachsen. Seit vier Jahren engagiert sie sich im Ring junger Landfrauen und möchte, wie sie selbst sagt, das Image der regionalen Landwirtschaft verbessern und die jungen Leute für ein Leben auf dem Land begeistern. Dafür will sie die sozialen Netzwerke nutzen.

Schweinepest: Probe für den Ernstfall

Weiden in der Oberpfalz

Damit liegt sie genau auf der Linie ihres Mitvorsitzenden Sebastian Baierl, der mit seinen Imagekampagnen neue Wege geht und zuletzt einen „virtuellen Feldtag“ für einen Internetauftritt der Jungbauernschaft initiierte. Seine Ideen will er mit der neuen Vorstandschaft bei einem „Teambildungswochenende“ vertiefen.

Die Bayerische Jungbauernschaft verstehe sich als politisch unabhängige Organisation, die sich für die Interessen junger Leute auf dem Land einsetze, versicherte Landesvorsitzende Tina Stünzendörfer in ihrem Grußwort. Seit 1. September ist Isabella Karl aus Landshut neue Geschäftsführerin der Bayerischen Jungbauernschaft. Die 30-jährige „Master Agrarwissenschaften“ hielt bei der Bezirksversammlung ihre Antrittsrede und sicherte den ehrenamtlichen Verbandsvertretern ihre Unterstützung zu.

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