15.03.2020 - 23:29 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Schwarzenfeld mit neuem Bürgermeister

Eine Welle der Zustimmung trägt ÜPW-Kandidaten Peter Neumeier ins Schwarzenfelder Rathaus. In Stulln bleibt hingegen alles beim alten. Hans Prechtl (CSU) hat das Amt quasi abonniert.

Diese Geste wird man später vielleicht einmal nicht mehr verstehen, aber in Zeiten des Coronavirus gilt es als eine akzeptable Art, sich zu begrüßen, wenn sich die Ellbogen berühren – so wie hier bei Bürgermeister Manfred Rodde (links, CSU) und seinem Nachfolger Peter Neumeier (rechts, ÜPW).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Schon vor sechs Jahren hätte es Peter Neumeier fast geschafft, als er bei der damaligen Kommunalwahl aus dem Stand heraus als Polit-Neuling und Herausforderer den amtierenden Bürgermeister Manfred Rodde von der CSU um ein Haar besiegt hätte.

Die zurückliegenden sechs Jahre nutzte der heute 37-jährige ÜPW-Mann, der sich den Freien Wählern zurechnet, um sich im Marktrat und als Zweiter Bürgermeister von Schwarzenfeld (6300 Einwohner) tiefer in die lokale Politik einzuarbeiten. Am Ende fuhr er ein Traumergebnis von 75 Prozent ein und damit eines der besten im ganzen Landkreis Schwandorf unter denen, die Gegenkandidaten hatten. Für Neumeier ändert sich derzeit viel. Nicht nur, dass er seinen Arbeitgeber, Siemens, verlassen wird, im Juli wird er auch noch zum ersten Mal Vater. Das verriet er am Rande des Wahlabends lächelnd: "Es wird ein Mädchen."

Wenig Stiche machte Neumeiers Kontrahent Wolfgang Prebeck von der CSU. Er kam schlussendlich auf knapp 25 Prozent und gestand ein, dass es "von Anfang an schwer war". Erst vor einem Jahr war Prebeck (46), der sich bis dahin in der Schwarzenfelder Kommunalpolitik noch nicht hervorgetan hatte, überraschend zum Vorsitzenden des CSU-Ortsverbandes gewählt worden. "Wir hätten mehr Zeit gebraucht", sagte er in einer ersten Wahleinschätzung. So wie Peter Neumeier mit seiner Frau Lisa nach der Auszählung im Schwarzenfelder Rathaus vorbei gekommen war, hatte auch Wolfgang Prebeck seine Frau Kerstin, aber auch seinen jungen Sohn dabei. Beide Kandidaten verabschiedeten sich schließlich, um mit ihren Helfern in Gaststätten noch ein bisschen zu feiern. "Solange das man noch darf", ergänzte Prebeck beim Gehen und schmunzelte.

"Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden", versicherte Hans Prechtl, der alte und neue Bürgermeister von Stulln (1700 Einwohner). "Zum vierten Mal eine Bürgermeisterwahl gewonnen zu haben, ist schon etwas Besonderes. Es bedarf zwar keiner großen Mühe, eine Wahl zu gewinnen, wenn man der einzige Bewerber ist. Es bedarf aber einer ganz besonderen Anstrengung, sein Amt sechs Jahre lang so auszuüben, dass man keinen Gegenkandidaten hat", sagte der 58-jährige CSU-Kommunalpolitiker, der den Wahlabend im Schwandorfer Landratsamt verbrachte - Prechtl ist nämlich auch noch Pressesprecher des Landkreises. Eine endgültige Bewertung seines Ergebnisses wolle erst vornehmen, wenn das Ergebnis der Gemeinderatswahl vorliege, also am Montag.

CSU-Kandidat Wolfgang Prebeck, der am Schluss auf knapp 25 Prozent der Stimmen kam, verfolgte die Auszählung am Wahlabend im Sitzungssaal des Schwarzenfelder Rathauses.
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