Schwarzenfeld
28.02.2019 - 15:47 Uhr

"Das sieht ja aus wie im Puff"

Lehrer können manchmal so unsensibel sein. "Das sieht ja aus wie im Puff", hat sich einer empört, als die probeweise angebrachten, roten Markisen vor den Fenstern das Klassenzimmer in rotes Schummerlicht tauchten.

Architekt Konrad Kraus erläutert vor dem Bauausschuss, warum auf Drängen der Lehrer das Farbkonzept für die Fenster der Schule geändert werden musste. Bild: Thomas Dobler
Architekt Konrad Kraus erläutert vor dem Bauausschuss, warum auf Drängen der Lehrer das Farbkonzept für die Fenster der Schule geändert werden musste.

Architekt Konrad Kraus (Nabburg) berichtete am Mittwoch vor dem Bauausschuss von dieser und anderen ablehnenden Äußerungen der Lehrerschaft an der Grund- und Mittelschule, die an einem kleinen Experiment teilnehmen durften. Denn die Mitglieder des Bauausschusses hatten Mitte November letzten Jahres entschieden, mit bunten Markisen an den Fenstern der Schule der Fassade einen ansprechenden Farbtupfer zu verpassen. (wir berichteten). Kürzlich kam es zum Praxistest.

Schwarzenfeld09.11.2018

Kraus ließ verschiedene Markisen vor den Fenstern im A-Bau anbringen, der zur Zeit saniert wird. Und es zeigte sich, dass diese Markisen zwar das Sonnenlicht dämpfen, aber den dahinter liegenden Raum in ein farbiges Zwielicht tauchen. Dass da gerade bei der Farbe rot die eine oder andere Assoziation bei Lehrern aufkam, musste nicht verwundern. Doch die Ablehnung ging weiter - keine der Farben fand Gnade vor den Lehreraugen, die eine Störung der Konzentration ihrer Schüler während des Unterrichts befürchteten.

So ruderte der Bauausschuss zurück. Es wird keine Markisen vor den Fenstern geben, sondern - optisch etwas langweiliger, aber ohne Empörungspotenzial - silberne Raffstore-Lamellen. Lediglich deren Kästen über den Fenstern werden farbig verziert. Das zumindest blieb von der ästhetisch ambitionierten Anfangs- idee übrig.

Noch ein Architekt hatte einen Auftritt vor dem Bauausschuss. Es war der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Andreas Thammer aus Schönsee. Ihm ging es darum, wie man die Wege im Schwarzenfelder Friedhof Rollator gerecht anlegen kann. Denn der viele Kies behindert ältere Menschen und Rollstuhlfahrer. Bereits vor drei Jahren hat sich der Ausschuss dazu mit Hilfe Thammers Gedanken gemacht, der zwischenzeitlich eine Empfehlung abgegeben hat. Das Hauptwegenetz, so der Planer, solle mit einem Betonpflaster mit kleinen Fugen auf einer Breite von 1,20 Meter gepflastert werden. Das klingt praktikabel, hat aber einen Pferdefuß. Da auch kleine Lkw diese Wege nutzen, etwa die der Steinmetze, müsste das Hauptwegenetz wie eine kleine Straße ausgebaut werden, mit Unterbau und anderen Schikanen. Das aber kommt teuer - von mindestens 250 000 Euro war die Rede.

Wie geht es weiter? Alternativen waren gefragt und so wurde für die Wege eine wassergebundene Decke vorgeschlagen. Möglicherweise machen sich die Räte demnächst mal auf den Weg und sehen die Lösungen anderer Friedhöfe an. Motto "barrierefrei und bezahlbar".

Die Hauptwege des Friedhofs sind wegen des Kieses für Rollstühle und Rollatoren nicht gut geeignet. Sie sollen nun umgebaut werden, ein Konzept wird gerade erarbeitet. Bild: Thomas Dobler
Die Hauptwege des Friedhofs sind wegen des Kieses für Rollstühle und Rollatoren nicht gut geeignet. Sie sollen nun umgebaut werden, ein Konzept wird gerade erarbeitet.
 
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