14.11.2018 - 12:55 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Suntec: "Handwerker-Hotel" in Schwarzenfeld geplant

Josef Meier ist sich sicher, dass er das Projekt trotz Widerständen doch noch genehmigt bekommt. Vorgesehen ist: ein Hotel. Und es gibt noch weitere Pläne. Sie haben mit der Zimmerei Stangl zu tun.

Dieses Gebäude am Wohlfester Weg am Ortsausgang Richtung Amberg will die Photovoltaik-Firma Suntec aufstocken und zu einem Handwerker-Hotel umbauen. Der Bauausschuss des Marktrates konnte sich für das Vorhaben nicht begeistern. Zwei Abstimmungen endeten jeweils 4:4.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Bei der Beratung im Bauausschuss kam der Antrag auf Vorbescheid der Firma Suntec e. K., die eigentlich Spezialist ist für Photovoltaik, nicht gut weg. Das Unternehmen, das in der Öffentlichkeit vom früheren Schwarzenfelder Bürgermeister Josef Meier vertreten wird, dem Vater von Firmenchef Wolfgang Meier, möchte für eine bestehende Produktions- und Lagerhalle der Zimmerei Stangl parallel zum Wohlfester Weg eine Nutzungsänderung zu einem Hotel herbeiführen. Das Thema wurde von den Räten konträr diskutiert.

Das Gebäude befindet sich am Rande eines Gewerbegebiets im Übergang zu einem Mischgebiet, erläuterte Bürgermeister Manfred Rodde. Es soll erweitert und aufgestockt werden soll, um nach einem entsprechenden Umbau künftig als Hotel zu dienen. Bei Suntec wird es unter dem Arbeitstitel "Handwerker-Hotel" geführt. Es soll also hauptsächlich für schnell wechselnde Gäste wie Vertreter, Montagearbeiter, aber auch Kanu- und Radwanderer zur Verfügung stehen. Entsprechend der Beschreibung handelt es sich um ein Beherbergungsgebäude mit 40 Räumen und 59 Betten mit jeweils eigener Nasszelle. Die Appartements haben eine Größe von 23 Quadratmetern.

Gerhard Brunner vom Bauamt erläuterte die rechtliche Problematik hinsichtlich des Wohnens in einem Gewerbegebiet. Gemäß der Vorgabe durch die Baunutzungsverordnung dient nach seiner allgemeinen Zweckbestimmung ein Gewerbegebiet vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben, es soll aber im Gewerbegebiet nicht gewohnt werden.

Die zentrale Frage war, ob kurzfristiges Übernachten dem rechtlichen Begriff des Wohnens gleichgestellt werden kann. Bürgermeister Manfred Rodde ging davon aus, da angesichts der Ausstattung der Appartements mit Nasszelle und Toilette sowie Dusche und Küchenzeile von einer regelmäßigen kurzfristigen Verweildauer - die Betonung liege auf kurzfristig - nicht ausgegangen werden könne, so dass der Tatbestand des Wohnens erfüllt sei - und dies somit im Gewerbegebiet nicht zulässig sei. Rodde befürchtete zudem, dass in der Zukunft Probleme wegen der Gegensätze zwischen Gewerbe und Wohnen vorprogrammiert seien.

Es kam in der Folge zu zwei Abstimmungen im Ausschuss über den Vorbescheid, die jeweils mit 4:4-Stimmen patt ausgingen. Im Rathaus interpretiert man das so, dass das Projekt damit von Gemeindeseite her abgelehnt wurde. Josef Meier sieht das anders. "Der Gemeinde steht hier überhaupt kein Ermessensspielraum zu", ist er sich sicher. Denn es sei tatsächlich so, dass die Gäste dort nicht länger wohnen würden, dazu seien die Räume nicht komfortabel genug. Im Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde sei man jedenfalls seiner Meinung und befinde das Hotel im Gewerbegebiet als zulässig, versicherte Meier.

Stangl übernehmen

Wie bei einem Pressegespräch über das Hotel-Vorhaben zu erfahren war, ist die Firma Suntec dabei, die alt eingesessene Zimmerei Stangl am Wohlfester Weg zu übernehmen. "Die Kombination von Photovoltaik und Holzbau, da ergeben sich neue Geschäftsfelder", ist sich Josef Meier sicher. Sein Gedanke: Leute, die bauen und auf Photovoltaik setzen, würden künftig Dach und Dachsolaraufbau aus einer Hand beziehen können. Wer will, könne sich von dem Unternehmen auch ein energieautarkes Haus bauen lassen. Die Pläne dazu hat Meier schon in der Schublade.

Wenn er seine Ideen umsetzen kann, dann sieht Meier sowohl für Suntec als auch für Stangl rosige Zeiten anbrechen. Dass sich die Mitarbeiterzahl für beide Firmen mindestens verdoppeln werde von jetzt 15 beziehungsweise 10 Beschäftigten ist für ihn ausgemachte Sache. "Und über die Gewerbesteuer hat auch der Markt Schwarzenfeld etwas davon", macht er dem Rathaus die Sache schmackhaft.

Seit fünf Jahren im Ort

Suntec ist vor fünf Jahren von Wackersdorf nach Schwarzenfeld umgezogen, wo es an der Ohmstraße die frühere Hasenkopf-Halle gekauft hat. Mit dem Erwerb der Zimmerei Stangl kommen 1,5 Hektar Gewerbefläche dazu. Der Traditionsbetrieb am Wohlfester Weg wird unter dem bisherigen Namen weiterlaufen.

Josef Meier, der frühere Bürgermeister von Schwarzenfeld, hat weitreichende Pläne mit den Firmen Suntec und Zimmerei Stangl.

Die Zimmerei Stangl am Wohlfester Weg, ein Schwarzenfelder Traditionsunternehmen, soll künftig unter der Regie der Photovoltaikfirma Suntec weitergeführt werden.

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