08.01.2020 - 11:35 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Über soziales Pflichtjahr nachdenken

Was ehrenamtliche Rettungskräfte leisten, könnte der Staat nie bezahlen, betont Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einem Empfang für die "Blaulichtfamilie" im Schloss Schwarzenfeld. Für die Nachwuchsgewinnung wirft er eine Idee auf.

Fraktionschef Florian Streibl und Abgeordneter Joachim Hanisch empfingen die Ehrenamtlichen der Rettungsorganisationen und dankten für den Einsatz für die Allgemeinheit.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Wehrpflicht ist abgeschafft, damit ist den Rettungsorganisationen auch potenzieller "Nachschub" aus den Reihen der Zivildienstleistenden verloren gegangen. In der Regel sei zwar jemand, der freiwillig ins Ehrenamt komme, leistungsbereiter als einer, die dazu verpflichtet wird, sagte der bayerische Wirtschaftsminister und Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, bei dem Empfang am Dienstag im Hotel Schloss Schwarzenfeld. Dennoch sei so mancher zu Zivildienstzeiten erst durch diese Pflicht zu seinem Glück gekommen und habe erkannt, wie wichtig diese Organisationen sind. "Es wäre nicht schlecht, über das Thema ,soziales Jahr für alle‘ zumindest nachzudenken", sagte der Wirtschaftsminister vor rund 50 Führungskräften von Feuerwehren, THW, Johannitern, Maltesern, Rotem Kreuz und Wasserwacht.

"Wer über das Ehrenamt sozialisiert ist, wer mit 16 bei der Feuerwehr, bei den Johannitern oder beim THW ist, der wird nicht mit einem Messer auf irgendwen losgehen", betonte Aiwanger. "Deshalb müssen wir alles dafür tun, damit wir möglichst viele junge Menschen auf die ehrenamtliche Schiene bringen." Das funktioniere in den ländlichen Regionen noch besser als in städtischer Umgebung. Auf dem Dorf müsse sich ein junger Mensch fast rechtfertigen, wenn er nicht bei der Feuerwehr sei. "Und das ist auch gut so", sagte Aiwanger. Den Ehrenamtlichen sprach er seinen Dank und Respekt aus: "Was Sie für die Gesellschaft und unser Land leisten, könnte der Staat nie bezahlen".

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hält ein soziales Jahr für alle für zumindest überlegenswert.

Die 27-köpfige Landtagsfraktion der Freien Wähler ist derzeit im Hotel Schloss Schwarzenfeld in Klausur. Zum Abschluss des ersten Tages gab Fraktionschef Florian Streibl den Empfang für die ehrenamtlichen der Blaulicht-Organisationen der Region. Angeregt hatte das sein Stellvertreter, der Brucker Landtagsabgeordnete Joachim Hanisch. "Sprechen Sie uns an, wenn Sie etwas auf dem Herzen haben. Jetzt haben Sie uns vor der Flinte", sagte Streibl. Mit dem Empfang wolle die Fraktion diejenigen in den Blick nehmen, "die Leistung bringen, damit Bayern bleibt, was Bayern ist". Auch die Ehrenamtsbeauftragte der Staatsregierung, Eva Gottstein, würdigte die Leistungen der "Blaulichtfamlie". Abgeordnete und Rettungskräfte kamen beim gemeinsamen Essen schnell ins Gespräch.

Die FW-Landtagsfraktion ließ sich am Dienstag zum Start zunächst von der Generalkonsulin der USA, Meghan Gregonis, sowie Truppenübungsplatz-Standortkommandant Oberst Joseph E. Hilbert über die Situation in der Region Grafenwöhr informieren. Die Wirtschaft stand am Mittwoch zunächst im Mittelpunkt. Die Fraktion besuchte das Unternehmen "MicrobEnergy" in Schwandorf, um sich über die "Power-to-Gas"-Technik zu informieren und über die Energiepolitik zu diskutieren. Nachmittags waren die Abgeordneten in Nittenau zu Gast und informierten sich über das Hochwasserschutzprojekt. Auch ein Abstecher in den Innovationspark Wackersdorf stand an. Die Klausur dauert noch bis Freitag.

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