13.12.2019 - 13:13 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Vandalen und der Kiesabbau

Völlig ausgerastet sind einer oder mehrere Täter in der öffentlichen WC-Anlage hinter dem Rathaus. Der Schaden ist hoch, nun bleiben die Toiletten bis auf weiteres geschlossen. „Das war nicht der erste Vorfall“, hieß es.

Für die Fläche des Vorranggebietes für Kies-und Sand KS 46 „südwestlich Brensdorf“ wurde 2017 durch die Firma Naabkies GmbH & Co. KG ein Raumordnungsverfahren eingeleitet. Naabkies beutet bereits im sogenannten Vorranggebiet KS 18 im Süden Schwarzenfelds - also den Kiesweihern bei Deiselkühn (Bild) - Kies für die Firma Godelmann aus. Der Schwarzenfeler Marktrat ist gegen die neuen Pläne.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der Akt von Vandalismus beschäftigte auch den Marktrat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden in der WC-Anlage neben der Verschmutzung durch Zigarettenkippen, Flaschen und sonstigen Müll zwei Innentüren komplett demoliert, der Papierhandtuchhalter zerbrochen und heruntergerissen sowie der Heizkörper in der Herren-Toilette beschädigt. "Nachdem es sich um den zweiten Vorfall innerhalb kurzer Zeit handelt, bleiben die öffentlichen WC-Anlagen bis auf weiteres geschlossen", informierte der Zweite Bürgermeister Peter Neumeier, der kurzfristig für den erkrankten Manfred Rodde die Sitzungsleitung übernommen hatte.

Der nächste Punkt hatte mit den Vorranggebieten rund um Schwarzenfeld zu tun. In so einem Gebiet kommt der Gewinnung von Rohstoffen Vorrang zu, was bedeutet, dass entgegenstehende Nutzungen und Vorhaben ausgeschlossen werden. Solche Vorranggebiete sind Teil des Regionalplans für die Region Oberpfalz-Nord, der in einigen Punkten geändert werden soll. Dazu konnte sich kürzlich auch der Markt äußern.

Von den geplanten Änderungen des Regionalplans betreffen drei den Markt Schwarzenfeld. Da solche Vorrangflächen die Entwicklung einer Gemeinde behindern können, war man im Rathaus nicht unglücklich, dass das existierende Vorranggebiet für Ton nordwestlich des Ortes künftig um 17 Hektar reduziert werden soll.

Nicht zufrieden sind Bürgermeister und Verwaltung aber mit zwei neuen Flächen zum Ausbaggern von Kies, die sich der Regionalplan vorstellen kann. Südlich von Schwarzenfeld soll nämlich das Vorranggebiet für Kies- und Sand KS 68 „westlich Asbach“ aufgrund des dortigen Rohstoffpotenzials und der Nähe zu einer bestehenden Aufbereitungsanlage in einer Größenordnung von 30 Hektar neu ausgewiesen werden.

Ähnliches gilt für das Vorranggebiet für Kies- und Sand KS 46 südwestlich des Stullner Ortsteils Brensdorf. Es soll wegen des dortigen Rohstoffpotenzials in einer Größenordnung von 33 Hektar neu ausgewiesen werden. Für diese Fläche wurde 2017 durch die Firma Naabkies GmbH & Co. KG ein Raumordnungsverfahren eingeleitet.

Dass das Vorranggebiet für Ton verkleinert werden soll, dagegen hatte der Marktrat mehrheitlich nichts (Abstimmung 14:1). Bei den Vorranggebieten für Kies- und Sand aus war die Meinung im Marktrat geapalten. Die Neuaufnahme des Vorranggebietes südwestlich von Brensdorf wurde zwar in der vorliegenden Form ebenfalls mit 14:1 abgelehnt - vor allem wegen des unmittelbaren Angrenzens des Abbaugebietes an die weitere Schutzzone des Trinkwasserschutzgebietes des Marktes Schwarzenfeld. Anders sah es bei der Fläche westlich von Asbach aus. Sie könnte das erste Vorranggebiet für Kies- und Sand im Gemeindegebiet Schwarzenfeld auf der östlichen Seite der Naab werden, wenn der Regionalplan verabschiedet wird. Mit einer knappen 8:7-Mehrheit stimmte der Marktrat zu. Die Verwaltung hatte vorab gebeten, auch diese Neuaufnahme in den Plan in der vorliegenden Form abzulehnen, vor allem wegen der immer noch ungelösten Abtransport-Situation.

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