16.04.2019 - 21:07 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Vermächtnis und Neubeginn

Das dankbare Gedenken an Josef Lobenhofer wird mit dem Debut des neuen Dirigenten Stefan Karl verbunden. Das Frühjahrskonzert der Musikkapelle Schwarzenfeld hätte dessen Vorgänger gefallen.

Das Jugendblasorchester unter der Leitung von Burkhardt Weber eröffnete das Konzert.
von Richard AltmannProfil
Großen Applaus erhielt das Klarinettensolo von Rocco Palazzo.
Sie sind aufeinander eingespielt Dirigent Stefan Karl und das Orchester

Das Frühjahrskonzert stand diesmal ganz im Zeichen der Erneuerung. Vor zwei Wochen wechselte die Führung der Musikkapelle Schwarzenfeld. Sie wird nun von einem dreiköpfigen Vorstandsteam geleitet. Die Begrüßung übernahm Kristina Betz. Unter den Ehrengästen waren Altlandrat Hans Schuierer, die Bürgermeister Manfred Rodde (Schwarzenfeld) und Hans Prechtl (Stulln), das Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank im Naabtal, Bernhard Werner sowie Pfarrvikar Josef Kokkoth.

Das Jugendorchester unter der Leitung von Burkhard Werner eröffnete das Konzert mit "Finlandia" von Jean Sibelius. Dieses Werk war Teil einer Aufführung im Jahre 1899, die sich gegen die russische Herrschaft in Finnland wandte. Die Tondichtung galt als heimliche finnische Nationalhymne. Dann glänzten die Jugendlichen mit Karl Jenkins "Palladio". Die Melodie wurde als Werbemelodie für einen Diamanten bekannt. Sie gilt durch den pulsierenden Rhythmus und die zugrunde liegende Dramatik als ideales Stück für Blasinstrumente. Den Abschluss bildete ein Medley aus "Jesus Christ Superstar".

Mit den "Best Agern"

Dann zog das Große Blasorchester zusammen mit "Best Age", einer Gruppe von ehemaligen Mitgliedern des Orchesters, ein. Gemeinsam wurde der "Best Age Jubiläumsmarsch", komponiert von keinem Geringeren als Josef Lobenhofer, gespielt. Er hatte den Marsch einige Monate vor seinem Tod zum fünfjährigen Jubiläum im Herbst 2018 kreiiert. 22 Jahre leitet Josef Lobenhofer die Kapelle musikalisch. Der Marsch war sein letztes Werk. Nun gab es die Uraufführung. Am Dirigentenpult stand Burkhardt Weber. Während des Marsches wurden Bilder aus dem musikalischen Wirken von Josef Lobenhofer auf der großen Leinwand gezeigt. Der Beifall des Publikums war groß. Dem verstorbenen Komponisten hätte es gefallen.

Die Best-Ager zogen sich wieder zurück, das Große Blasorchester gestaltete den Abend weiter. Es gab zwei Premieren: Kerstin Perry führte zum ersten Mal durch das Programm des Abends. Neu am Dirigentenpult stand Berufsmusiker Stefan Karl. Der neue musikalische Leiter wurde mit vielen Vorschusslorbeeren begrüßt. Voller Schwung präsentierte die Kapelle "Pomp And Circumstance March No. 1" von Edward Elgar. Der Marsch wurde zur Krönung von König Edward VII von England Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben. Dann das einzige Solo des Abends: Die "Variations of Clarinet" von Rossini. Wer hätte das Klarinetten-Solo besser spielen können, als ein echter Landsmann des großen Komponisten: Rocco Palazzo. Der in Schwarzenfeld lebende und arbeitende Palazzo gehört seit einigen Jahren dem Großen Blasorchester an. Dieses Mal war der Auftritt für den Musiker etwas Besonderes, denn seine Familie aus Italien war zugegen. Das Publikum spendete frenetischen Beifall.

Bezaubernde Filmmusik

Nach der Pause ging es weiter mit "African Symphony", bekannt aus dem Musical "Tarzan". Auf eine Zeitreise in den deutschen Film der 50er Jahre entführte ein Medley der Filmmusik. Wer unter den älteren Semestern erinnert sich nicht an Lieselotte Pulver und "Ich denke oft an Pieroschka"? Und "Bonanza" war ein wahrer Straßenfeger in den 70er Jahren. Mit "Moments For Morricone" ging es weiter. Ennio Morricones Filmmusik zu zahlreichen "Italo-Western" erklang. Johan de Meijs Arrangement gehört bis heute zu den weltweit erfolgreichsten Veröffentlichungen für Blasorchester. Zum Finale steuerte "Abba" den passenden Song bei: "The Way Old Friends Do".

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