Der Milchbauer aus Hilpoltstein fordert ein grundsätzliches Umdenken in der Agrarpolitik. Deshalb hält er das Volksbegehren "Rettet die Bienen" für "viel zu kurz gesprungen", weil es sich auf Bayern beschränke, komplexe Zusammenhänge negiere und den Erhalt der Artenvielfalt suggeriere.
"Kluft wird größer"
Im Gegensatz dazu vermisst Gilch die Unterstützung der mitgliederstarken Umweltverbände und ökologisch orientierten Parteien für eine radikale Kehrtwende in der europäischen Agrarpolitik. Der BDM-Landesvorsitzende schlägt eine Monitoring-Stelle der Europäischen Union zur Steuerungen der Produktionsmengen vor. Wer nur an kleinen Stellschrauben drehe, aber sich vor grundlegenden Weichenstellungen scheue, werde den wirtschaftlichen Druck auf die Landwirte weiter verschärfen, ist Manfred Gilch überzeugt. Das habe zur Folge, "dass immer mehr Bauern aufgeben werden". BDM-Pressesprecher Hans Foldenauer aus Irrsee ist der Meinung: "Ein Volksbegehren, das mit konkreten Vorgaben einseitig auf die Bauern und Grünlandbewirtschaftung abzielt und andere Bereiche und Ursachen außer Acht lässt, führt dazu, dass sich die Kluft zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft vergrößert". Die mangelnde Dialogbereitschaft sieht der BDM-Vertreter mit Sorge. Manfred Gilch ist Bio-Bauer und Besitzer von 80 Milchkühen. Er wünscht sich eine Landwirtschaft mit vielfältigen Strukturen. Wer die Bienen und Insekten retten wolle, müsse mit den Landwirten zusammenarbeiten und nicht gegen sie.
Der BDM-Landesvorsitzende gibt zu bedenken: "Umwelt- und Tierschutzmaßnahmen bedeuten für den Landwirt Kosten". Man könne aber nicht alles gleichzeitig haben: "Billige Lebensmittel und hohe Umwelt- und Tierschutzstandards".
Für die Milchviehhalter seien die im Volksbegehren vorgeschlagenen Regelungen "keine Kleinigkeiten". Manfred Gilch befürchtet negative Auswirkungen auf den Nährstoffgehalt des Futters und gleichzeitig einen Wegfall der Förderungen. Der BDM empfehle deshalb, das Volksbegehren nicht zu unterstützen. Stattdessen macht er den Initiatoren den Vorschlag, "gemeinsam tragfähige Lösungen für den Erhalt der Artenvielfalt" zu erarbeiten.



















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