Die gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit ausreichendem und qualitativ hochwertigem Trinkwasser gehört zu den essenziellen Aufgaben jeder Kommune. Über ein 109 Kilometer langes Leitungsnetz versorgt der Zweckverband Pretzabrucker Gruppe 1180 Häuser in vier Gemeinden und zwei Wassergästen mit Trinkwasser. Gerade das lange Leitungsnetz bereitet den Verbandsräten große Sorge. Die Graugussrohre sind in die Jahre gekommen, und die Rohrbrüche nehmen jährlich zu. Allein 2023 wurden die Wasserwarte zu acht Rohrbrüchen im öffentlichen Netz und zu sieben Undichtigkeiten bei Hausanschlüssen im privaten Bereich gerufen.
Die Erneuerung des Leitungsnetzes ist daher bei den Investitionen ganz oben angesiedelt. Dies schlägt sich auch in der Haushaltsplanung nieder. Der Erlass einer tragfähigen Haushaltssatzung für das Jahr 2024 war daher das Hauptthema bei der Sitzung des Verwaltungsrats im Schwarzenfelder Rathaus. Die Sitzung stand unter der Leitung des stellvertretenden Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Markus Schiesl aus Altendorf, der den erkrankten Vorsitzenden, Bürgermeister Franz Grabinger, vertrat. Zum Sitzungsbeginn gedachten die Verbandsräte des verstorbenen Verbandsrates Heinrich Engelhardt, der zwölf Jahre die Interessen der Stadt Schwandorf im Gremium vertretze hatte.
Die Haushaltszahlen des Zweckverbandes erläuterte Georg Bauer, stellvertretender Kämmerer der VG Schwarzenfeld. Als erster Punkt stand die Bekanntgabe des Jahresabschlusses 2022 an. Demnach belief sich die Jahresbilanz 2022 auf 3 481 321 Euro bei einem Jahresverlust von 80 175 Euro. Die verrechnete Wassermenge betrug 247 500 Kubikmeter. Das Jahr 2023 schließt im Verwaltungshaushalt mit 706 044 Euro und im Vermögenshaushalt mit 279 460 Euro ab. Die Jahresrechnung 2023 muss erst noch dem Rechnungsprüfungsausschuss vorgelegt werden.
Pläne für 2024
Der Ansatz für das Haushaltsjahr 2024 beziffert sich im Verwaltungshaushalt auf 1 192 800 Euro und im Vermögenshaushalt auf 402 100 Euro. Der Gesamthaushalt liegt mit einem Volumen von 1 551 900 Euro um 341 000 Euro über dem des Vorjahres. Dies ist vor allem höheren Energie- und Personalkosten geschuldet. Im Vermögenshaushalt sind Ausgaben für Baumaßnahmen in Höhe von 313 700 Euro eingeplant. Schwerpunkte sind darin der Leitungsbau von Altendorf nach Zangenstein (90 000 Euro) und die Ortsdurchfahrt in Altendorf (65 000 Euro). Um dies finanzieren zu können, ist eine Kreditaufnahme von 250 000 Euro vorsorglich eingeplant. Der Schuldenstand des Zweckverbandes wird dadurch voraussichtlich auf 1 178 250 Euro ansteigen. Der Haushalt 2024 fand die Zustimmung des Verwaltungsrates.
Neugründung steht an
Eine Kostensteigerung wurde im Personalbereich notwendig. Um die gestiegenen Kosten aufzufangen, musste der Verrechnungssatz der Beschäftigten des Zweckverbands für Leistungen an Private von bisher 49,77 Euro je Stunde auf 55,46 Euro angehoben werden. Wie bereits in den vorhergehenden Sitzungen besprochen und seit 15. Januar auch vertraglich vereinbart, stehen dem Zweckverband grundlegende Änderungen ins Haus. In naher Zukunft soll die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert und die Grundwasserförderung neu ausgerichtet werden. Dazu soll ein Zweckverband mit den Städten Nabburg und Pfreimd gegründet werden mit der Vorgabe, das Wasserrechtsverfahren für die Grundwasserentnahme aus den Brunnen Dachsberg I und II zeitnah zum Abschluss zu bringen und die gemeinsame Wassergewinnung, -aufbereitung und -speicherung voranzubringen. Gestecktes Ziel ist es, den Neu-Zweckverband zum 1. Januar 2025 zu gründen.
Zweckverband Pretzabrucker Gruppe
- Sitz: Schwarzenfeld
- Leitungsnetz: 109 Kilometer
- Acht Rohrbrüche im Jahr 2023 in den Hauptleitungen
- Fünf Brüche der Graugußleitung durch Scherbruch
- Zwei Brüche der PE-Leitung durch Materialermüdung
- Ein Rohrbruch durch Lochfraß
- Rohrbrüche Hausanschlüsse:
- Sieben Brüche der PE-Leitung überwiegend durch fehlende Sandbettung oder Materialermüdung













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