06.03.2020 - 15:31 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Bei Kinderbetreuung noch breiter aufstellen

Um 80 Bewohner ist der Markt Schwarzhofen seit 2010 geschrumpft. Den Kampf gegen den demografischen Wandel sieht Bürgermeister Maximilian als größte Aufgabe. Die Bürgerversammlung rückt noch weitere Schwerpunkte in den Fokus.

Bei der Bürgerversammlung konnten die Teilnehmer Einblick nehmen in die Pläne für die energetische Sanierung des Schulgebäudes. Bürgermeister Maximilian Beer (Zweiter von links) erläuterte das Vorhaben
von Adolf MandlProfil

In der gut gefüllten Aula der Dr.-von-Ringseis-Grundschule wartete der Bürgermeister mit einer Fülle an Informationen rund um die Gemeine auf. "Der demografische Wandel schlägt auch bei uns voll durch", gab Beer zu verstehen. Diesem entgegen zu wirken, sei "eine der größten Aufgaben für die Zukunft", betonte Beer. Die Entwicklung verdeutlichten auch die Einwohnerzahlen: Hatte Schwarzhofen am 31. Dezember 2010 noch 1499 Bürger, waren es am Ende des Vorjahres noch 1419. Da sich auch die Zuweisungen des Staates an den Einwohnerzahlen orientierten, treffe dies den Markt sehr.

Der Bürgermeister ging auch auf das Marktgebiet sowie die Straßen ein, für die die Gemeinde unterhaltspflichtig ist. Der Aufwand für den Straßenunterhalt sei im Vorjahr bei 104 330 Euro gelegen, dafür habe es einen Unterhaltszuschuss von 60 800 Euro gegeben.

Einen großen Raum nahmen die Ausführungen zur Pflichtaufgabe Brandschutz ein. Für die sechs Feuerwehren im Marktbereich seien allgemeine Ausgaben von 47 166 Euro angefallen. Beim Überblick über die gemeindlichen Einrichtungen nannte Beer zunächst die Grundschule, an der 40 Schüler in zwei Kombiklassen unterrichtet werden. Ein Teil der leerstehenden Räume im Obergeschoss würden gegen Entgelt genutzt. Seit September beherbergt das Gebäude auch eine „schulvorbereitende Einrichtung", in der Kinder vom dritten bis zum siebten Lebensjahr betreut werden. Mit der energetischen Sanierung der Schule soll laut Beer heuer begonnen werden.

Der Schwarzachtal-Kindergarten sei mit 31 Regelkindern, sieben Krippenkinder und zwei "Integrationskindern" voll ausgebucht, so Beer weiter. Für den Betrieb musste die Gemeinde ein Defizit von über 100 000 Euro tragen – „die Kinder sind uns lieb und teuer, sie sind unsere Zukunft“, verdeutlichte Beer. Um den gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz erfüllen zu können, hat der Markt vor etlichen Jahren sechs Plätze geschaffen. Mittlerweile ist eine Erweiterung der Einrichtung um eine dritte Gruppe beschlossen. Weil Krippenplätze nur ebenerdig liegen dürfen, sei ein Anbau geplant, mit dem nächstes Jahr begonnen werden soll.

Als "Kapital des Marktes" würdigte der Bürgermeister den Einsastz der Ehrenamtlichen in den Vereinen. Zahlreiche Gruppierungen prägten das gesellschaftliche, kirchliche, kulturelle und sportliche Leben im Ort. Maximilian Beer nannte unter anderem das Ferienprogramm mit etlichen Veranstaltungen.

Bei der Altortsanierung sei der Ausbau der Ortsdurchfahrt im Vorjahr das prägende Vorhaben gewesen. Mit diesem "Jahrhundertprojekt" (Beer) habe sich das Ortsbild deutlich verbessert. Beim Verkehr sei eine Beruhigung erreicht worden. Familienfreundliche Bauplätze könne der Markt im Baugebiet „Hennensteig II“ anbieten, weitere sollen im geplanten Baugebiet „Am Kalvarienberg“ entstehen.

Bei den Finanzen sei die Marktgemeinde bemüht, trotz enger Spielräume Investitionen für die Zukunft zu tätigen. Beer listete die Einnahmen und Ausgaben auf und bilanzierte, dass zur Erfüllung der gemeindlichen Aufgaben heuer 460 589 Euro zur Verfügung stünden. Es sei gelungen, die Verschuldung zu senken, diese betrage pro Kopf derzeit 1381 Euro. Wegen enormer Investitionen in der Zukunft werde sie aber wieder steigen.

In seinem Ausblick nannte der Bürgermeister geplante Straßenbaumaßnahmen. So werde etwa der Ausbau der Straße „Bodenäckersiedlung“ samt Folgemaßnahmen über eine Million Euro an Kosten verursachen. Auf den Weg gebracht sei mittlerweile das Verfahren zur Flurneuordnung und Dorferneuerung in Denglarn. Dies werde etwa 15 Jahre in Anspruch nehmen. Für die Zukunft wünschte er sich von den Bürgern "Engagement statt Geschimpfe", konstruktive Kritik sowie einen fairen Umgang mit Bürgermeister, Markträten sowie der Verwaltung.

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