27.02.2019 - 18:25 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Krippenplätze reichen nicht aus

Eine Fülle von Informationen hielt Bürgermeister Maximilian Beer bei der Bürgerversammlung des Marktes Schwarzhofen parat. Die demografische Entwicklung bereitet Sorgen.

Bürgermeister Maximilian Beer (von links) überreichte an Irmgard Mayer eine Ehrenamtskarte, verbunden mit dem Dank für ihr Engagement. Die beiden Vereinsvorsitzenden Anton Turban (VdK) und Anton Schießl (GOV) gratulierten ihrem engagierten Mitglied.
von Adolf MandlProfil

In der Aula der Dr.-von-Ringseis-Grundschule ging die obligate Bürgerversammlung über die Bühne. Bürgermeister Maximilian Beer freute sich über den guten Besuch, der von Interesse am Geschehen zeuge. Ein Antrag von seiten der Bürger lag nicht vor. "Größtes Problem ist der demografische Wandel, der auch bei uns voll durchschlägt. Ihn aufzuhalten oder gar umzudrehen ist eine der größten Aufgaben für die Zukunft", sagte Beer und untermauerte die Entwicklung mit Zahlen (Einwohnerstand am 31.12.2010 noch 1499, am 31.12. 2018: 1428 Personen).

Zuschuss für Straßen

Der "differenzierte Winterdienst" erfolge nach der Einteilung im Räum- und Streuplan, gefährliche Stellen und Schulbusstrecken hätten Vorrang. "Die Bürger haben sich meist sehr diszipliniert mit der Situation abgefunden", lobte Beer. Der Aufwand für den Straßenunterhalt belief sich auf 109 516 Euro, dafür ging ein Straßen-Unterhaltszuschuss von 60 800 Euro ein. Einen großen Raum nahmen seine Ausführungen zum Brandschutz ein. Man habe sechs aktive Wehren im Marktbereich, für die im Jahr 2018 allgemeine Ausgaben von 40 816 Euro anfielen. Er schloss einen aufrichtigen Dank an für alle Aktiven, besonders für die Vorsitzenden und Kommandanten.

Beim Überblick über die gemeindlichen Einrichtungen stelle Beer zunächst die Dr.-von-Ringseis-Grundschule vor. Insgesamt werden in diesem Schuljahr 34 Schüler in zwei kombinierten Klassen unterrichtet. Ein Teil der im Obergeschoss frei stehenden Räume werden gegen Entgelt genutzt. Die im Haus - in einem großen Raum - untergebrachte Markt- und Schulbücherei sei sehr gut ausgestattet und werde gut angenommen (3525 Nutzer in 2018). "Der Schwarzachtal-Kindergarten ist voll", konstatierte er. Hier werden derzeit 29 Regelkinder, 11 Schulkinder und 14 Krippenkinder in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Öffnungszeiten betreut. Für den Betrieb des Kindergartens musste man ein Defizit von 147 261 Euro tragen, darunter 33 803 Euro für Kinder, die andere Einrichtungen besuchen. Um den gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz erfüllen zu können, hat der Markt vor etlichen Jahren sechs Plätze geschaffen. Diese reichen schon lange nicht mehr aus. Deshalb hat der Marktrat eine Erweiterung beschlossen mit der Einrichtung einer dritten Gruppe im Obergeschoss.

"Die Ehrenamtlichen und Aktiven der Vereine sind das Kapital des Marktes, sie prägen unser gesellschaftliches Leben", lobte Beer. Er zählte einige der Aktivitäten und Highlights auf und sprach seinen ausdrücklichen Dank dafür aus. Es gebe viele aktive Vereine und Gruppierungen im Marktgebiet, die das gesellschaftliche, kirchliche, kulturelle und sportliche Leben prägen. Der Markt führe Ehrenamtsabende durch, viele Aktive erhielten dabei Ehrenamtskarten in Silber oder Gold. Beer nahm das zum Anlass, Irmgard Mayer eine solche zu überreichen, da sie sich seit vielen Jahren vor allem beim GOV und VdK intensiv engagiert.

Mehr Strom als nötig

Dies zeige sich auch beim Ferienprogramm für Kinder, zu der im Markt etliche Veranstaltungen angeboten wurden. Beer richtete die Bitte an die örtlichen Vereine und Gruppierungen, sich auch heuer wieder zu beteiligen. Er lobte auch die aktive Seniorenarbeit (Seniorenclub besteht seit dreißig Jahren). Als umweltbewusste Gemeinde sei man "stromautark", denn man erzeuge das Doppelte des Stromverbrauchs.

Zur Finanzsituation listete der Bürgermeister die Einnahmen und Ausgaben auf und bilanzierte, dass zur Erfüllung der gemeindlichen Aufgaben heuer 581 206 Euro zur Verfügung stünden. Die Verschuldung beträgt pro Kopf derzeit 1477 Euro.

Bürgermeister Maximilian Beer sprach bei der Bürgerversammlung auch die Leerstände sowie die Beseitigung von „Schandflecken“ an. Hier hätten weder der Markt, noch der Landkreis eine Handhabe.

Bei der Altortsanierung war der Ausbau der Ortsdurchfahrt im Vorjahr das „Kernprojekt“ und die größte Baumaßnahme im Markt bisher. „Wir haben jetzt ein Schmuckstück“, betonte Beer. Denn das Ortsbild wurde deutlich verbessert und eine Verkehrsberuhigung erreicht.

Beer ging auch ausführlich auf die neue Parksituation ein und stellte heraus, dass das Landratsamt als zuständige Behörde die Einschränkungen angeordnet habe – nicht der Markt. Derzeit werde ein provisorischer Parkplatz beim Friedhof für 30 bis 50 Autos eingerichtet. Für einige Anwesen habe man eine Abbrucherlaubnis erreicht und diese ausgeführt. Im Zuge dieser Maßnahmen konnten auch eine Erdgas- sowie die Breitbandversorgung erreicht werden. „700 Haushalte haben jetzt schnelles Internet“, freute sich Beer. Man könne nun auch familienfreundliche Bauplätze anbieten (Baugebiet „Hennensteig II“) und wolle weitere im Baugebiet „Am Kalvarienberg“ erschließen. Beer sprach auch Missstände wie illegale Müllbeseitigung, Vandalismus oder Nutzung von Gemeindegrund an. In seinem Ausblick nannte er die geplanten Straßenbaumaßnahmen.

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