27.11.2019 - 10:50 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Mehr Verständnis füreinander aufbringen

Jede Form von Gewalt ist kategorisch abzulehnen. Das betonen die Redner beim Volkstrauertag in Schwarzhofen, der heuer ohne Musik auskommen muss.

Pfarrer Markus Urban sprach Gebete und segnete das Kriegerdenkmal
von Adolf MandlProfil

Der Volkstrauertag wurde im Markt Schwarzhofen heuer ganz still begangen, da die sonst gewöhnlich spielende Blaskapelle wegen Personalmangels kurzfristig absagen musste. Man hielt die Gedenkfeier wieder am Samstag nach dem Abendgottesdienst, diesmal wieder erst am Vorabend des Totensonntags, weil am "eigentlichen" Termin in der Seelsorgeeinheit Schwarzhofen-Dieterskirchen der Absprache gemäß im Nachbarort die Gedenkfeier stattfand.

Pfarrer Markus Urban ging im Gottesdienst - der vom Kirchenchor mitgestaltet wurde und bei dem die Vereinsabordnungen präsent waren - schon auf den Gedenktag ein. Am Marktplatz formierte sich danach ein Zug der Vereine und Gruppierungen der Marktgemeinde. Man zog in geschlossener Formation über den "Dientzenhoferweg" zum Kriegerehrenmal beim Friedhof. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SuKK) Schwarzhofen hatte neue Fackeln am Kriegerehrenmal postiert und hielt weitere für den Zug bereit.

Pfarrer Urban sprach Gebete für die Gefallenen der beiden Weltkriege sowie für die Toten, die bei anderen Gewalthandlungen, Verfolgung aus verschiedenen Motiven und politischen Unruhen ihr Leben verloren haben - auch in der jüngeren Vergangenheit in Krisengebieten oder die Opfer von Terroranschlägen und segnete dann das Ehrenmal. Bürgermeister Maximilian Beer sprach in seiner Rede an, dass man seit über 70 Jahren in Frieden lebe. Vor hundert Jahren endete der Erste Weltkrieg. Er erinnerte an die Opfer der beiden Weltkriege und ermahnte eindringlich, die Opfer der Gefallenen, der Zivilbevölkerung, der Flüchtlinge, Vertriebenen, Behinderten, Andersdenkenden, und politisch Verfolgten nicht zu vergessen. Angesichts des Leides, das Kampfhandlungen verursachen, verbiete sich jede Verherrlichung oder auch nur Verniedlichung von Gewaltanwendung jeglicher Art. Dies alles müsste alle zum Umdenken mahnen, zum Eintreten für mehr Verständnis füreinander. Als Dank von Markt und Pfarrei legte er zusammen mit Pfarrer Urban eine Schale am Ehrenmal nieder.

Der Vorsitzende der SuKK Schwarzhofen, Gerhard Würl, erinnerte auch an die vielen Opfer. Er stellte auch heraus, dass ein australischer Forscher konstatiert habe, dass Deutschland beileibe nicht die Alleinschuld für die Weltkriege trage. Anton Turban als Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes gedachte in einem kurzen Nachruf der Gefallenen. Gemeinsam legte er mit dem Würl eine Blumenschale am Ehrenmal nieder. Bürgermeister Beer dankte allen, die einen Beitrag zum Gelingen der Feier geleistet hatten, bevor sich der stille Zug wieder zurück zum Marktplatz bewegte und sich dort auflöste.

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