28.05.2020 - 16:28 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Schulsanierung als größter Brocken

Einstimmig hat der Marktgemeinderat Schwarzhofen in seiner ersten Arbeitssitzung den Haushalt 2020 verabschiedet. Mit 1,7 Millionen Euro ist die Grundschul-Sanierung die größte Investition. Der Bürgermeister mahnt aber auch zur Vorsicht.

Die Sanierung der Doktor-von-Ringseis-Grundschule samt Dacherneuerung ist heuer die größte Maßnahme im Vermögensteil des Gemeinde-Haushalts.
von Helga ProbstProfil

Im Vorfeld der Sitzung hatte eine intensive Vorbesprechung des Zahlenwerks stattgefunden. Wie zu hören war, sei dabei sehr konstruktiv gearbeitet und über einzelne Posten ausführlich gesprochen worden. Nun kam die Aufstellung im Gremium, das erneut in der Schulaula tagte, fast unverändert zur Abstimmung. Der Etat der Marktgemeinde, der über ein Gesamtvolumen von 5,99 Millionen Euro verfügt, ist dabei einstimmig gebilligt worden.

Den Berechnungen für 2020 liegt eine Zahl von 1410 Einwohnern zugrunde. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen rund 3,09 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt knapp 2,9 Millionen Euro. Im Haushaltsjahr ist zur Finanzierung der Ausgaben im Vermögenshaushalt eine Entnahme in Höhe von 200 000 Euro vorgesehen, so dass sich der Rücklagenstand zum 31. Dezember auf rund 62 282 Euro reduzieren wird. Zum Jahresende wird ein Schuldenstand von 2,37 Millionen Euro erwartet. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1682 Euro.

Die Pflichtzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt wird mit 540 750 Euro erreicht. Kämmerin Martina Held verwies darauf, dass eine Mindestzuführung in den Jahren 2021 bis 2023 voraussichtlich nicht mehr geschafft werden könne. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen wurde auf 558 000 Euro festgesetzt.

Der Vermögenshaushalt für heuer ist in Schwarzhofen geprägt von drei größeren Maßnahmen: der Sanierung der Grundschule (mit Dachsanierung) für rund 1,69 Millionen Euro, den Planungskosten für den Kindergartenanbau mit über 80 000 Euro (damit die Förderung nicht verfällt) sowie der Erschließung der Bodenäckersiedlung mit 720 000 Euro. In den Jahren 2021 bis 2023 stehen im Investitionsprogramm als Maßnahmen der Anbau des Kindergartens, erneut die energetische Sanierung der Grundschule, die Gemeindestraße Zangenstein–Schönau sowie die Straßen- und Kanalsanierung in der Bodenäckersiedlung.

Die Erneuerung der maroden Schwarzachbrücke in Schwarzhofen wurde auf 2023 verschoben und 300 000 Euro dafür eingeplant. Dem gesamten Gremium war klar, dass diese Investition momentan nicht zu vertreten sei, auch wenn einige Bürger gerne über die Brücke gehen würden, anstatt die Umleitung entlang der Staatsstraße zu nehmen. Ratsmitglied Alfred Wolfsteiner hatte recherchiert und einen Vorschlag für eine dauerhafte Behelfsbrücke (Kosten zirka 60 000 Euro) erarbeitet, den die Verwaltung auf seine Machbarkeit prüfen wird.

„Es ist Vorsicht angebracht und wir sind zum Sparen gezwungen“, fasste Bürgermeister Maximilian Beer zusammen. Er prognostizierte, dass die Corona-Pandemie ein großes Loch in die Staatskasse brennen werde. Für die Kommunen bedeute das weniger Zuweisungen und sinkende Steuereinnahmen. Es würden zwar heuer noch viele Investitionen getätigt, aber einige Maßnahmen müssten auf später verschoben werden. Dazu gehöre leider auch die Dorferneuerung im Ortsteil Denglarn.

Im Vorfeld wurde das Rechnungsergebnis des Marktes für 2019 mit einem Gesamthaushalt von 4,43 Millionen Euro bekanntgegeben. Die Zahlen werden, sobald es die Situation erlaubt, vom Rechnungsprüfungsausschuss unter die Lupe genommen. Als erfreulich bezeichnete es der Bürgermeister, dass 2019 statt der geplanten 263 300 Euro, tatsächlich 733 622 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden konnten. „Das haben unsere Gewerbetreibenden hart erarbeitet“, sagte er.

Weitere Beschlüsse aus dem Marktgemeinderat:

Genehmigte Bauanträge:

Grünes Licht erhielten Bauwerber in Geratshofen für die Errichtung eines neuen Wohnhaus samt zwei Doppelcarports mit Geräteraum und eines Schwimmbecken im Außenbereich. Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe muss noch eine Stellungnahme abgeben.

Genehmigt wurde auch der Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarge in Schönau.

Auftragsvergaben:

Die Bayernwerk Netz GmbH, Schwandorf, erhält den Auftrag zur Erneuerung der Straßenbeleuchtungsanlage bei der Baumaßnahme Bodenäckerstraße/ Krimlinger Weg für 13 584 Euro.

Es wurde genehmigt, dass das Bauunternehmen Hampel aus Pösing, das Gewerk „begleitende Baumeisterarbeiten“ bei der Sanierung der Grundschule für 285 781 Euro übernimmt.

Da das Angebot für die Trockenbauarbeiten für die Grundschule um 23 Prozent (60 000 Euro) über der Kostenvorausberechnung lag, soll die Ausschreibung in Trockenbaumaßnahmen und Brandschutzmaßnahmen aufgeteilt werden. Auf Vorschlag des Architekturbüro Steidl soll sofort wieder ausgeschrieben werden.

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