Wer wie der Autor als archäologischer Kreisheimatpfleger immer wieder das Gelände nach Artefakten (also von Menschen hergestellte Gegenstände oder Teile hiervon) absucht, findet häufig Keramikscherben aus verschiedenen Kulturepochen. Oft stammen sie aus der Neuzeit und sind damit archäologisch weniger interessant.
Wichtig sind aber die aus der Vorgeschichte (also der Zeit vor Christi Geburt) und der Frühgeschichte (bis ins 10. nachchristliche Jahrhundert), weil sie Hinweise geben können auf Menschen, die vor langer Zeit hier gelebt haben. Meistens findet man von alten Keramikgefäßen nur einzelne, oft kleinere Stücke. Es ist deshalb ein Glücksfall, wenn Scherben auftauchen, die sich aneinanderfügen und so zu einem Gefäß ergänzen lassen. So etwas Erfreuliches widerfuhr mir auf einer meiner Exkursionen im Bereich von Uckersdorf (Gemeinde Schwarzhofen). Der Landwirt hatte dort auf einem Acker ein unterirdisch gelegenes, wahrscheinlich ganzes Gefäß mit dem Pflug erfasst und dadurch einige Teile an die Oberfläche befördert. Einem weiteren glücklichen Umstand ist es zu danken, dass sich darunter alle Teile befanden (unter anderem Boden-, Rand- und Wandstücke sowie die Henkelansätze), die für die Rekonstruktion des Gefäßes durch die früher in Schwarzhofen lebende Keramikerin Veronika Riedl erforderlich waren.
Das einer Tasse ähnelnde Gefäß stammt eventuell noch aus der Bronzezeit (2200 bis 1200 v. Chr.), mit großer Wahrscheinlichkeit aber aus der sich anschließenden Epoche der Urnenfelderkultur (bis 800 v. Chr.).




















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