Über guten Besuch – auch von auswärtigen Interessenten – freute sich der Kulturförderkreis bei seinem Vortrag über Erdställe im Sitzungssaal des Rathauses willkommen. Zum Denkmaltag stellte Bürgermeister und Vorsitzender Maximilian Beer heraus, dass das Rathaus selbst Denkmal-Status habe und im Marktbereich insgesamt 40 davon vorhanden seien.
Als Organisator begrüßte Ortsheimatpfleger Alfred Wolfsteiner die Referentin der Veranstaltung. Birgit Symader vom Arbeitskreis Erdstallforschung gab zunächst allgemeine Informationen über Erdställe vor betonte, dass es diese überall in Europa gebe – 190 seien allein in Bayern bekannt. Erdställe sind unterirdische Gänge, die von Menschen vergangener Zeiten angelegt worden sind. Um sie ranken sich Sagen und Legenden.
Im Volksmund werden diese geheimnisvollen Gänge unterschiedlich benannt. Vor allem in Bayern ist die Bezeichnung „Schrazelloch“ verbreitet, da die Gänge dem Volksglauben nach von Zwergen (Schraten, Schratzln, Razeln, Schranzen) gegraben wurden. Der ursprüngliche Zweck der Anlagen ist unbekannt. Es gibt verschiedene Deutungsvorschläge – Verstecke, Vorratslager, kultische oder religiöse Anlagen. Jeder Erdstall sei in Größe und Bauweise einzigartig, so Symader. Gemein seien ihnen schmale Gänge und enge Schlupflöcher, die höhlenartige Kammern miteinander verbinden.
An zwei Erdställen aus Niederbayern zeigte Symader die Bauweise, Erhaltungsmaßnahmen und Wege der Dokumentation auf. Sie ging auf den "Schießl-Hof" in Neukirchen-Balbini ein, in dem ein "Erdstallforschungszentrum mit archäologischer Dokumentation" eingerichtet wurde. Mit hohen Zuschüssen wurde der ehemalige Bauernhof zu einem Kultur- und Veranstaltungsort umgebaut. Zum Zentrum gehören eine Stube, eine Bibliothek und ein Archiv. Literatur zum Thema Erdställe, Pläne sowie Dokumentationen sind hinterlegt, ebenso das Depot und Archiv der Erdstallforschung. Die Eröffnung wird im Zeitraum von 4. bis 6. Oktober stattfinden. Als künftige Öffnungszeit ist der Zeitraum von Ostern bis 3. Oktober vorgesehen, jeweils sonntags Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Zweimal jährlich sind Sonderausstellungen geplant, außerdem weitere Veranstaltungen.













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