29.04.2021 - 17:25 Uhr
SchwarzhofenOberpfalz

Vom Youngster zum Rekordhalter: 25 Jahre im Chefsessel von Schwarzhofen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Für Rekorde ist Maximilian Beer schon immer gut. Als er 1996 als Bürgermeister antritt, zählt er bayernweit zu den jüngsten Chefs im Rathaus. Jetzt ist er unter den dienstältesten - und kein bisschen müde.

Das Heimatfest 2010 war nur einer von vielen Höhepunkten in der 25jährigen Amtszeit von Maximilian Beer als Bürgermeister.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Genau vor 25 Jahren ist Maximilian Beer als Bürgermeister in Schwarzhofen durchgestartet. Gerade mal 29 Jahre alt war er damals, in einer Zeit, als "Youngster noch nicht im Trend waren", so formuliert er das heute. Wenn er von seinem Weg Richtung Rathaus erzählt, dann schwingt dabei immer noch in Nuancen Erstaunen mit über die Umstände, die ihn zum Senkrechtstarter machten. Und auch Freude darüber, dass es ihm gelungen ist, das Vertrauen der Bürger in ihn nicht zu enttäuschen.

"Für ein Lebensfazit ist mir das jetzt aber zu früh", sagt der Dienstjubilar, der heuer auch noch auf 30 Jahre als Ortsvorsitzender der CSU zurückblicken kann. Als einer, der versöhnen kann, ist er angetreten in einer Zeit des Zwists, und an Harmonie ist ihm noch immer viel gelegen. "Mit jeder Entscheidung, die man trifft, gibt es immer einen, den man vergrault", bedauert er.

Profitiert hat er in seiner Jugend ausgerechnet von internen Unstimmigkeiten in seiner lokalen Partei, von der Zeit, als sich von drei CSU-Kandidaten keiner als Bürgermeister durchsetzen konnte und ein Neuanfang mit einem jungen Vorsitzenden ratsam erschien. Der hatte sich längst mit seinem Engagement bei Junger Union, Katholischer Landjugend, Pfarrgemeinderat, Siedler- und Theaterverein einen Namen gemacht und nicht viel zu verlieren: Die Partei hatte 1990 fünf von sieben Sitzen abgeben müssen, weshalb es Beer mit Listenplatz vier zunächst nicht in den Gemeinderat schaffte.

Es war an Beer, 1996 eine neue Mannschaft aufzustellen und sich auf Kandidatensuche fürs Bürgermeisteramt zu begeben. " Alle haben dankend abgelehnt", erinnert er sich. Kurzerhand sprang er selbst "auf den letzten Drücker" in die Bresche – ohne Aussicht auf Sieg. "Ich wollte aber nicht nur auf dem Papier kandidieren", begründete er sein Engagement – und damit hatte er prompt Erfolg. Es kam zur Stichwahl, der Amtsinhaber verlor, 59,28 Prozent stimmten für Beer.

Doch der Start im Rathaus erwies sich für den damals 29-Jährigen als gar nicht so einfach: Da saßen gleichen zwei Amtsvorgänger mit Wissensvorsprung im Gremium, es gab Reiberein. "Ich musste mich schon durchbeißen", sagt der heute 54-Jährige, der mit einer Laufbahn als Diplom-Verwaltungswirt im Staatsdienst dagegen hielt. "Ich habe von Anfang an versucht, nicht leere Versprechen, sondern ehrliche Politik zu machen." Außerdem sei er angetreten, um ein Bürgermeister für alle sechs Altgemeinden und 24 Gemeindeteile zu sein. "Offensichtlich ist das honoriert worden", sagt er. Sechs Jahre nach dem Start im Rathaus gewann er die Wahl unangefochten mit über 80 Prozent, bei den weiteren drei Wahlen fand sich erst gar kein Gegenkandidat.

Wer den langjährigen Amtsinhaber nun fragt, was er in einem Vierteljahrhundert so bewegt hat, bekommt eine lange Liste serviert: Kindergarten, Ortsdurchfahrt, Feuerwehrhaus, Flurbereinigung, Dorferneuerung, Breitband, Erdgas.... Stolz ist der Dienstjubilar aber darauf, ein "Bürgermeister für alle" zu sein. Kein Selbstläufer sei dieser Titel, sondern einer, den man jeden Tag demutsvoll neu erarbeiten müsse.

Ein Schwerpunkt kristallisiert sich dann im Gespräch mit Oberpfalz-Meiden doch heraus: die Baumaßnahmen im Bereich der Ortsdurchfahrt samt Marktplatz. Was die Zukunft betrifft, sind rein finanztechnisch die Weichen für die nächsten Jahre mit dem kostenintensiven Um- und Ausbau von Kindergarten und Schule schon gestellte. Bauland und Breitband, Straßen und Flurbereinigung, die Dorferneuerung in Denglarn, das sind nur einige Punkte, die er abhaken will. Noch hat Max Beer bei sich keine Ermüdungserscheinungen ausgemacht. "Aktuell habe ich großen Spaß an meinem Amt, ich könnte mir das schon noch ein Weilchen vorstellen", gesteht der Regierungsdirektor, der regelmäßig zwischen seiner Heimatgemeinde und der Stabsstelle im Ministerium für Gesundheit und Pflege in München pendelt.

"Jetzt bin ich tatsächlich der dienstälteste Bürgermeister den Schwarzhofen je hatte", staunt der Hobby-Geschichtsforscher mit Blick auf das Gemeindeedikt von seinem Namensvetter König Maximilian I. im Jahr 1818. Alle Vorgänger sind seither dokumentiert, am längsten war in der Nachkriegszeit Josef Dirscherl im Amt, nämlich 24 Jahre. Diesen Rekord hat Beer jetzt gebrochen. "Der hat lange durchgehalten", wundert sich der aktuelle Amtsinhaber und staunt darüber, dass er diesen Mann inzwischen übertrumpft hat. "Ich habe nie geglaubt, dass ich so lange im Amt sein würde."

So deutlich fiel 2020 der Vertrauensbeweis in Maximilian Beer aus

Schwarzhofen

"Ich habe von Anfang an versucht, nicht leere Versprechen, sondern ehrliche Politik zu machen. Offensichtlich ist das honoriert worden."

Bürgermeister Maximilian Beer

Bürgermeister Maximilian Beer

In 25 Jahren als Bürgermeister hatte Maximilian Beer (links) mit vielen Baustellen zu tun. Hier ist er mit Unternehmer Helmut Seebauer vor Ort, um zu sehen wie es mit den Arbeiten im Bereich der Schule klappt.
Bürgermeister Maximilian Beer, hier auf einem Foto, das beim Heimatfest 20210 entstanden ist, hat Grund zum Feiern: Seit 25 Jahren ist er unangefochten Chef im Schwarzhofener Rathaus.
Nicht selten brachte Bürgermeister Maximilian Beer auch seine frühere Chefin in München, die damalige Staatssekretärin Melanie Huml, mit nach Schwarzhofen.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.