Im Jahr 2006 wurde das „Café Anni“ zum Landgasthof erweitert. „Das war für uns Anlass, einem Musikantenstammtisch ein Domizil zu geben“, erzählt Besitzerin Anni Kormann, die zusammen mit ihrem Sohn Matthias den beliebten Landgasthof betreibt. Hans Dittrich (88) aus Sulzbach-Rosenberg und Josef Ertl (83) griffen erfreut zu. Am 8. Februar 2007 gründeten sie einen Musikantenstammtisch, luden fast zwanzig Jahre lang jeden zweiten Donnerstag im Monat dazu ein. Im April 2025 hat Robert Dimper (68) die Leitung übernommen. Er ist Schwender Bürger seit 2003, ehemaliger Lehrer bei der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg und singt und spielt seit 2007 Gitarre im „Schwender Dreigesang“.
„Der 200. Stammtisch sollte ein besonderer werden“, plante Dimper. Vierzehn Musikantinnen und Musikanten, hauptsächlich aus dem Amberg-Sulzbacher Land, sind seiner Einladung gefolgt und brachten mit ihren Instrumenten und Stimmen den Raum zum Klingen. Die Zuhörer ließen sich nicht bitten, sangen mit beim „Vuglbeerbaam“, dessen Refrain umgedichtet wurde in „Zum Stammtisch in Schwend, da fahrn wir alle gern hin“. Einige Paare hielt es bei Walzer und Dreher nicht auf den Plätzen, sie nutzten trotz der räumlichen Enge die Live-Musik zum Tanz. Zur guten Stimmung trugen Kulinarisches aus der Küche und Sekt von der Chefin als Dankeschön für die immer gute Unterhaltung und die langjährige Treue der Gäste zu ihrem Haus bei.
Über 20 Jahre Gastfreundschaft
Mit Worten und Geschenken dankte Robert Dimper Anni und Matthias Kormann für ihre Gastfreundschaft über 20 Jahre hin und dafür, „dass sie sympathisch und zuverlässig den Stammtisch am Leben erhalten haben“. Es sind überwiegend die Älteren, die in den Gruppen musizieren, weshalb sich auch Bürgermeister Elmar Halk in seinem schriftlichen Grußwort um das musikalische Potenzial in der Gemeinde kümmern will.
„Mehrere hundert verschiedene Musikanten haben bei der ‚Anni‘ schon gespielt“, erzählte Robert Dimper den Gästen. Am Jubiläumsabend gestalteten vierzehn das Programm. Sie bildeten wechselnde Gruppen und hatten jeweils zwei Auftritte. Allen voran natürlich der „Schwender Dreigesang“: zwei Sängerinnen, die seit 2007 auftreten, und Robert Dimper, der mit Gitarre und Mundharmonika begleitet. Die Texte ihrer Volkslieder und bayerischen Weisen sind teilweise mit lokalen Ereignissen gewürzt worden, eigene Kompositionen wie das „Birglandlied“ durften dabei nicht fehlen. Gitarre, Akkordeon, Mundharmonika, Saxofon und Klarinette waren die Instrumente des Abends. Ihre Besitzer, Gruppen wie Solisten, brauchten meist keine Noten, spielten oder spielen in Kapellen oder Bands, zeigten Freude und Können und bekamen viel Beifall. Im späteren Verlauf des Abends wurde gesungen, und Musiker und Publikum demonstrierten, dass sie auch alte und ganz alte Schlager im Repertoire haben.
285 Musikanten sind aufgetreten
Ein Quiz am Ende des Abends brachte nicht nur viel Heiterkeit, sondern bot auch interessante Informationen über 20 Jahre Musikantenstammtisch. Robert Dimper hatte recherchiert:
285 Musikanten sind in dieser Zeit bei „Anni“ aufgetreten. Der Familienname Luber kam sechsmal vor, der Vorname Hans 21 mal. Bei den Instrumenten errang das Akkordeon Platz eins mit 107 Einsätzen, gefolgt von der Gitarre mit 52 und der Steirischen mit 25 Einsätzen. Das am seltensten gespielte Instrument war die Ukulele. 27 Musikanten kamen aus der Neumarkter Gegend, 20 aus Sulzbach-Rosenberg, 6 aus Hahnbach, 17 aus Amberg und 13 aus Schlicht. Die weitesten Angereisten kamen aus Oldenburg mit 635 km, Duisburg mit 504 km und aus Rudná bei Prag mit 130 km.























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