Lebendiges Stück Dorfgeschichte

Es ist die letzte Etappe auf einem langen Weg. Die Einweihung des Ranklhofs und des Bräukellers in Seebarn markiert am Sonntag den vorläufigen Schlusspunkt eines besonderen Projekts: Ein neuer Dorfmittelpunkt ist hier entstanden.

Einst war der Ranklhof das größte landwirtschaftliche Anwesen in Seebarn. Mit viel Engagement haben der Heimatverein und seine Mitglieder dem Dreiseithof neues Leben eingehaucht.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

(mp) Der Heimatverein hatte den Dreiseithof im Juni 2005 erworben. Mit Wohnstallhaus, Scheune, Backofen, Brunnen und einem weitläufigen Obstgarten ist das Anwesen ein markanter Punkt im Ortskern von Seebarn. Der Ranklhof bereichert das Bäuerliche Heimatmuseum, seit Jahren begeistert das Ambiente unter anderem beim "Seebarner Advent" die Besucher.

Lebendiges Dorf

Neue Weichen für das Anwesen wurden ab 2012 gestelt. Unter Mitwirkung von Architektin Barbara Steidl entsteht das Konzept "Vitakothek - das lebendige Dorf des Heimatvereins Seebarn". Es rückt den Hof in den Dorfmittelpunkt und öffnet neue Wege für die Nutzung zum Beispiel in pädagogischer Hinsicht für Schulen und für den Tourismus.

Eine ganze Liste an Teilprojekten ist für das Vorhaben abgearbeitet worden: Ein Schaugarten mit alten Nutzpflanzen wurde angelegt, Trocknungs- und Lagermöglichkeiten wurden konzipiert, die Dreschmaschine wurde überdacht, der Hofraum befestigt und der Garten eingefriedet, Sitzgelegenheiten wurden eingerichtet und sanitäre Anlagen eingebaut. Anfang diesen Jahres erreichten die Arbeiten die Ziellinie.

Der Museums- und Veranstaltungsbetrieb wurde während der Bauphasen aufrechterhalten. Besucher und Schulklassen haben bereits von den verschiedenen Investitionen profitiert. Nach Angaben von Adolf Greiner, Vorsitzender des Heimatvereins, belaufe sich die Höhe der Gesamtausgaben auf rund 240 000 Euro. Zuschüsse für das Projekt flossen unter anderem aus dem Fördertopf der Europäischen Union, von der Stadt Neunburg und vom Landkreis Schwandorf,

"Nun ist es an der Zeit, Danke zu sagen, die Räumlichkeiten ihrer Bestimmung zu übergeben und den Segen für die Zukunft zu erbitten", teilt Vorsitender Adolf Greiner im Vorfeld der Feierlichkeiten mit, die am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche beginnen. Zur Veranstaltung ist die gesamte Bevölkerung willkommen.

Bräukeller saniert

Weiterer Baustein zur "neuen Seebarner Mitte" war die Sanierung des Bräukellers am Dorfplatz im Zuge der Dorferneuerung. Einen "imposanten Zeugen seiner Zeit" nennt Architekt Michael Steidl die Gewölbeanlage, die aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert stammt. Rund 50 000 Euro kostete das Vorhaben der Stadt Neunburg, das mit einem Zuschuss von 54 Prozent aus Mitteln der Dorferneuerung bezuschusst worden war.

Der Keller ist im Wesentlichen aus dem anstehenden Granitfelsen geschlagen, so Steidl weiter. In Teilbereichen wurde er mit Vollziegeln ausgemauert, auch der Boden ist damit gepflastert. Wegen der gleichmäßig niedrigen Temperaturen diente das Gewölbe einst der Lagerung von Bier, im Zweiten Weltkrieg wurde er auch als Schutzraum genutzt. Der Architekt wird den Bräukeller am Sonntag bei Führungen der Öffentlichkeit präsentieren.

Einen Einblick in die weitläufige Gewölbeanlage des Seebarner Bräukeller ist am Sonntag für alle Interessenten möglich.

Info:

Programm

10 Uhr: Festgottesdienst in der Pfarrkirche Seebarn, Kirchenzug zum Ranklhof, Musik: "Seebarner Gwiach".

11 Uhr: Begrüßung Heimatvereinsvorsitzender Adolf Greiner, Einweihung durch Pfarrer Theo Schmucker, Ansprachen durch stellvertretenden Landrat Joachim Hanisch, Bürgermeister Martin Birner, Vertreter des Architekturbüros Steidl und Heio Steffens, Vorsitzender der Dr.-Heio-und-Britta-Steffens-Stiftung.

ab 12 Uhr: Mittagessen, im Anschluss Rahmenprogramm mit Führung durch Bräukeller (Architekt Michael Steidl), Kellerbier-Probe (Burkhard Kagerer), Führungen durch Bauern- und Kräutergarten (Christine Ebenschwanger 13.30 Uhr, Ingrid Weidinger 15.30 Uhr). (mp)

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