21.05.2019 - 17:54 Uhr
SelbOberpfalz

Neue Führung bei keramischer Industrie

Die keramische Industrie bietet seit längerem eine gespaltene Entwicklung. Im Bereich Porzellan sinken die Umsätze, in der technischen Keramik geht es aufwärts.

Rolf-Michael Müller (links) übergab am Dienstag in Selb den Vorsitz im Verband der keramischen Industrie an Joachim Heym.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Nach zehn Jahren gibt es an der Spitze des Verbandes der Keramischen Industrie (VKI) einen Wechsel. Joachim Heym, Geschäftsführer der Schunk Ingenieurkeramik GmbH aus Willich in Nordrhein-Westfalen, ist bei der Jahresmitgliederversammlung am Dienstag im Porzellanikon in Selb (Kreis Wunsiedel) zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er beerbt Rolf-Michael Müller, der seit 18 Jahren im Vorstand mitgearbeitet und seit dem Jahr 2009 den Verband geleitet hatte.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die keramische Industrie einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 4,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017, als der Gesamtumsatz bei 1,15 Milliarden Euro lag. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Jahr 2018 um 1,2 Prozent auf 10 591. Wie in den zurückliegenden Jahren wächst der Bereich technische Keramik. Der Umsatz legte um 8,5 Prozent auf 854 Millionen Euro zu. Die Zahl der beschäftigten stieg nach Angaben des VKI um 3,2 Prozent auf 6069.

Einbußen melden Ofenkachel- und Porzellanindustrie, letztere nicht zum ersten Mal. Der Umsatz der Ofenkachelindustrie sank um 3,7 Prozent auf 8,5 Millionen Euro, die Zahl der Beschäftigten ging sogar um 4,2 Prozent auf 161 zurück. Der Umsatz in der Porzellanindustrie sank um 4,4 Prozent auf 290 Millionen Euro. Dabei brach der Umsatz im Ausland mit 4,8 Prozent stärker als im Inland ein (minus 3,9 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten betrug 3366, ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber 2017. Ein kleines Umsatzwachstum verzeichneten mit 0,4 Prozent die Manufakturen. Der Umsatz in diesem Bereich lag bei 48,8 Millionen Euro,genauso hoch wie im Jahr 2017. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 0,2 Prozent auf 995.

Angesichts der unterschiedlichen Entwicklung in der keramischen Industrie stehen der Branche spannende Tarifverhandlungen bevor. Die Gewerkschaft IG BCE forderte am Montag eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die erste Runde der Tarifverhandlungen findet am 6. Juni statt. In Selb wurde das Thema nicht angesprochen. Dort ging es neben dem Führungswechsel um die "Nationale Industriestrategie 2030" von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Heym nannte es unabhängig vom Inhalt einen Fortschritt, dass die Regierung wieder über die Industrie spricht, da in den letzten Jahren vor allen über Umverteilung gesprochen worden sei. Kritik übte er an der wachsenden Bürokratie, die die Wirtschaft schwäche.

Stellvertretende Verbandsvorsitzende sind der Mediziner Dr. Hadi Saleh, CEO der Ceramtec GmbH, und Christian Straatmann, Vorstand der BHS tabletop AG. Weitere Mitglieder sind: Christian R. W. Seltmann (Geschäftsführer der Porzellanfabriken Christian Seltmann, Weiden), Uwe Dötsch (Geschäftsführer der Zehendner Keramik GmbH, Tirschenreuth), Marcus Flemming (Geschäftsführer Döbrich & Heckel), Roland P. Rauschert (Geschäftsführer der Paul Rauschert Steinbach GmbH) sowie Gabi Schupp (Vorstandsmitglied der Villeroy & Boch AG ).

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