München
03.12.2018 - 16:18 Uhr

Sinkende Wachstumsprognose für Bayerns Wirtschaft

Der Konjunktur in Bayern geht es weiter gut. Trotzdem sinkt die Wachstumsprognose für das Jahr 2018.

Symbolbild. Bild: BMW AG/ dpa
Symbolbild.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) hat ihre Wachstumsprognose 2018 für den Freistaat von 2,5 auf 2,2 Prozent abgesenkt. Hauptgrund ist der Exporteinbruch bei den bayerischen Autoherstellern von knapp 30 Prozent im dritten Quartal. Aber auch in anderen Branchen laufen die Geschäfte nicht mehr so gut wie zu Beginn des Jahres.

"Die konjunkturelle Lage in Bayern ist weiterhin gut, aber die Abkühlung hat begonnen", erklärte VBW-Präsident Alfred Gaffal in München. Entsprechend ist auch der aktuelle VBW-Index erstmals seit vier Jahren wieder gesunken. Sowohl bei Wachstum wie bei Beschäftigung sehen die befragten Industriebetriebe ein Abschwächen der Dynamik.

Gaffal nannte zwei Ursachen für das schlechte Abschneiden der Autoindustrie. Zum einen habe das überstürzt eingeführte neue Testverfahren zur Bestimmung von Schadstoff- und CO2-Emissionen dazu geführt, dass produzierte Fahrzeuge mangels Testkapazitäten nicht hätten ausgeliefert werden können, zum anderen würden internationale Entwicklungen wie der amerikanisch-chinesische Handelsstreit und das ungeklärte Brexit-Verfahren deutsche Exporte hemmen.

"Wenn die Automobilindustrie hustet, ist Bayern krank", warnte Gaffal. Inzwischen sei das Husten "nicht mehr zu überhören". Mit Auswirkungen auf die vielen mittelständischen Zulieferbetrieb sei zu rechnen. "Ich will das nicht dramatisieren, aber es wird schwieriger, die Branche steht unter Druck", sagte Gaffal. Mit Entlassungen rechne er aber derzeit nicht.

Um die Risiken abfedern zu können, sah Gaffal auch die Politik in der Pflicht. So sei die Diesel-Debatte "völlig aus dem Ruder gelaufen" und die Diskussion um Fahrverbote "irrational". Er erhoffe sich eine Änderung der "mehr als fragwürdigen Grenzwerte" für die Stickoxidbelastung in der Atemluft. An Straßen liege dieser bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, in Büroräumen bei 60 und in Fabrikhallen bei 950. "Da fehlt jede Logik", sagte Gaffal. Politische Vorgaben müssten sich wieder stärker an den Realitäten orientieren. "Wir müssen uns von verschiedenen grünen Träumen verabschieden, sowohl in der Energie- als auch in der Automobilpolitik", forderte der VBW-Präsident.

 
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