24.02.2021 - 15:54 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Corona: Speichersdorfer Räte mahnen Bürger zur Solidarität

Vom hohen Infektionsgeschehen im Landkreis Bayreuth und den Landkreisen entlang der Grenze zur Tschechischen Republik bleibt auch die Gemeinde Speichersdorf nicht verschont. Der Gemeinderat sah sich deshalb zu einem Appell veranlasst.

Angesichts 52 Infizierter appellieren Bürgermeister Christian Porsch und der Gemeinderat an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger.
von Arnold KochProfil

Angesichts der anhaltend hohen Coronainfektionen sowie der zunehmenden Bedrohung durch hochansteckende Virus-Mutanten hat der Gemeinderat am Montag einstimmig einen Aufruf verabschiedet. "Wir appellieren dringend an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, sich an die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen der jeweiligen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu halten", erklärte Bürgermeister Christian Porsch. Nur durch solidarisches Handeln, gegenseitigen Schutz und Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen gelinge es, die Infektionszahlen nachhaltig zu reduzieren.

Weitere Wochen einschränken

Die Corona-Pandemie sei auch knapp ein Jahr nach deren Ausbruch noch lange nicht besiegt. Gerade durch die hochansteckenden Mutationen seien alle Altersgruppen, selbst Kinder und Jugendliche, betroffen. Auch wenn es aufgrund des langen Zeitraumes schwerfalle, so müssten sich die Bürger trotz aller Fortschritte noch weitere Wochen einschränken. Porsch dankte all jenen, die in den zurückliegenden Wochen und Monaten große Entbehrungen in Kauf genommen haben und als Vorbild dienen.

Mehr Impfdosen für Hotspots

Zugleich schließt sich der Gemeinderat den Appellen der kommunalpolitischen Vertreter aus den Nachbarkommunen der Landkreise Tirschenreuth, Hof und Wunsiedel an, die eine Anpassung der Impfstrategie der Bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung fordern. Ohne anderen Regionen etwas wegnehmen zu wollen, bedürfe es bei der Versorgung der Bevölkerung mit Impfdosen einer stärkeren Fokussierung auf sogenannte Hotspot-Regionen, so das Gremium. Zugleich gelte es, die Tests auszuweiten. Nur so könne gewährleistet werden, dass der Gesundheitsschutz der Bevölkerung in diesen Gebieten auch weiterhin gesichert bleibt und kein Gefälle zu anderen Regionen in Bayern entsteht. Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister Christian Porsach ein entsprechendes Schreiben an die zuständigen Stellen innerhalb der Bayerischen Staatsregierung zu versenden.

Porsch berichtete, dass am Montag 52 Corona-Infizierte in der Kommune gezählt worden seien. Er verwies unter anderem auf die Gemeinde-Homepage, auf der täglich die neuesten Zahlen bekannt gegeben werden. Er verdeutlichte, dass die Gemeinde nur über die Zahl, nicht aber über die infizierten Personen vom Gesundheitsamt informiert werde.

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Speichersdorf

Hans Schmid (FWG) appellierte vor allem an die Jugend, Corona nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wir sind mit einem Corona-Inzidenzwert von rund 350 im Landkreis Tirschenreuth und den hohen Werten in den Landkreisen Hof und Wunsiedel kurz hinter der Corona-Frontlinie. Alle müssen sich berechtigte Sorgen über den steten Anstieg machen. Unser aller Angst ist berechtigt. Den angestrebten 35-Wert erreichen wir so in vielen Wochen nicht", war die dramatische Analyse von Drittem Bürgermeister Franc Dierl (CSU). Er forderte die Politiker auf, die Impfstrategie für die Hotspots dringend zu überdenken. Zudem wies er darauf hin, dass sich der Bereich rund um die Sportarena zu einem verbotenen Treff von Jugendlichen entwickelt habe, dem dringend Einhalt geboten werden müsse.

Jugend-Streetworker in Kommune

Rathauschef Porsch erklärte dazu, dass noch in dieser Woche für diesen Bereich eine Videoüberwachung installiert wird. Zudem steht die Gemeinde mit dem Jugendamt in Verbindung, um einen geförderten Jugend-Streetworker in der Kommune zu installieren. Im Haushalt sind dafür bereits Mittel vorgesehen. Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (SPD) fügte an, dass es wegen der wenigen zur Verfügung stehenden Impfdosen darauf ankomme, dass jeder Einzelne sich an die Kontaktbeschränkungen hält, um die Virusverbreitung einzudämmen.

Claudia Fischer (SPD) ergänzte, dass die Zahl 52 rund ein Drittel der gesamten Inzidenzzahl des Landkreises ausmache und die Situation in der Gemeinde große Sorgen machen müsse. Der Gemeinderat stellte sich einstimmig hinter diesen dringenden Appell zur Corona-Situation in der Gemeinde.

Für den Bereich der Sportarena wird eine Videoüberwachung installiert
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