23.02.2021 - 16:37 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Für weiße Flecken in Speichersdorf schnelles Internet

Für schnelles Internet zu sorgen, ist eigentlich nicht Aufgabe der Gemeinden. Doch sie haben sich mangels anderer Stellen darum angenommen. Auch Speichersdorf schreitet dabei schnell voran

Das Rathaus erhält in den nächsten Tagen den Glasfaseranschluss
von Arnold KochProfil

Die Breitbandversorgung für Bürger und Gewerbe ist eine der Zukunftsaufgaben, um Kommunikation und Digitalisierung in allen Bereichen des privaten, gewerblichen und öffentlichen Lebens zu ermöglichen. Über den aktuellen Stand und die noch anstehenden Aufgaben zum Ausbau des Breitbandnetzes informierte die Breitbandberatung Bayern in der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Bürgermeister Christian Porsch hieß dazu Fachberater Roland Zeltner willkommen. Er betreut Kommunen, Landratsämter und Energieversorger in den Bereichen Breitbandausbau, Glasfaserausbau und Breitbandförderprogramme. Derzeit werden Ausbaustrecken mit drei Förderprogrammen des Bundes und Landes finanziert. Neben dem bereits laufenden Höfebonus des Landes und dem Bundesförderprogramm hat Bayern die Gigabit-Richtlinie 2025 als weitere Förderung aufgelegt.

Bis Mai 2023

Für das Bundesförderprogramm haben sich viele Landkreiskommunen in 2016 zusammengeschlossen, um insgesamt 195 Ortsteile und Gehöfte mit neuen Breitbandleitungen zu versorgen. Im Gemeindegebiet sind dies 48 Hausanschlüsse, deren Nutzer künftig mit 100 Megabit/Sekunde versorgt werden. Die Telekom hat die Fertigstellung bis Mai 2023 vertraglich zugesagt.

Anhand eines Glasfasermasterplanes zeigte Zeltner zum Beispiel die Ausbaustufen des Netzes für den Hauptort auf. Die von der Breitbandberatung Bayern erstellte Übertragungsdatenanalyse kann in der Bitratenkarte unter der Internetadresse https://bitratenkarte.de/bt/speichersdorf von jedem eingesehen werden. Derzeit sind 89 Prozent aller Anschlüsse mit einer Übertragungsrate von mindestens 30 Megabit/Sekunde, 87 Prozent größer als 50 und 56 Prozent größer als 100 Megabit/Sekunde versorgt. Drei Prozent der Anschlüsse verfügen aktuell über einen Glasfaserkabelanschluss, der über ein Gigabit/Sekunde ermöglicht.

"Sie haben in Ihrer Gemeinde einen guten Ausbaustand erreicht."

Fachberater Roland Zeltner

Mit dem von der Telekom jetzt eingesetzten Supervectoring-Verfahren sind Übertragungsraten bis zu 200 Megabit/Sekunde für bestehende Kupferleitungsanschlüsse möglich. "Sie haben in Ihrer Gemeinde einen guten Ausbaustand erreicht und nur mehr wenige weiße Flecken mit weniger als 30 Megabit/Sekunde", bestätigte Zeltner. Beim Zukunftsziel "Gesamtversorgung mit Glasfaser" steht man jedoch noch vor einer großen Herausforderung; dies betrifft vor allem dem Tiefbausektor.

Pro Anschluss bis zu 6000 Euro

Für das neue Förderverfahren "Bayerische Gigabit-Richtlinie" hat die Kommune die Markterkundung bereits gestartet. Damit werden Anschlüsse unter 30 Megabit/Sekunde (weiße Flecken) und jetzt auch Anschlüsse unter 100 Megabit/Sekunde (graue Flecken) mit einem Fördersatz von bis zu 90 Prozent gefördert, sofern noch kein Glasfaser- oder Anschluss von Kabel Deutschland und Vodafone vorhanden ist. Es stehen pro Kommune acht Millionen Euro Zuschuss zur Verfügung, wobei je Anschluss maximal 6000 Euro gewährt werden.

Für weiße Flecken gilt eine Höchstfördersumme von 9000 Euro. Bei einer interkommunalen Ausschreibung können weitere 1000 Euro je Anschluss als Zuschuss in Anspruch genommen werden. Für 2021 hat der Bund ein Sonderprogramm für Schulen und Gewerbegebiete angekündigt. Dafür liegen noch keine Förderkriterien vor.

Porsch ergänzte, dass die Gemeinde auch bisher Synergieeffekte bei Kanal- und Wasserleitungsbauarbeiten durch Mitverlegen von Leerrohren nutzte, um Kosten zu sparen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Er betonte, dass der Grad der zur Verfügung stehenden Breitbandübertragungsraten bereits zu einem wichtigen Kriterium für Wohn- und Bauortentscheidungen geworden sei. Zeltner erklärte dazu, dass nachweisbare Homeoffice-Plätze den gleichen Fördersatz wie Gewerbebetriebe erhalten.

Die Digitalisierung und die Infrastruktur dafür waren bereits in der vergangenen Sitzung ein Thema

Speichersdorf

Die kommunalen Liegenschaften Schule und Sportarena sind bereits mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. In den nächsten Tagen folgt die Versorgung des Rathauses mit einer Glasfaserleitung. Porsch verwies dazu auf die neue Homepage der Gemeinde, in der unter der Rubrik "Leben & Wohnen" Näheres über den Breitbandausbau zu erfahren ist. Porsch berichtete zum Bundesprogramm auf Landkreisebene, dass man mit dem Baubeginn in diesem Jahr rechnet. Vertraglich ist Mai 2023 durch die Telekom als Fertigstellungstermin zugesichert.

Die Sportarena ist bereits mit Glasfaser-Breitband versorgt.
Fachberater Roland Zeltner erläuterte die verschiedenen Förderprogramme.
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