07.06.2021 - 15:44 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Entwicklungskonzept für Speichersdorf: Zunächst auf beide Kernorte konzentrieren

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Die Gemeinde Speichersdorf möchte ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek). Impulse und Anregungen zur Vorgehensweise erhielt der Gemeinderat aus berufenem Mund.

Der Bahnhof mit dem geplanten Busbahnhof (Bild) gehört zu den wichtigen Maßnahmen.
von Arnold KochProfil

Wichtige Themen zur Weiterentwicklung der Kommune besprach der Gemeinderat am Samstag in einer Sondersitzung. Dazu hörte das Gremium einen Impulsvortrag des Städteplaners Diplomingenieur Raimund Böhringer, unterstützt von Architektin Lena Bonengel vom Büro iF ideenFinden GmbH aus Wunsiedel.

Bürgermeister Christian Porsch erklärte, dass die Kommune den ersten Schritt für ein Aufstellungsverfahren für ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek) machen wolle. "Unsere Gemeinde hat sich in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt, und die beiden Hauptorte Speichersdorf und Kirchenlaibach sind baulich zusammengewachsen. Hier braucht es eine gezielte Planung für deren weitere Entwicklung", stellte er fest. Der Vortrag sollte zur gemeinsamen Zielausrichtung und Erläuterung der Vorgehensweise dienen.

Handlungsfelder beleuchten

Diplomingenieur Böhringer betonte, dass es zunächst gelte, ein Leitbild zu schaffen sowie Zukunftsfähigkeit, Trends, Potenziale und Chancen festzustellen. Dabei seien die künftigen Handlungsfelder in den Bereichen Innenentwicklung, Grünverbindungen, Mobilität, soziale Treffpunkte mit Demografie, Gesundheitsversorgung, Freizeit und Erholung sowie Wirtschaft und Arbeitsplätze zu beleuchten. "Das Isek bietet viele Chancen, Ihre Kommune weiter zu entwickeln. Hier steht vor allem der Dialog mit allen Bevölkerungs- und Altersgruppen in einer intensiven Bürgerbeteiligung im Vordergrund."

"Die Konzentration auf die beiden Kernorte ist wichtig, um sich nicht in eine Vielzahl von Maßnahmen zu verzetteln."

Diplomingenieur Raimund Böhringer

Eine vorbereitende Untersuchung sei der erste Schritt, um eine Förderung zu erhalten. Die systematische Bestandsanalyse zeige künftige Handlungsfelder und Umsetzungsstrategien in den vorgenannten Bereichen auf. Die Kommune habe in den beiden Kernorten eine enge Verknüpfung mit Bahn, Porzellanindustrie, Flugplatz, Gewässern und Agrarlandschaft. Laut dem Redner muss besonders die innerörtliche Kernzone in Bezug auf Ortssanierung, Baukultur, Leerstände, Folgenutzung, Wohnen, Freizeit und Erholung, Innenentwicklung und Mobilität mit Barrierefreiheit betrachtet werden.

Die beiden Kernorte hätten enorme Flächenreserven in der Ortsmitte, innerörtliche Qualitäten, aber auch Defizite bei der Mobilitätssicherheit. Hier sprach Böhringer vor allem die fußläufige Verbindung zwischen neuer Ortsmitte und Einkaufszentrum an. "Die Konzentration auf die beiden Kernorte ist wichtig, um sich nicht in eine Vielzahl von Maßnahmen zu verzetteln. Dabei müssen Bürger und Gemeinde zusammenrücken, Mitmachpunkte ermitteln, Meinungen abfragen und mit allen verfügbaren Medien Prioritäten setzen und danach einen Maßnahmenplan mit Festsetzung des Sanierungsgebietes erarbeiten", erläuterte der Stadtplaner.

Das Bahnhofsumfeld gehört zu den dringendsten Maßnahmen

Speichersdorf

Auf Anfrage von Hans Schmid (FWG) erklärte Böhringer, dass höchstmögliche Transparenz notwendig sei und es bis zu einem Jahr Entwicklungszeit brauche, um diese Ziele zu erreichen. Dabei könnten die Voruntersuchung und das Isek parallel mit Ziel Ende 2022 erstellt werden. Auch drängende Maßnahmen könnten vorgezogen werden. Dies betrifft nach Meinung des Gemeindeoberhaupts das Bahnhofumfeld und nach Ansicht von Gernot Hammon (FWG) den vorgenannten Fußgängerüberweg zum Einkaufszentrum. Rudi Kirchberger (UBV) plädierte für weitere Parkflächen für Bahnreisende und damit zu eine Entlastung in der Bayreuther Straße. Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (SPD) nannte das grüne Zentrum zwischen Sportarena und Bahnhof.

Ab 2023 für ganze Kommune

Porsch ergänzte, dass im zweiten Schritt ab 2023 ein die gesamte Gemeinde umfassendes Isek folgen werde. Für die Durchführung sind entsprechende Angebote von geeigneten Planungsbüros einzuholen. Die Isek-Planungskosten werden staatlicherseits mit 60 Prozent gefördert. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept erstellen zu lassen. Die Verwaltung soll in Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken Angebote von Planungsbüros einholen. Im ersten Schritt werden die beiden Kernorte und danach alle weiteren Orte in das Isek einbezogen.

Hintergrund:

Zeitlicher Ablauf

  • Juni Förderantrag an die Regierung von Oberfranken
  • dreimonatige Ausschreibung mit Bewerbungsverfahren
  • Ende September Vergabe der Planungsleistungen
  • Oktober erste moderierte Planungswerkstatt
  • Juni 2022 Zwischenbericht im Gemeinderat
  • Ende 2022 Projektpriorisierung
  • Anfang 2023 Start mit Isek-Stufe II

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