31.01.2020 - 13:47 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Für klimaneutralen und sozialen Landkreis

Soziales Miteinander in einem wirtschaftsstarken Landkreis mit ausgewogener Seniorenpolitik in starken Kommunen sind nur einige Ziele, die der Speichersdorfer SPD-Landratskandidat Jan-Michael Fischer und die Landkreis-SPD definiert haben.

Ortsvorsitzender Rudi Heier (rechts) dankte SPD-Landratskandidat Jan-Michael Fischer mit einen Blumenstrauß für seinen Vortrag.
von Arnold KochProfil

Gut besucht war die Fliegerschänke am Donnerstagabend bei der ersten Vorstellung des SPD-Landratskandidaten des Kreisverbandes Bayreuth-Land Jan-Michael Fischer aus Speichersdorf. "Probleme sehen, anpacken und lösen. Dafür trete ich ein." Er wolle mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie in den Mittelpunkt des Handelns in einem zukunftsfähigen Landkreis stellen", erklärte Fischer eingangs.

Er wolle einen Mehrwert für alle erzielen und den Landkreis attraktiver und lebenswerter gestalten. Dabei poche er auf die Gleichwertigkeit und Zusammenarbeit aller Kommunen im Landkreis.

Zur Verbesserung der Mobilität brauche es gemeindeübergreifende Verkehrskonzepte. "Die lange Suche nach Nahverkehrsmöglichkeiten muss ein Ende haben." Erreichen will der Landratskandidat das mit einer neuen Navigations-App mit Start-Ziel-Eingabe, die maximale Transparenz und schnelle Ergebnisse mittels Aufnahme aller öffentlichen Verkehrsmöglichkeiten bieten soll. Eine Info-Plattform soll Mitfahrgelegenheiten und Fahrgemeinschaften über die Mitfahrbank hinaus auf Landkreisebene weitergeben. Zudem soll der ÖPNV unter Mitnahme der Nachbarlandkreise durch Einführung von Jobtickets und weiteren Freizeitlinien ausgebaut werden. Fernziele sind das 365-Euro-Ticket für Jugendliche und später der kostenlose ÖPNV.

Konsequent "Innen statt außen"

Ein übergreifender Ausbau des Radwegenetzes unterstütze das Ziel "Klimaneutraler Landkreis", Naherholung und Tourismus. Darum kümmern solle sich ein Klimaschutz-Ausschuss als ständig tagendes Organ. Zudem setzen er und die Landkreis-SPD auf die Intensivierung des Beratungsangebotes für Firmen und Privatleute, vor allem durch das Einführen einer digitalen Plattform für Fachinformationen.

Für einen "wirtschaftsstarken Landkreis und wettbewerbsfähige Kommunen" solle das Programm "Innen statt außen" konsequent verfolgt werden, um die zentrumsnahe Versorgung sowie Standorte für Unternehmen zu sichern, den Flächenverbrauch außerhalb der Ortskerne zu reduzieren und Leerstände zu nutzen.

"Der Landkreis Bayreuth ist vom Förderprogramm Förderoffensive Nordostbayern ausgeschlossen. Das muss sich ändern", forderte Fischer. Er schlug den Aufbau eines Forschungs- und Innovationszentrums vor, um heimischen Betrieben den Zugang zu Wissen überregionaler Einrichtungen zu ermöglichen. Die Schließung der Höhenklinik Bischofsgrün und Verlagerung nach Bayreuth bezeichnete er als fatales und strukturschwächendes Signal. Um den ländlichen Raum und seine Kommunen zu stärken, muss diese erhalten oder eine gleichwertige Folgenutzung installiert werden, um die wirtschaftlichen Folgen zu mindern.

Die Landkreis-SPD und er wollen sich für einen "sozialen Landkreis" einsetzen. Die von ihr initiierte Seniorenpolitik durch Ausbau alternativer Wohnformen, Quartiersmanagement und Sicherstellung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung müsse fortgeführt werden. "Es gibt einen Kreisjugendring, warum soll es nicht auch einen Kreisseniorenring geben, um für mehr Generationengerechtigkeit im Landkreis zu sorgen?"

Kostenloser Nahverkehr

Das wachsende Problem des Pflegeersatzes für kurzzeitig verhinderte Pflegende soll laut dem Redner durch Aufbau eines Sozialdienstes aufgefangen werden. Auch plädierte er für die kostenlose Nahverkehrsnutzung durch Inhaber der Ehrenamtskarte und Stärkung der Ehrenamtlichen durch Bürokratieabbau. Abschließend plädierte er dafür, den Kommunen mehr Handlungsfreiheit durch die Umwandlung von freiwilligen zu Pflichtaufgaben zu ermöglichen.

"Die Sozialdemokratie ist bei uns bunt und lebendig. Viele junge Leute sind bei uns und in unserer Bewerberliste angekommen", verdeutlichte SPD-Kreisvorsitzende Sonja Wagner. Sie versicherte, dass Landkreis und Kommunen vor artgleichen Problemen stehen und diese nur im Miteinander gelöst werden können. Auch Ortsvorsitzender Rudi Heier rief dazu auf, auf mehr Solidarität und Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land zu setzen und die Seniorenarbeit stärker staatlich zu fördern.

Zur Person:

Zur Person

Jan-Michael Fischer ist 27 Jahre alt und wohnt in Speichersdorf. Studiert hat er Rechts-, Politikwissenschaften und interkulturelle Wirtschaftskommunikation in München, Bayreuth und Jena. Zur Zeit arbeitet er als Produktmanager für Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Energie Jena-Plößneck GmbH. Dazu ist Fischer Beisitzer im SPD-Kreisvorstand und stellvertretender SPD-Ortsvorsitzender. Vorher war er Juso-Vorsitzender Bayreuth Stadt/Land und Mitglied des Juso-Bezirksvorstandes. (ak)

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