14.10.2020 - 14:37 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Gemeinde Speichersdorf soll auf LEDs und Photovoltaik setzen

Die ersten Schritte zum Monitoring des eigenen Energieverbrauchs sind gemacht. Daraus ergeben sich für die Gemeinde Speichersdorf Einsparmöglichkeiten.

Wolfgang Böhm erklärte dem Gemeinderat, wo und wie die Kommune bei ihren Liegenschaften Energie und somit Kosten einsparen könnte.
von Arnold KochProfil

Wolfgang Böhm von der Kulmbacher Geschäftsstelle der Energieagentur Nordbayern stellte am Montagabend dem Gemeinderat den Keeno-Jahresbericht 2019 (Kommunales Energieeffizienznetzwerk Oberfranken) für ausgewählte kommunale Liegenschaften vor. Dazu gehörte auch die Potenzialanalyse der vorhandenen und auch möglichen Photovoltaikanlagen.

Bürgermeister Christian Porsch erinnerte eingangs daran, dass die Gemeinde vor drei Jahren in das von Kommunen getragene Netzwerk eingestiegen ist. Ihm gehören derzeit 15 Gemeinden an. Dessen Ziele seien Energieeinsparpotenziale zu realisieren, Energie effizient anzuwenden und Erneuerbare Energie immer stärker für kommunale Liegenschaften zu nutzen.

Die 1998 gegründete Agentur will die Kommunen beim energetischen Umdenken inspirieren. Dies geschieht mittels der Bausteine Netzwerktreffen, Energiemanagement, Austausch und Ausbildung. Damit sollen Informationen und Ideen ausgetauscht sowie Energietransparenz und qualifiziertes Bewusstsein geschaffen werden. Im besonderen Fokus beim Monitoring standen die Verbräuche im Rathaus, Sportarena, Schule und Feuerwehrgerätehaus. "Durch die Umrüstung der Heizung auf Hackschnitzel und Fernwärmenutzung für die Bereiche Rathaus, Sportarena und Schule haben Sie den ersten erfolgreichen Schritt zur Energie- und CO2-Einsparung gemacht", verdeutlichte der Referent. Seine Aussagen untermauerte er mit Schaubildern mit Daten der vergangenen drei Jahre.

Die Energiebilanzen zeigten hier eine deutliche Minderung. Durch die Energiedatensammlung erhielt die Gemeinde einen Überblick über Verbrauch und Einsparpotenzial. Als Beispiel nannte Böhm das Schulzentrum mit einem Verbrauch von 50 000 Kilowattstunden in 2017, der auf 43 000 Kilowattstunden in 2019 gesenkt werden konnte. Als nächste Schritte schlug er vor, die Heizungsverteilung des Nahwärmenetzes sowie die LED-Beleuchtungsumrüstung in der Sportarena samt langfristigem Ausbau der Dachflächenphotovoltaik mit Eigenstromnutzung und -speicherung anzupacken. Diese Agenda könnte der gemeindeeigenen Bioenergie GmbH zur Umsetzung übertragen werden.

Die nächsten Schritte dazu wären, ein Sanierungskonzept für die Schule mit Turnhallen samt Kosten, Rentabilität und Förderprogrammen zu erstellen sowie die Energieeffizienz im Nahwärmenetz zu verbessern. Dazu gehört die Begleitung bei der Umsetzung der Nahwärmenetzoptimierung samt Einbau einer neuen Heizungsregelung mit Gebäudeleittechnik und der LED-Beleuchtung in der Sportarena.

Nach sechs Jahren amortisiert

Dreiviertel der Energiekosten entfallen auf Wärme. Einsparungen fallen auch künftig durch Reduzierung der CO2-Steuer an. Bei der Umstellung der Sportarena auf LED-Beleuchtung können beispielsweise 4240 Euro jährlich an Stromkosten gespart werden. Die Investition amortisiert sich laut Böhm binnen 5,9 Jahren. Mit LED-Beleuchtungsmodulen kann die installierte Leistung von 14 400 auf 3600 Watt gesenkt werden.

Der Redner brach eine Lanze für den Ausbau der Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dachflächen. Bei 950 Euro pro Kilowattpeak und Netzstrombezugskosten von 23 Cent je Kilowatt liegt die Amortisationszeit für eine 38,8 Kilowattpeak-Anlage bei 36 850 Kilowattstunden-Stromerzeugung und Eigenverbrauch von 26 000 Kilowattstunden mit Stromspeicher bei 14,2 und ohne bei 11,1 Jahren für die Sportarena. Der Eigenverbrauch kann mit 30 (ohne Speicher) und 47 Prozent (mit Speicher) angesetzt werden. Damit kann ein Autarkiegrad von 42 bzw. 64 Prozent erreicht werden.

39 000 Euro beim Rathaus

Eine PV-Anlage auf dem Rathausdach würde sich in 10,4 Jahren speicherlos amortisieren. Die Investitionskosten für die PV-Anlage auf der Sportarena betragen rund 39 000 (38,8 Kilowattpeak) und für das Rathaus 23 000 Euro (24,5 Kilowattpeak).

Noch viel mehr Geld investiert die Gemeinde an anderer Stelle

Speichersdorf

Abschließend erklärte der Netzwerkmanager, dass man für die Weiterführung des Projektes über den Vierjahreszeitraum hinaus mit den Förderstellen in Verhandlungen ist. Der Gemeinderat wird sich mit den weiteren Schritten zur Energieeffizienz und Einsparungen bald beschäftigen.

Wolfgang Böhm erklärte dem Gemeinderat, wo und wie die Kommune bei ihren Liegenschaften Energie und somit Kosten einsparen könnte.
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