17.09.2020 - 14:24 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Gemeinde Speichersdorf packt Kläranlagensanierung an

Die Ausschreibung für die Speichersdorfer Kläranlage läuft. 9,1 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. In welchem Umfang die Anschlussnehmer zur Kasse gebeten werden, muss aber noch geklärt werden.

Die Sanierung der Kläranlage Speichersdorf kann beginnen. Die Gemeinde hat die ersten Gewerke bereits ausgeschrieben.
von Arnold KochProfil

Auf den neuesten Informationsstand brachte Bürgermeister Christian Porsch den Gemeinderat beim Thema Sanierung der Kläranlage. "Der Bescheid zur Baufreigabe und die baufachliche Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Hof liegt uns vor, wir können starten", erklärte der Ratsvorsitzende.

Die erneute Prüfung des Abwasseranschlusses an die Kemnather Kläranlage hatte ergeben, dass dieser für Speichersdorf unwirtschaftlich ist und die Sanierung mit Weiterbetrieb der eigenen Anlage in Angriff genommen werden muss. Die beschränkte Ausschreibung wurde bereits für das neue Betriebsgebäude, den Sammler (DN 700) und den Installationsbereich Heizung-Lüftung-Sanitär begonnen. Das Gebäude soll Ende Juli 2021 fertiggestellt sein.

Bescheide in einem Jahr

Die gesamten Baukosten bezifferte Porsch auf 9,1 Millionen Euro bei bisher 1,6 Millionen Euro Förderung. Die zusätzliche Förderung für die Nachrüstungskosten der Phosphateliminierung wird derzeit noch geklärt. Welcher Anteil der Eigenmittel über einen Verbesserungsbeitrag an die Anschlussnehmer umgelegt wird, muss im Gemeinderat diskutiert werden. Eine Festlegung ist in 2021 und die Bescheidzustellung im Herbst 2021 in zwei Raten geplant.

Dritter Bürgermeister Franc Dierl (CSU) hinterfragte nochmals die Baukosten. Im vergangenen Jahr wurden diese noch mit 7,5 Millionen Euro beziffert. Die Differenz muss auch mit dem Ingenieurbüro geklärt werden.

Grünes Licht gab das Gremium für den Abschluss einer Zweckvereinbarung mit der Nachbargemeinde Prebitz zur künftigen gemeinsamen Abwasserentsorgung. Der Rathauschef erläuterte, dass Speichersdorf im Gemeindeteil Frankenberg eine mechanisch-biologische Sammelkläranlage betreibt. Die Gemeinde Prebitz möchte das Abwasser aus den beiden Ortsteilen Klein- und Großkorbis dort einleiten und reinigen lassen.

Bauvorhaben bislang zurückgestellt

Bis zum Abschluss der Zweckvereinbarung zur Regelung der Abwasserentsorgung waren Bauvorhaben in den beiden Ortschaften zurückgestellt worden. Die Frankenberger Anlage ist für 125 Einwohnergleichwerte ausgelegt. 12 davon werden künftig für die Bewohner der beiden Prebitzer Ortsteile mit einer Abwasserhöchstmenge von 36 Kubikmetern pro Monat auf unbestimmte Vertragslaufzeit zur Verfügung gestellt. Die Schmutzfracht wird durch das Kläranlagenpersonal monatlich überprüft.

Die entsprechenden Investitionskosten in Höhe von 9,6 Prozent übernimmt die Nachbarkommune. Gleiches gilt auch für entsprechende jährliche Betriebs-, Unterhalts- und Verwaltungskosten. Das Satzungsrecht zur Erhebung von Herstellungsbeiträgen und Verbrauchsgebühren verbleibt bei der Gemeinde Prebitz. Als Investitionskostenerstattung wurden 55 519 Euro ermittelt. Dem Vertragswerk stimmte der Gemeinderat ohne Gegenstimme zu.

Weshalb ein Anschluss an die Kemnather Kläranlage gescheitert ist, können Sie hier nachlesen

Kemnath

Die Gemeinde erweitert die bereits im Rathaus installierte Sitzungs-Software um das Modul "SessionNet" des Softwareanbieters Living Data. Bürgermeister Porsch erläuterte, dass das Rathausinformationssystem die Grundlage für eine effiziente politische Arbeit und einen optimalen Austausch zwischen Bürgern, Gremien und Verwaltung ist. Es wird bereits vielfach in Nachbarkommunen eingesetzt und läuft als "gehostete Lösung" im sicheren Rechenzentrum. Es kann in den Web-Auftritt der Verwaltung integriert werden.

Entlastung für Verwaltung

Die Ratsmitglieder erhalten Zugriff auf Dokumente, Termine und Beschlüsse. Die Verwaltung wird entlastet, Papier wird gespart. Nach dem einstimmigen Beschluss wird das Rathausinformationssystem ab dem 1. Januar 2021 beim Sitzungsmanagement eingesetzt.

Aufgrund einer nun geschlossenen Zweckvereinbarung können die Abwässer aus den Ortsteilen Klein- und Großkorbis (Gemeinde Prebitz) in die Kläranlage Frankenberg (Bild) eingeleitet werden.
Die Kläranlage in Speichersdorf.
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