19.11.2019 - 15:48 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Der Gewalt keinen Raum geben

"Wir leben in Frieden seit 75 Jahren - das gab es noch nie", erklärte der Vorsitzende des Kameradschaftsvereins, Edmund Bruckner. Den Volkstrauertag feierten die Speichersdorfer am Ehrenmal als Tag des Innehaltens und Gedenkens.

Der Vorsitzende des Kameradschaftsvereins, Edmund Bruckner, stellvertretender Vorsitzender Lothar Büringer und Bürgermeister Manfred Porsch (von links) legten am Ehrenmal auf dem Kirchplatz in Speichersdorf Kränze nieder.
von Autor HAIProfil

Dem Gedenken war ein Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche mit Pfarrer Hannes Kühn vorausgegangen. Den Marsch vom Landgasthof Imhof zur Christuskirche und zurück hatte die Blaskapelle Kirchenthumbach musikalisch begleitet. Reinhold Bauer und Thomas Semba von der Reservistenkameradschaft standen als Ehrenposten. Fahnenabordnungen der Soldatenkameradschaft und der Feuerwehr flankierten das Mahnmal. Der Posaunenchor unter Leitung von Peter Fees stimmte "Unser Vater", "Der gute Kamerad" sowie das Deutschlandlied an, der Chor der Musikfreunde unter Leitung von Heinz Schmidt "Seelig seid ihr, wenn ihr einfach lebt" und "Santa Maria" an. Der zehnjährige Fabian Abert trug das Gedicht vom Heldenfriedhof vor.

Tote schweigen nicht

"Dass die Toten nicht schweigen, dafür begehen wir den Volkstrauertag", sagte Bruckner. Möge der Volkstrauertag zum Friedenstag werden. Denn mit Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz gebe es große Feinde des Friedens. "Friede fängt bei uns an, in unserer Umgebung durch Respekt und Solidarität!" Deshalb geben wir der Gewalt keinen Raum."

Dieser Volkstrauertag stehe ganz im Zeichen des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren, sagte Bürgermeister Manfred Porsch. Dieser habe alles gesprengt, was sich die Menschheit bis dahin angetan hatte. An seinem Ende waren 60 Millionen Tote zu beklagen. Porsch erinnerte aber auch daran, dass 2018 über 200 gewaltsam ausgetragene Konflikte auf allen Kontinenten gezählt wurden, 60 Millionen Menschen seien auf der Flucht gewesen. Dass immer noch Menschen nach Europa kämen, die vor Krieg, Terror und Not fliehen, vergegenwärtige den Schmerz und das Leid, das Krieg und Terror bringen.

Wegen Widerstandes gestorben

Porsch gedachte der Soldaten, die in diesen Weltkriegen gestorben sind, und derer, die durch Kriegshandlungen, in Gefangenschaft, als Vertriebene oder Flüchtlinge ihr Leben verloren haben. Er vergaß aber auch nicht alle, die unter anderem wegen ihrer Herkunft, ihres Glauben oder weil sie Widerstand gegen die Gewaltherrschaft geleistet haben, den Tod fanden. Er schlug aber auch die Brücke zu den Opfern der Kriege und Bürgerkriege dieser Tage, zu den Opfern von Terrorismus und politischer Verfolgung, zu den Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren haben.

Sinnloses Blutvergießen zeige, wohin nationale Selbstherrlichkeit, Rassenfeindlichkeit, Intoleranz und militärische Überheblichkeit führen könnten. Und es mache bewusst, welche verheerenden Folgen Sprachlosigkeit und Kompromisslosigkeit in Politik und Diplomatie haben könnten. Doch für die jüngeren Generationen rücke der Volkstrauertag immer ferner, beklagte der Bürgermeister.

Hinter den Toten stünden Schicksale, die Mahnung zu Frieden und Freiheit seien. Porsch forderte auf, sich aktiv gegen Krieg, Terror und Gewalt, Intoleranz, Rassenhass und Nationalismus einzusetzen.

Anschließend legte er für die politische Gemeinde und die Vorsitzenden Bruckner und Büringer für den Soldaten- und Kameradschaftsverein Kränze am Ehrenmal auf dem Kirchplatz nieder.

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