26.03.2020 - 16:08 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Gründerregion und Kommunalgipfel

Wer wird Landrat im Landkreis Bayreuth? Das entscheidet sich am Sonntag, 29. März, in einer Stichwahl. Dann sind rund 85 530 Bürger aufgerufen, Klaus Bauer (CSU) oder Florian Wiedemann (Freie Wähler) zum neuen Landkreischef zu wählen.

von Autor HAIProfil

Wer wird Landrat im Landkreis Bayreuth? Das entscheidet sich am Sonntag, 29. März, in einer Stichwahl. Dann sind landkreisweit rund 85 530 Bürger aufgerufen, Klaus Bauer (CSU) oder Florian Wiedemann (Freie Wähler) zum neuen Landkreischef für die nächsten sechs Jahre zu wählen.

In Speichersdorf sind es 4648 Wahlberechtigte. Für die Freie Wählergemeinschaft geht Florian Wiedemann, für die CSU Klaus Bauer ins Rennen. Bei einer Beteiligung von 70,16 Prozent hatten die Wähler bei den Kommunalwahlen am 15. März die beiden von fünf Kandidaten in die Stichwahl geschickt. Der amtierende Landrat Herrmann Hübner (CSU) hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Bauer erreichte beim Urnengang vor zwei Wochen mit 25 008 Stimmen 42,39 Prozent, Wiedemann mit 18 100 Stimmen 30,68 Prozent. Beide sind auch künftig im Bayreuther Kreistag vertreten. Am Sonntag werden nun in Sachen Landkreischef die Karten neu gemischt. Beide Kandidaten konnten aufgrund der Coronakrise keinen öffentlichen Wahlkampf mit Besuchen von Veranstaltungen oder bei Wählern zu Hause machen. Beide setzten stattdessen auf verstärkte Präsenz in den sozialen und Printmedien. Nicht einzuschätzen ist auch, wie sich die anderen Parteien verhalten. Weder SPD noch Grüne, FDP, Junge Liste und Wahlgemeinschaft Landkreis Bayreuth haben Wahlempfehlungen ausgesprochen.

Bauer geht es darum gemeindliche Herausforderungen wie ärztliche Betreuung, Breitbandausbau, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu begleiten. Dafür soll es einen jährlicher Kommunalgipfel geben. Neben der Einführung einer Jugendsprechstunde sollen generationsübergreifende Projekte und eine stärkere Vernetzung der Seniorenarbeit gefördert werden.

Im Kreistag soll es einen runden Tisch geben, der Landwirtschaft und Naturschutz einbindet und Vorort-Termine organisiert. Die Dachmarke Bayreuther Land ist weiterzuentwickeln und eine kleine Grüne Woche anzuregen, um regionale Kreisläufe zu stärken. Weiter ist Bauer unter anderem für digitale Verwaltungskontakte, zusätzliche Vergünstigungen durch die Ehrenamtskarte, verbesserte Rahmenbedingungen für Feuerwehr und Rettungsdienst sowie die Förderung des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres.

Unternehmen möchte er baufachlich stärker unterstützen und eine digitale Ausbildungs- und Fachkräftebörse einrichten. Ein ganzheitliches Marketingkonzept soll für den Landkreis erstellt und die heimische Wirtschaft und der Tourismus gezielter beworben werden. Bus-Taktungen sind zu optimieren und eine Sanierungsoffensive der Kreisstraßen anzugehen. Zu erweitern ist das Netz der Ladestationen für E-Bikes und E-Autos.

Für Wiedemann steht eine neue Zusammenarbeit mit den Gemeinden an oberster Stelle. Das Landratsamt müsse sich wieder stärker als Dienstleister für Kommunen und Bürger verstehen. Vor allem Gemeinden wie Speichersdorf, die an der Landkreisgrenze liegen, fühlten sich gar nicht richtig wahrgenommen.

Beim Klima- und Umweltschutz soll die Region vorangehen. Am meisten Einsparpotential sieht Wiedemann im Bereich Mobilität. Hier gilt es, unter anderem die E-Lade-Infrastruktur auszubauen und den ÖPNV attraktiver zu machen. Es brauche eine Mobilitäts-App, in der sämtliche Angebote des Landkreises gebündelt sind, und mehr Photovoltaik auf den Dächern sowie Hackschnitzel-Blockheizkraftwerke in den Gemeinden.

In der Wirtschaft müsse eine Gründerregion etabliert werden. Mit den im Vergleich zu Großstädten günstigen Lebenshaltungskosten sei der Landkreis Bayreuth prädestiniert für Gründer. Es gelte hier, eng mit der Uni Bayreuth zusammenzuarbeiten. Die Ehrenamtskarte soll Chefsache werden. Ehrenamtliche sollen einen echten Nutzen daraus ziehen können.

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